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Tiny Moving Parts: Swell

Eine solide Leistung mit einer Handvoll Highlights
Wertung: 7,5/10
Genre: Pop Punk, Alternative Rock, Emo
Spielzeit: 31:58
Release: 26.01.2018
Label: Big Scary Monsters

Eine Band mit Familienbanden kann funktionieren, muss aber nicht automatisch – Blut ist zwar dicker als Wasser, aber berühmte Beispiele wie Max und Igor Cavalera oder das Brüder-Trio Chevelle haben in der Vergangenheit durchaus bewiesen, dass die gemeinsame DNA sich nicht immer durchsetzen kann. Bei Tiny Moving Parts hält die Kombination aus Brüdern und Cousins nun immerhin schon knackige zehn Jahre – Herzlichen Glückwunsch dabei, und gleich zum Jubiläum hat das amerikanische Trip auch die neue Scheibe „Swell“ auf den Markt geworfen, mit der einmal mehr die größtenteils recht optimistisch anmutende Mischung aus Alternative Rock, Pop Punk und Emo weitergeführt wird.

Tatsächlich kommen die meisten Songs auf „Swell“ entgegen des etwas makabren Artworks recht sonnig daher, Sänger und Gitarrist Dylan trägt einen ordentlichen Teil dazu bei, dass die Band gelegentlich nach Blink-182 oder The Fall Of Troy klingt; heraus kommen oftmals ohrwurmige Pop-Punk-Tracks wie „It’s Cold Tonight“, die zwar flott ins Ohr gehen, aber nicht sehr lange dort verweilen – was vor allem deswegen schade ist, weil gleichzeitig wahnsinnig spannende Tracks wie das deutlich dynamischere „Feel Alive“ mit seinem Doppelgesang aus vordergründigem Klargesang und in den Hintergrund gemischten Screams auf der Tracklist vertreten sind.

Dass Tiny Moving Parts auch mal haarscharf am Kitsch vorbeischrammen, zeigen sicherlich Songs wie das beinah klischeehaft mit perlendem Sound daherkommende „Malfunction“, das gerade im Refrain zunehmend dröger wird und auch mit der kurzen Klargesang-Einheit gegen Ende, die zwar von schönem Drumming abgelöst wird, nicht mehr groß punkten kann.

Mit „Warm Hand Splashing“ haben Tiny Moving Parts dann doch noch einen Track ans Ende der Platte gestellt, der zumindest rechtfertigt, wieso die Band immer wieder auch mit Post-Hardcore in Verbindung gebracht wird. Die leicht dissonanten Instrumentalspuren in Kombination mit der fast schon an der Grenze zur Hysterie balancierenden Schreierei zu Beginn drücken die Punkteskala doch noch mal ein bisschen nach oben; auch wenn die Herrschaften sich an dieser Stelle textlich weder besonders mit Ruhm bekleckern, noch sehr originell zeigen („You'll never mean much to anyone/
But you mean the world to me“).

Dabei hatte „Swell“ mit „Applause“ eigentlich recht knackig angefangen, kann die Spannung aber leider nicht auf der ganzen überschaubaren Distanz von einer knappen halben Stunde halten. Immer wieder ertappt man sich beim ungeduldigen Vorwärtsspulen oder Augenrollen, dabei bieten Tiny Moving Parts aber insgesamt einen ganz soliden Sound, der sich zumindest nicht schlechter hören lässt als der vieler Kollegen.

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