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Timor Et Tremor: For Cold Shades

Timor Et Tremor sind ein wahrer Selbstläufer
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 44:09
Release: 29.07.2016
Label: Trollzorn Records

Vor fast genau zehn Jahren konnten sich die Kasseler Timor Et Tremor über sieben stabile Punkte für ihre Debütdemo „The Winding Path“ auf The-Pit.de freuen – herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum erst mal, mittlerweile steht mit „For Cold Shades“ auch endlich der Nachfolger zum 2012er Output „Upon Bleak Grey Fields“ in den Regalen. Alle Veröffentlichungen der Band konnten bisher durchweg überzeugen, entsprechend hoch sind also die Erwartungen an die aktuelle Platte, die bereits seit letztem Jahr über Trollzorn Records erhältlich ist.

Stilistisch dürften die Hessen ihre Nische mittlerweile gefunden haben, vom anfangs mit angeführten Pagan Metal hat man sich zunehmend losgesagt, schwarzmetallisch und zum Teil sehr atmosphärisch geht es auf den acht neuen Songs zu, dabei immer authentisch und ohne kitschiges Keyboard-Geschwurbel, von dem sich ja viele Black-Metal-Bands partout nicht distanzieren können oder wollen. Sänger Hendrik unterlegt das ganze Spektakel wahlweise mit souveränem Gekreische oder auch mal mit kellertiefem Gesang à la Type O Negative („Oath Of Life“).

Es ist schon immer wieder beeindruckend, was Timor Et Tremor so scheinbar aus dem pechschwarzen Ärmel schütteln. Da stehen Kracher wie „Fen Fire“, das mit seiner rasanten Gitarre und dem galoppierenden Schlagzeug tatsächlich ein bisschen nach Maschinengewehr klingt, neben absolut episch anmutenden Tracks wie „Alpha And Omega“, das vor allem mit seiner dramatischen Leadgitarre überzeugen kann, die im Mittelteil als Instrumentalstück erneut aufgegriffen wird und den Hörer mit dicker Gänsehaut überzieht.

Auch „Pale Faces“ bietet zum Finale hin nochmal all die Vorzüge, die Timor Et Tremor sich mittlerweile erarbeitet haben: Knackige Drums, effektvoll eingesetzte Dramatik bei den Gitarren, ordentliche Schreie, die zum Teil ein wenig in den Hintergrund gemischt wurden und so genug Raum für die granatenstarke Instrumentalfraktion lassen – die Hessen lassen sich auch am Ende der Platte nicht lumpen, auch der dunkle, klare Gesang wird erneut eingesetzt und setzt einen guten Kontrast zu dem ziemlich old schooligen Gekeife, das danach folgt.

Hymnisch, beinah ohne Schnörkel, aber zu keiner Sekunde langweilig: Das sind Timor Et Tremor 2017 und das waren sie erstaunlicherweise auch schon vor zehn Jahren. Die Produktion ist natürlich ein bisschen professioneller geworden, die Qualität hält die mittlerweile fünfköpfige Truppe scheinbar ohne Probleme. Mittlerweile wurde Burden Of Grief-Basser Florian mit ins düsterschwarze Boot geholt, sodass Gitarrist Marco sich voll auf ein Instrument konzentrieren kann – da dürfte doch sicher das ein oder andere Konzert auch im schwäbischen Raum drin sein…

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