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Tiebreaker: Death Tunes

Weiterentwicklung mit Rückschritten
Wertung: 6,5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 44:39
Release: 21.10.2016
Label: Karisma Records

Gerade mal ein Jahr nach ihrem Debüt „We Come From The Mountains“ sind Tiebreaker mit einem neuen Album zurück. Der Zweitling der Norweger hört auf den Namen „Death Tunes“ und kann in vielerlei Hinsicht an den grundsoliden Vorgänger anknüpfen, beziehungsweise darauf aufbauen. Der ganz große Wurf ist die Scheibe dennoch noch nicht, aber der Reihe nach:

Während „We Come From The Mountains“ vor allem mit direktem Retro-Flair überzeugen konnte, stellt das Quintett auf der neuen Platte ordentliche Fortschritte im Songwriting unter Beweis, wobei nicht wenige der Retro-Elemente durch etwas verschachteltere, progressive Strukturen ersetzt werden. Der Großteil der Tracks steckt überdies voller durchdachter Fills, Breaks und netten Solopassagen.

Die Fortschritte im Songwriting zeigen sich schon beim Opener „Hell“, der sich kontinuierlich eingroovt, mit perfekter Abstimmung zwischen rockender Saitenfraktion und treibenden Drums überzeugt und auch dynamisch ein paar kleine Überraschungen in petto hat. So kann es gerne weiter gehen, denkt man sich da als Hörer – das Problem nur: tut es leider nicht.

Stattdessen folgt ein ständiges Auf und Ab zwischen starken Nummern, die an den leicht progressiv (Vorsicht, inflationäre Verwendung) angehauchten Groove des Openers anknüpfen, und relativ überflüssigen Nummern, die bis auf die bereits zuvor angesprochenen Fills, Breaks und hier und da einer filigranen Bridge nicht viel zu bieten haben. Zu ersteren Songs zählen neben „Hell“ vor allem „Commando“, „Anywhere But Here“ und „Killer“, zu letzteren „Pan American Grindstone“, „Building Up To Die“, und der mit über zehn Minuten überraschend lange Schlusstrack „Heavy Lifting“, der zwar mit einigen netten Aspekten aufwarten, die lange Spielzeit allerdings bei Weitem nicht rechtfertigen kann.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft Frontröhre Thomas E. Karlsen. Während dieser auf dem Erstling der Band mit rauchigem Flair noch gut zum Tragen kam und diverse Songs veredelte, geht ihm dieser Charme auf der neuen Platte größtenteils ab (siehe „Bilding Up To Die“). Woran das liegt? Schwer zu sagen, alt geworden sein kann er nicht – ein gutes Jahr Abstand zwischen zwei Alben ist so lange ja nun nicht. Wahrscheinlicher ist wohl ein Mix aus bestenfalls durchschnittlicher Form während des Recording-Prozesses und weniger Freiheiten in den hörbar strenger organisierten Arrangements. Kurz gesagt, die straighte Retro-Schiene stand ihm besser zu Gesicht.

Aller Kritik zum Trotz ist „Death Tunes“ kein durchweg schlechtes Album geworden. Den Arrangements kann man in Teilen eine deutliche Weiterentwicklung anmerken, der eine oder andere Lückenfüller wird mit der kurzen Zeit zwischen Debüt und Zweitwerk zu entschuldigen sein, und schlussendlich gehen auch die schwächeren Nummern noch gut ins Ohr. Gerade der vergleichsweise schwache Gesang wertet einige der Songs allerdings deutlich ab und mit einer soliden Anzahl an austauschbaren Ausfällen kann man Tiebreaker hier im Besten Fall ein „auf der Stelle treten“ attestieren. Bleibt zu hoffen, dass die Skandinavier auf den guten Aspekten aufbauen und beim Drittwerk ein qualitativ stabilerer Durchbruch gelingt – das Potential dafür scheint die Band allemal zu haben.

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