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Tiger Army: Retrofuture

Pflichtprogramm für Rockabilly-Fans
Wertung: 8,5/10
Genre: Rock 'n' Roll / Punk / Psychobilly
Spielzeit: 35:47
Release: 13.09.2019
Label: Rise Records

Mittlerweile sind sage und schreibe dreiundzwanzig Jahre seit der Gründung von Tiger Army vergangen, ausreichend Zeit, um dem Geheimtipp-Status deutlich entwachsen zu sein. Natürlich bleibt man im Genre Psychobilly irgendwie immer etwas Underdog, allerdings konnten die Amis spätestens bei der Tour mit den Broilers durchaus beweisen, dass sie auch größeren Bühnen gewachsen sind.

Veröffentlichungstechnisch ist der Dreier bislang eher als zurückhaltend einzustufen, so ist „Retrofuture“ erst das sechste Album, welches – wie bei den letzten Alben schon – mit einem Prélude startet. Genau dies ist auch das richtige Appetithäppchen zum Einstieg, denn ähnlich wie sich dieses Stück entfaltet, zeigt sich auch das gesamte Album. Tiger Army präsentieren sich auf ihrem neuesten Werk unglaublich facettenreich und gehen weit über das zu Erwartende hinaus. Nach dem fluffigen „Beyond The Veil“ lädt der Dreier mit „Last Ride“ direkt zum ersten Ritt ein – Surf-Gitarre und kurze Akkorde inklusive; da möchte man sofort aufspringen oder wahlweise eine flotte Sohle riskieren. In eine ähnliche Richtung schlagen „Night Flower“ und „Valentina“, die mit einem gewissen Südseecharme aufwarten. Dabei wartet letzterer Titel mit einem beschaulichen, romantischen Flair auf, der zwar sicher nicht jedermanns Geschmack treffen wird, dafür aber dem Album einen weiteren Farbtupfer hinzufügt. „Night Flower“ möchte man hingegen als einen der schwächsten Songs einstufen.

Allerdings kann man neben dem eben benannten Track kaum noch Schwachpunkte auf „Retrofuture“ ausmachen, stattdessen schaffen die Amis besonders im Mittelteil ein wahres Feuerwerk an Rock’n’Roll-Stampfern. Da liefert schon „The Past Will Always Be“ einen feinen Groove und die immer wieder eingrätschende Gitarre tut ihr Übriges, um dem Album noch mehr Wind zu geben. Bei der nachfolgenden Midtempo-Nummer „Devil That You Don't Know“ schiebt sich dann endgültig ein erhöhter Rock’n’Roll-Faktor auf die Scheibe, eine gewisse Spleenigkeit lässt das Ganze nicht so gelackt daherkommen und die Tempoverschiebungen, wie auch der fette Schlusspunkt, bringen einfach mal ein musikalisch gutes Gesamtbild hervor. Und wenn man schon bei Attributen wie „fett“ oder „Speed“ ist, darf natürlich „Death Card“ nicht fehlen. Hier liefern Tiger Army eine amtliche Rock-Nummer, die mit ihrem Gitarren-lastigeren Sound anständig ins Gebein zieht. Der Live-Abriss dürfte hier genauso vorprogrammiert sein wie bei „Eyes Of The Night“, welches einem förmlich die Frage „wollt ihr noch mehr Rock’n’Roll?“ entgegenbrüllt und gleich noch die passende Antwort liefert.

Zum Abrunden geben Tiger Army mit „Sundown“ noch eine astreine Psychobilly-Nummer obendrauf, die geschmeidig und etwas lasziv die Ohren küsst. Auch das in Spanisch gesungene und mit lateinamerikanischen Klängen angereicherte „Mi Amor La Luna“, welches sehnsuchtsvoll aus den Boxen dringt, kann einen weiteren Pluspunkt in puncto Abwechslung schaffen. So findet man letztendlich keinen Grund, warum „Retrofuture“ nicht den Weg ins CD-Regal finden soll; ganz im Gegenteil, eigentlich sollte dieses Album für Psychobilly- und Rock’n’Roll-Fans zum absoluten Pflichtprogramm gehören.

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