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Tim "Ripper" Owens: Play My Game

Wie war das noch mit den vielen Köchen?
Wertung: 6/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 53:01
Release: 15.05.2009
Label: Steamhammer/SPV

Eine Einleitung im üblichen Sinne ist hier wohl überflüssig, denn es wird sicherlich jeder wissen, wer Tim „Ripper“ Owens ist und vor allem, wie seine Karriere bisher verlief. „Play My Game“ ist also das erste Soloalbum des Ausnahmesängers. Für dieses bat der Ripper viele seiner Kollegen ins Studio, um ihm als Musiker oder gar als Songwriter zur Seite zu stehen. Daher sollen an dieser Stelle einige Bands genannt werden, deren (teilweise ehemalige) Mitglieder auf die ein oder andere Weise auf dieser Veröffentlichung mitgewirkt haben: Megadeth, Whitesnake, Savatage, Beyond Fear, Whitesnake, Billy Idol, Nevermore, Dio, Black Sabbath, AC/DC, Korn und Ozzy Osbourne, um nur einige zu nennen. Eine ganz besondere Angelegenheit also...

...sollte man zumindest meinen, aber ganz findige Adleraugen haben natürlich schon längst die Bewertung erspäht und erkannt, dass bei „Play My Game“ so einiges im Argen liegt. Dabei fängt die Platte mit „Starting Over“ so vielversprechend an. Anstatt einen schnellen Kracher an den Beginn zu packen, entschied sich Owens, einen leicht melancholischen Hard Rock-Song in bester Dio-Tradition als Einstieg zu wählen. Hier zeigt er, wie auch auf den anderen Tracks, seine Wurzeln, die klar im Metal und Rock der 80er Jahre liegen. Garniert wird das Ganze noch mit einer unwiderstehlichen Hookline, die „Starting Over“ zu einem kleinen Hit macht.

Aber nun wird es leider kontinuierlich schwächer, was ich keinesfalls den mitwirkenden Musikern ankreiden möchte, deren Fähigkeiten über jeden Zweifel erhaben sind (und damit ist auch die Stimme von Owens gemeint). Nein, das Problem liegt ganz klar im Songwriting, was auch weiterhin nicht die Stärke des Rippers zu sein scheint, selbst wenn ihm Männer wie Chris Caffery oder Bob Kulick (u.a. Kiss und Meat Loaf) dabei unter die Arme greifen. „Believe“ zum Beispiel baut auf einer völlig unspektakulären Melodie auf, was dem Song von Anfang an keine Chance gibt.

„The Cover Up“ ist einer der schnelleren Songs und auch einer der besseren, was vor allem an der Gitarrenarbeit von Jeff Lomis (Nevermore) liegt, der einen unerschöpflichen Fundus an Weltklasse-Soli im Kopf zu haben scheint. Ebenfalls im oberen Bereich anzusiedeln sind der sehr von Judas Priest beeinflusste Rocker „Death Race“ und „Pick Yourself Up“, welches neben dem Opener wohl der größte Ohrwurm auf „Play My Game“ ist. Da mir die Texte nicht vorliegen, kann ich nur vermuten, dass „Pick Yourself Up“ (wie auch „No Good Goodbyes“) etwas Vergangenheitsbewältigung für Tim Owens darstellt, da er ja gerade bei Iced Earth keine besonders faire Behandlung erfuhr. Namen nennt er übrigens keine.

Klingt doch bisher gar nicht übel, nicht wahr?! Warum es dennoch so wenige Punkte gibt, wird jedoch schnell deutlich. „Play My Game“ ist von vorne bis hinten ein Tribut an die musikalischen Helden des Sängers, jedoch fehlt ihm einfach das Händchen für die Art von packenden Songs, die sich seine Vorbilder schon zu Dutzenden aus den Ärmeln geschüttelt haben. Häufig rauscht das Songmaterial ohne Zwischenstopp im Gehirn direkt in die Vergessenheit, weil es einfach an Ideen und Frische mangelt. Von daher erübrigt es sich auch, einzelne Titel zu nennen, da sich fast alle Lieder am selben (gemäßigten) Tempo bewegen und es kaum Auflockerung in Form von schnelleren oder balladesken Tönen gibt.

Fazit: Schade, da war deutlich mehr drin! Tim „Ripper“ Owens sieht Black Sabbath (mit Dio) und Judas Priest als die größten Einflüsse für „Play My Game“ an, was sicherlich zutreffend ist. Leider ist ihm auf seinem Solodebüt gerade mal ein richtig guter Song („Starting Over“) gelungen, welcher das Album, neben vereinzelten guten Momenten seiner vielen Gäste, noch in den grünen Bereich rettet. Eine Kaufempfehlung kann ich aber nicht aussprechen.

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