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Titus Tommy Gunn: La Peneratica Svavolya

Acid Drinkers-Fronter auf Solopfaden
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 42:03
Release: 19.04.2010
Label: Mystic Production/Soulfood

1986: Tomasz „Titus“ Pukacki gründet, zusammen mit Robert Friedrich, die Acid Drinkers, die sich im Laufe ihrer Karriere zu einer der wichtigsten und erfolgsreichsten polnischen Thrash/Heavy-Bands mausern und mit Größen wie Deep Purple, Megadeth und Slayer die Bühnen teilen. 24 Jahre und 13 Alben später will es Sänger und Bassist Titus auch im Alleingang wissen und startet unter dem Namen Titus Tommy Gunn eine Solokarriere. Sein Debüt „La Peneratica Svavolya“ erscheint im April 2010 und beinhaltet seine Vision von klassischem Heavy Metal, verbunden mit einer guten Portion Humor, die sich in Songtiteln wie „The Bitch Is (Still) Dead“, „Vein Calls: Eat!“, „One Scotch Please“ oder „Grand+Snow+Gorilla“ äußert.

Nach kurzem Lallgesangsintro gehen Titus und seine zwei Mitstreiter an Gitarre und Schlagzeug dann auch direkt in die Vollen. Fett produzierte Klänge dröhnen durch die Boxen und zeigen, dass die Behauptung „If Lemmy ever decides to go solo – this will just sound like Tommy Gun“ nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. Die echte heisere Motörhead-Röhre hat Herr Pukacki natürlich nicht anzubieten, dafür aber einen Bass vorm Bauch und selbstverständlich bratenden Sound.

Dass es auf „La Peneratica Svavolya“ nicht sonderlich innovativ zugeht, versteht sich vermutlich von selbst. Es wird hauptsächlich geholzt was das Zeug hält, Titus hustet seine Lyrics ins Mikrofon und natürlich bekommt auch Gitarrist Lemmy (ja...) ausreichend Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Irgendwie ist also alles wie man es nun einmal von Heavy-Metal-Alben erwartet und insofern durchaus zufriedenstellend. Einige Details fallen dann aber doch ins Auge, beziehungsweise stoßen leicht sauer auf.

Zum einen liefert der Herr des Hauses keineswegs über die gesamte Albenlänge Glanzleistungen am Mikro ab. Solange er mehr spricht als singt, hämisch lacht oder überdreht krächzt, geht sein Gesang durchaus in Ordnung und klingt wahlweise mehr nach Lemmy, Ozzy oder beiden; stellenweise müht er sich in melodischeren Teilen aber hörbar ab, um die richtigen Töne zu erreichen und zu treffen. Hin und wieder klingt die Bad Boy- Stimme außerdem schlicht übertrieben und fast zwanghaft diabolisch. Positiv fällt dagegen der immer mal wieder aufblitzende Humor auf: beispielsweise im Mittelteil von „Vein Calls: Eat!“, wo Titus mit sich selbst das „Knock knock – Who's there?“-Spiel spielt.

Ein weiterer Punkt der zumindest mir nach einiger Zeit schwer auf die Nerven geht sind Lemmys Gitarrensoli: Zum einen hat der Gute einen absolut gniedeligen, leicht nöligen Sound zu seinem Favoriten erkoren, zum anderen jodelt er auch entsprechend drauflos – und das auch noch in so gut wie jedem Song. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen, aber vermutlich gehört das Gitarrensolo auch für Titus zum Metalsong dazu wie die Warze zu Lemmy (der andere!).

Den Eindruck einer soliden, kraftvollen Platte mit einigen guten und gelungenen Ideen und Songs können die kleinen Mankos aber insgesamt nicht wirklich trüben. Wer nach einer ordentlichen Druckluftinjektion für den Hörkanal sucht ist mit Titus Tommy Gunns Solodebüt sicherlich zufriedenstellend bedient.

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