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To The Rats And Wolves: Cheap Love

Boy-Band meets Metalcore
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 40:25
Release: 22.02.2019
Label: Arising Empire

Fast drei Jahre ist es mittlerweile wieder her, dass die Herren von To The Rats And Wolves ihren letzten Output „Dethroned“ vorstellten. Und so sehr man auch sein Oberstübchen bemüht, einzelne Titel des Albums wollen einem partout nicht mehr einfallen. Klingt jetzt nicht besonders vorteilhaft, aber immerhin ist einem der Metalcore-Sechser auch nicht gerade in negativer Erinnerung. Nun bringen die Herren aus Essen mit „Cheap Love“ ihr nunmehr drittes Werk an den Start, an dem sie nach eigenen Angaben eineinhalb Jahre gearbeitet haben.

Reichlich Unternehmungsgeist also, der in die elf Titel geflossen ist. Ob sich das Ganze gelohnt hat, gilt es auf vierzig Minuten zu ergründen; zumindest das Cover frisst sich mit seinem Pink direkt mal in die Augäpfel und wird damit auch etwas länger im Gedächtnis haften bleiben. Ähnlich geht es einem mit dem Opener und titelgebenden Song, der nach eingängigen ersten Sekunden schnell von deftigem Metalcore abgelöst wird und eigentlich den Rest des Titels genau zwischen diesen beiden Ebenen hin- und herpendelt. Zwar ist „Cheap Love“ somit nicht direkt der totale Überflieger, aber das Album lässt sich zumindest schon mal gut an.

Damit hat sich es allerdings auch schon, was beim nachfolgenden „Therapy“ herüberrieselt, lässt lediglich Fragezeichen vor dem geistigen Auge tanzen. Fast hat man das Gefühl, als würde es sich um eine andere Band handeln, aber was das Sextett an Lieblichkeit in die Ohren des Hörers spült, ist tatsächlich nahe der Schmerzgrenze. Und genau dieser Punkt bleibt leider über weite Strecken der Scheibe erhalten, sei es „All The Things“ oder das bereits ausgekoppelte „Cure“; oft verlieren sich die Essener in poppigen Klängen, welche einfach mal beliebig und austauschbar klingen. Auch das von Gastsänger Trevor Wentworth unterstützte „True“ kann letztendlich nicht so wirklich zünden, unterm Strich klingt es eher nach einem flauschigen Plüschteddy, denn nach einem Metalcore/Trancecore-Monster. Zwar sind auch hier kurze, heftigere Attacken eingestreut, welche allerdings eher wie ein Alibi wirken und daher nicht als authentisch zu beschreiben sind.

Zum Glück kann man auf „Cheap Love“ noch ein paar Titel finden, die über etwas mehr Biss verfügen. So verfügt „Never Stop“ über mehr Kraft, bindet zugleich eingängige Singalongs mit ein und rundet das Ganze mit hymnischen Anklängen ab. Auch „B.I.C.“ kann gen Ende noch aus dem Tiefschlaf reißen und zeigt deutlich, dass in To The Rats And Wolves mehr als nur Boy-Band meets Metalcore-Potenzial steckt. „Look What You Made Us Do“ lässt dagegen neue Facetten zu und darf mit seinem Rap-Touch zumindest als interessant gewertet werden.

Dennoch bleibt man am Ende der Scheibe ratlos vor dem Silberling sitzen, zwar möchte man dem Sextett durchaus eine Weiterentwicklung bescheinigen und die Vergleiche mit anderen Bands dürften ebenfalls der Vergangenheit angehören, trotzdem überzeugt „Cheap Love“ nicht wirklich. Mag sein, dass sich hier die Geschmäcker einfach trennen, der Schleier der Austauschbarkeit liegt allerdings wie angestemmt über dem Album. Dieser fast schon penetrante Versuch hin zur Eingängigkeit stört letztendlich doch zu sehr. Schade, eigentlich hatte man sich doch etwas mehr erhofft.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann