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Timor Et Tremor: My Oaken Chest

Nordische Düsternis aus Deutschland
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal, Pagan Metal
Spielzeit: 30:55
Release: 01.06.2009
Label: Eigenproduktion

Unter dem Begriff „Chattic Black/Pagan Metal“ kann man sich alles Mögliche vorstellen. Diesen Namen nämlich kreierten die Kasseler Timor Et Tremor, um den Stil ihrer Band zu beschreiben, die sich – wie der Name sagt – aus dem besten, was Black Metal und Pagan Metal zu bieten hat, ein leckeres Süppchen kocht.

Hervorgegangen ist die Gruppierung erst 2005 aus Restbeständen der Death Metaller Twilight Prophecies; weitere personelle Umstrukturierungen bewirkten, dass die Aufnahmen zum Erstlingswerk „The Winding Path“ sich bis 2007 verzögerten. Ihr neustes Baby „My Oaken Chest“ liegt nun vor und lässt fast keine Wünsche mehr offen.

Sechs Songs voller Boshaftigkeit, schnellen Riffs, interessanten und vor allem innovativen Vocals und eine fast schon dämonische Düsterheit, die man eigentlich sonst nur von hauptsächlich norwegischen Kollegen kennt, lässt anfängliche Zweifel schnell schwinden.

Schon der Opener „Tunrida“ zeigt, was den Hörer in dieser halbstündigen Achterbahnfahrt erwartet: Der Black Metal-Anteil überwiegt hier, die Gitarren sind rasant und der Gesang ultrafies; die Melodie erinnert an eine bösere Version von Amon Amarth. Besonders passend ist die Verbindung von Gekeife und tieferen Growls im Refrain, die einem fast schon Schauer über den Rücken jagt.

Trotz allem Gebrülle und Gekeife stehen die instrumentalen Klänge dem Gesang in nichts nach: Das treibende „Into Dusk“ beinhaltet beispielsweise einige sehr schöne Melodien, die sich zwar größtenteils im Hintergrund halten, aber trotzdem schon beim ersten Hören auffallen. Der skandinavische Einschlag – ob bloßes Kalkül oder Zufall steht hier erstmal nicht zur Debatte – wird vor allem beim folgenden „Varus“ deutlich: die Melodien versprühen eine Sehnsucht nach den nordischen Wäldern, die Growls lassen einen die Verzweiflung spüren, die man in dieser Einöde empfinden muss. Ungläubig muss ich mich daran erinnern, dass die Jungs aus Deutschland kommen, denn suizidaler hätten es auch die depressivsten Skandinavier nicht hinbekommen.

Paganlastig wird es bei „In My Oaken Chest“, das mit Akustikgitarren zu Anfang aufwartet, sich dann immer mehr hineinsteigert und schließlich mit bösem Gesang und einer düsteren, aber sehr coolen Melodie seinen Höhepunkt erreicht.

Man ist geneigt, sich die Band live anschauen zu wollen, was vorerst noch Zukunftsmusik bleiben wird. Da Timor Et Tremor zurzeit nur aus Sänger Hendrik, Drummer Jan und Marco, der für Synthesizer und Strings zuständig ist, besteht, gestaltet sich die Live-Performance als etwas difizil. Bleibt nur zu hoffen, dass die Drei bald durch zusätzliche Mitglieder ergänzt werden, damit sich ein Label findet, dass die Band, die mangels Unterstützung alles in Eigenregie produziert, endlich unter seine Fittiche nimmt.

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