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To/Die/For: Samsara

Interessantes Comeback mit Wiedererkennungswert
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 51:47
Release: 27.07.2012
Label: Massacre Records

Vor bereits sechs Jahren erschien mit „Wounds Wide Open“ das letzte Album der Gothic-Metaller To/Die/For. Danach ging man vier Jahre getrennte Wege, bevor die Band um Sänger Jape von Crow, der einzige, der von der Gründungsformation übrig geblieben ist, beschloss, einen zweiten Anlauf zu starten. Am 27. Juli 2012 ist es endlich so weit: „Samsara“ heißt die neue Scheibe und ist bereits das sechste Studioalbum der Finnen. Was erwartet der Hörer nun also von einem Comeback-Album einer Band wie To/Die/For, die bereits mit Größen wie In Flames und Dark Tranquillity auf Tour waren? Wer sie kennt, weiß, dass man sie nur schwer einem Genre zuordnen kann. Immer wieder fällt die Bezeichnung Gothic Metal, doch auch bei „Samsara“ fällt erneut auf, dass To/Die/For Einflüsse aus den Bereichen Power und Thrash Metal und sogar aus dem Hardrock haben. Beim Opener „Kissing The Flames“ sucht man zunächst sogar komplett nach einer Verbindung zur Gothic-Szene. Damit ist keinesfalls gemeint, dass es nicht gut beginnt, es kommt nur etwas unerwartet, wenn man mit einer „normalen“ Gothic-Metal-Band gerechnet hat. Stattdessen erinnern To/Die/For anfangs sogar erschreckend stark an ihre Landsleute von Amorphis, ohne jedoch ihre Individualität zu verlieren. Die „Hauptzutat“ für ihre Individualität ist sicherlich Jape von Crows Stimme, welche man eher mit Thrash Metal und teilweise Hardrock in Verbindung bringen würde. Das klingt anfangs etwas gewöhnungsbedürftig in Verbindung mit den Gothic-Melodien, die im Laufe des Albums immer mal wieder auftauchen, allgemein gibt es „Samsara“ jedoch das Spezielle.

Während man bei Opener noch vergeblich auf Gothic-Elemente wartet, findet man diese zum Beispiel bei dem sehr melancholisch getragenen Song „Damned Rapture“ auf Anhieb. Hier bieten To/Die/For einen soliden Track, der zwar sowohl vom Instrumentalen, als auch vom gesanglichen Teil stark an Hard Rock erinnert, jedoch entsteht durch den Synthesizerpart eine mysteriöse, psychische Stimmung, die sofort ins Ohr geht und überzeugt. Auf ähnliche Art überzeugen kann „Hail Of Bullets“, welches wohl auch als absoluter Höhepunkt der Scheibe gesehen werden kann.

Dass die Finnen auch in der Lage sind, mit Balladen zu überzeugen, beweisen sie zum Beispiel mit „Oblivion: Vision“. Es ist ein sehr getragener Song und hier hat man stellenweise schon das Gefühl, dass man eine andere Band hört. Ein weiteres ruhiges, aber dennoch gelungenes Lied ist „Folie À Deux“. Dieses ist definitiv radiotauglich, besonders durch die weibliche Gesangsunterstützung im Refrain. „Death Comes In March“ schlägt leider etwas aus der Reihe und ist als einziger Schwachpunkt von „Samsara“ anzusehen. Auch hier entsteht das Bild, dass eine komplett andere Band spielt, was besonders daran liegt, dass man das komplette Lied über nur Sänger Jape, begleitet von einer akustischen Gitarre, hört. Man hätte sicherlich etwas draus machen können, leider wirkt der Song eher langweilig.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass sich To/Die/For auf jeden Fall richtig entschieden haben, als sie 2010 beschlossen, eine Reunion zu feiern. Diese Band hat noch viel zu bieten und auch, wenn heute von den Gründungsmitgliedern nur noch der Sänger übrig geblieben ist, wirkt es, als hätte es diese vierjährige Pause nie gegeben. Vieles passt gut zusammen und man scheint reifer geworden zu sein, sowohl musikalisch als auch textlich. Dass man mit „Samsara“ jetzt ein Album hingelegt hat, womit man in der schwarzen Szene sofort durchschlägt, ist zu bezweifeln. Doch dafür erwartet den Hörer ein gelungenes und vielseitiges Album, welches sich nur schwer in ein einzelnes Genre einreihen lässt. Besonders durch Jape von Crows Stimme und die teilweise extremen Gitarrenriffs klingt dieser Mix unglaublich interessant und hat definitiv Wiedererkennungswert. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass man nicht wieder sechs Jahre auf ein neues Album warten muss.

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