Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Tokyo Dragons: Hot Nuts

Wunsch und Realität vertauscht
Wertung: 4/10
Genre: Rock
Spielzeit: 43:4
Release: 21.09.2007
Label: Escapi Music

Mit der zweiten Scheibe der Tokyo Dragons soll laut Presseinfo eine der angesagtesten britischen Bands mit „Hot Nuts“ seine Aufwartung machen. Mmh, eigentlich hab ich von der Band noch nicht allzu viel gehört. Ist mir da was entgangen, hab ich in den letzten Jahren zu viel geschlafen? Egal, es ist nie zu spät, seine Meinung zu revidieren. Das Outfit der CD sieht eigentlich eher nach ´ner Science Fiction Kinder DVD aus. Aber egal. Die Anweisung im Pressesheet befolgt, CD eingelegt und den Lautstärkeregler aufgerissen.

Etwas seltsam abgemischt geht`s los, aber das legt sich schnell. Poprock im Stile alter Heroes wie The Who, Beatles oder ähnliches kommen mir in den Sinn, zweifelsfrei aber auf sehr deutlich niedrigerem Niveau. „On Your Marks“ rockt zwar ganz ordentlich, aber irgendwie hört sich das für mich nicht nach einem Brüller an, was die Tokyo Dragons da abliefern. Selbst Bläser werden mit in den Song eingearbeitet, und dies sogar sehr gut. Sie stören nicht und setzen nur ein kleines Ausrufezeichen.

„Keep The Wolf Fron The Door“ rockt auch wieder kräftig nach vorne. Es geht nach voran, aber leider ohne wirklich irgendwelche Synapsen im Erinnerungsvermögen zu berühren. Es ist ja noch nicht einmal so, dass Steve Lomax (Vocals, Gitarre), Mal Bruk (Gitarre, Vocals), Mathias Stady (Bass) oder Phil Martini (Drums, Vocals) nicht wissen, was sie tun. Nein, das nun wirklich nicht. Da dürfte jeder Ton an dem ihm zugewiesenen Punkt sein, aber irgendwie klingt es eher nach Hintergrundmusik beim Einkaufen.

Dies ändert sich dann glücklicherweise bei „If I Run, You Run“. Gutes Riffing mit dem dafür benötigten einprägsamen Charme. Ja, hier kommen dann langsam die positiven Aspekte der Scheibe raus. Wenn jetzt noch der Refrain ein Knaller wäre, dann könnte das ein Hit für die Band werden.

„Killing Everybody You Meet“ schaltet da erstmal zwei Gänge zurück. Die Vocals gefallen mir zum ersten Mal ganz gut. Der Sound drum herum ist aber leider schon fast langweilig geraten. Also sorry, da nehme ich jeden Whitesnake Song aus den 70ern und der hat mehr Charme als das Ganze, was hier bisher geboten wurde.

„Rock My Boat“ begeht den gleichen Weg wie sein Vorgänger, auch wenn er etwas rockiger gehalten ist. Woher einige Leute bei dieser Band Parallelen zu AC/DC, Motörhead oder den Scorpions sehen, bleibt mir gänzlich verborgen. Aber zumindest den Motörhead Einfluss kann man dann im nächsten Song „On Fuel“ deutlich vernehmen. Man haut mal so richtig in die Saiten. Allerdings ist der Sound doch derart auf die Band abgestimmt, dass nie auch nur annähernd die Power der Kultband um Lemmy Kilmister aufkommt. Auch wenn sich hier Mathias Stadys Bassspiel ein wenig mehr durchsetzt. Sorry, da zieh ich mir deutlich lieber Skew Siskin rein.

„Slade Alive“ schafft es leider auch nicht, die gewünschte Wirkung zu entfalten. Es groovt zwar wie auch schon zuvor, aber irgendwie fehlt hier der Popotritt, den angesagte Band nun mal versprühen. „Ramblin Jack“ beginnt vielversprechend, gleitet dann aber schnell in das typische Tokyo Dragons Schema ab. Die Gitarren versprühen in den Soloparts einen gewissen Reiz, was aber leider für nen kompletten Song genommen zu wenig ist. Trotzdem einer der besseren Songs.

„Couldn`t I Just Tell You“ und „The Ballad Of Ballard“ bilden dann den Abschluss für dieses doch sehr mittelmäßige Album. Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass das Ganze von Kurt Bloch (Mudhoney, Nashville Pussy, Supersuckers, etc.) produziert und gemischt wurde.

Fazit: Wenn das tatsächlich eine der angesagtesten britischen Bands sein soll, dann müssen sie ein sehr, sehr, sehr viel stärkeres Debut abgeliefert haben. Falls dies nicht der Fall ist, würde ich ein Obelix Zitat heranführen und einfach auf Great Britain umformen: „Die spinnen, die Briten!“ Gut, dass es noch die alten Helden aus der Gegend gibt, denn sonst könnte man musikalisch gesehen das Radiergummi auspacken und die Insel wegretuschieren. Sorry, das Ganze dann auch noch mit einem Kindercover garniert und die Belanglosigkeit regiert.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen