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Tim Vantol: Basement Sessions

Maximale Stimmung mit minimalem Aufwand
Wertung: 9,5/10
Genre: Acoustic Rock/ Folkpunk
Spielzeit: 13:43
Release: 17.10.2014
Label: Uncle M Music

Tim Vantol dürfte hierzulande trotz Wahlheimat-Status noch nicht allzu bekannt sein. Menschen, die sich mit niederländischem Punk auskennen, könnten ihn eventuell von seiner halbjährigen Anstellung bei Antillectual kennen – mittlerweile begeistert der Holländer die (überschaubaren) Massen bereits seit einigen Jahren solo, indem er nur mit seiner Gitarre und Kratzstimme akustische Folk- und Punksongs fabriziert, die schließlich 2010 auf dem Debüt „Road Sweet Road“ gebannt wurden. Sein aktuelles Album „If We Go Down, We’ll Go Down Together“ zieht schon mehr Fans an – und als kleines Schmankerl hat der Mann sich nun im Keller eingeschlossen und in eremitischer Einsamkeit fünf seiner Songs neu eingespielt.

Vergleicht man die „Basement Sessions“-Tracks mit den Ursprungsversionen, fällt direkt angenehm auf, wie viel rauchiger Vantols Stimme auf den neuen Songs klingt. Reduziert bis zum absoluten Kern des Songs, greifen die Tracks tiefer und direkter als gewöhnlich und verbreiten eine etwas weniger optimistische Atmosphäre. Dank dieser Stimmung eignet sich die EP aber zu diversen Anlässen – gemütlich ein Bier trinkend auf dem Balkon (ja, das geht auch im Winter!), für gemütliche Stunden zu zweit (oder alleine) und sicherlich taugen die Tracks auch gut als Livefutter.

Schon der Opener „Apologies, I Have Some“ besticht durch eine frische und ehrliche Machart, Vantols raue Stimme kippt des Öfteren ein wenig über, was aber dem Stück nur zusätzlichen Charme verleiht. Überhaupt wird es hier mit jedem Durchlauf zunehmend schwieriger, Anspieltipps zu finden – die komplette EP ist von vorne bis hinten wunderbar nackt, lässt viel Raum für Gänsehaut und überzeugt mit ehrlichen Texten.

Etwas dynamischer geht Tim Vantol bei „Hands Full Of Dust“ zu Werke, das mit einer beschwingten Gitarre untermalt ist, und den Meister in bester Spiellaune zeigt und auch eine Spur zorniger daherkommt. Und letztlich weiß natürlich auch „Bitter Morning Taste“ zu überzeugen, in dieser Version sogar wesentlich mehr als im Original.

Dem kann man kaum etwas hinzufügen. „Basement Sessions“ ist ein kleines, aber überaus feines Scheibchen geworden, das man sich wirklich immer und immer wieder anhören kann. Mutterseelenallein schafft der Niederländer das, was manche Bands zu fünft oder sechst nicht auf die Reihe bekommen: Er schafft mit minimalen Mitteln maximale Atmosphäre. Da kann man sich doch tatsächlich dazu hinreißen lassen, sich die zugegebenermaßen recht handliche Komplettdiskografie des Musikers zuzulegen...

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