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To The Rats And Wolves: Dethroned

Solides Album ohne wirklichen Kracher
Wertung: 6,5/10
Genre: Metalcore/Trancecore
Spielzeit: 46:10
Release: 02.09.2016
Label: Arising Empire

Gerade mal ein gutes Jahr nach ihrem in Eigenregie entstandenen Debüt „Neverland“ schieben die Essener To the Rats And Wolves das nächste Album „Dethroned“ nach. Damals wie heute zeigt sich für die Produktion der Scheibe Daniel Haniß von Eskimo Callboy zuständig, eine Tatsache, die nicht unbedingt als Qualitätsmerkmal angesehen werden muss, aber immerhin schon eine Richtung erahnen lässt, wohin die Reise bei den angebotenen elf Titeln geht.

Tatsächlich widmet sich der Sechser, wie auch die selbstbenannten indigenen Frauenverwöhner, dem Metal- und Trancecore, was ihnen bei ihrem Debütalbum gleich ein paar Minuspunkte wegen der Ähnlichkeit zum „Großen Bruder“ brachte. Und selbst wenn sich die Essener in puncto Texten doch etwas unterscheiden, findet man auch hier Ähnlichkeiten bei den Titeln. Allerdings gehen diese nicht in den Bereich, dass man Plagiatsvorwürfe machen müsste, sondern man hält sich eher an die bekannten Erfolgsrezepte anderer Bands: gut laufende Singalongs, Breakdowns, elektronischen Einflüsse, härtere Metalriffs und nicht zuletzt melodische cleane Passagen. Das Ganze wechselt von Track zu Track immer mal wieder in verschiedenen Intensitäten, so kommen in „Knights Of Decay“ die elektronischen Elemente stärker zum Vorschein, währenddessen „The Game“ mit seiner Eingängigkeit auch bei einem breiten Publikum punkten dürfte. Insgesamt sind alle Titel leicht verdaulich und durchaus tanzbar, leider entgleitet man damit ebenso oft in die Belanglosigkeit und schiebt den Wiedererkennungswert gen Null.

Damit wird es auch unglaublich schwer, einzelne Titel herauszupicken, einzig der Opener „Riot“ und „Anti-Heroes“ können sich etwas vom Rest absetzen. Gerade der Einstiegssongs haut gleich rein und kann mit seiner Klampfenarbeit überzeugen. Währenddessen „Anti-Heroes“ auf der Hälfte der Scheibe einen gelungenen Zwischenspurt bietet, bei dem vor allem das Gesangs-Doppel von Dixi Wu und Nico Sallach bestens funktioniert.

In „Love At First Bite“ darf man stellenweise gar eine gewisse Giftigkeit wahrnehmen, die man sich nicht nur stärker ausgebaut, sondern eben auch häufiger wünscht. Stattdessen sucht man die gesamte Spieldauer nach dem ultimativen Kick, nach einem heftigen Ritt durch die Trancecore-Gefilde oder kurzgesagt nach einem Kracher, der „Dethroned“ aus dem Durchschnitt herauskatapultiert. Das Ganze klingt leider sehr zahm und statt eines derb dröhnenden Presslufthammers packen To The Rats And Wolves meist nur das Spielzeughämmerchen aus. Bedauerlich ist dies insbesondere, da die Band live durchaus mit ihrer Energie abholt, diese aber im Studio irgendwie abhandengekommen scheint.

Verreißen brauch man das Album allerdings mitnichten. Der Sound ist druckvoll und bei keinem der Titel fühlt man sich wirklich genötigt die Skip-Taste zu betätigen. Zudem ist das Ganze handwerklich gut umgesetzt und verfügt über genug Drive, um den Hörer die Dreiviertelstunde an den Boxen und bei guter Laune zu halten. Selbst wenn „Dethroned“ als Album kein Überflieger ist und man den ultimativen Kracher vergeblich sucht, wirkt es doch kompakt. Wer für ein paar Minuten dem Alltag entfliehen möchte und sich ausreichend partywillig zeigt, ist mit dem Album bestens bedient. Besonders Fans von Eskimo Callboy oder We Butter The Bread With Butter dürften der Scheibe recht zugetan sein.

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