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Tiebreaker: We Come From The Mountains

Eine gehörige Prise Nostalgie
Wertung: 7/10
Genre: Classic Rock
Spielzeit: 41:23
Release: 06.11.2015
Label: Karisma Records

Tiebreaker sind eine dieser Bands, die den Classic-Rock-Sound der 70er von Kindesbeinen an aufgesogen zu haben scheinen. Anders ist der Sound der Norweger (ja, die Jungs kommen ihrem Sound zum Trotz tatsächlich nicht aus der USA oder Großbritannien) nicht zu erklären. Denn das, was das Quintett hier auf CD presst, unterscheidet sich von Led Zeppelin und anderen Genre-Ikonen vordergründig durch das Releasedatum.

Das soll allerdings nicht heißen, dass die Platte schlecht wäre. Ganz im Gegenteil, nachdem sich die Norweger mit „Early Morning Love Affair“ eingegroovt haben, gibt es auf „We Come From The Mountains“ erst einmal solide Handwerkskunst zu hören. In der ersten Hälfte der Platte sticht dabei besonders „The Getaway“ heraus, das nach der Ballade „Homebound Pt. 1“ mit starken Instrumentalparts zu überzeugen weiß.

Lässt man sich auf die Musik ein, hat einen das Flair der Platte spätestens zu diesem Zeitpunkt eingefangen – allein die „Nanana“-Passage auf dem folgenden „Where Can Love Go Wrong“ hätte nun wirklich nicht sein müssen. Mit ihrer Retro-Gitarrenarbeit und dem leicht rauchigen Organ von Frontmann Thomas Espeland Karlsen hat das Quintett genug in der Hand, um derlei Gedudel zu umgehen.

Das beweist dann auch der folgende Track „El Mucho Supreme“, der mit einem gehörigen Led Zeppelin-Einschlag daherkommt, zum Ende hin noch ein nettes Gitarrensolo zu bieten hat und eines der Highlights des Albums darstellt. Die restlichen drei Nummern fallen dann jedoch im Vergleich etwas ab, denn zum einen wird die Instrumentalisierung eintöniger und zum anderen steigt der Kitschfaktor, was die Gesamtpunktzahl dann schlussendlich noch etwas nach unten drückt. Gerettet werden die Norweger hier jedoch von ihrem stark performenden Sänger.

Will man Tiebreaker mögen, muss man auf Classic Rock stehen und sich auch mit der einen oder anderen schnulzigen Ballade anfreunden können. Für Genrefreunde sollte die Debütscheibe der Norweger ein gefundenes Fressen sein, handwerklich weiß die Band nämlich rundum zu überzeugen. Neuerungen finden sich im Sound allerdings so gut wie keine, Tiebreaker replizieren mehr, als dass sie selbst etwas bahnbrechend Neues erschaffen – das ist okay, immerhin macht die Band einen guten Job – irgendwie scheint man den Großteil der Songs aber schon einmal gehört zu haben und wenn man nicht explizit auf die Musik steht, darf man diese Veröffentlichung im Grunde auch getrost übergehen.

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