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TIDES!: I'm Not Afraid Of The Dark

TIDES! knüpfen problemlos an den Vorgänger an
Wertung: 9/10
Genre: Punkrock
Spielzeit: 22:21
Release: 20.03.2020
Label: Midsummer Records

Eine kurze Hommage an die einstmals mitreißenden Limp Bizkit, gleichzeitig ein kurzer Arschtritt für Drummer „Elmer“, und schon legen TIDES! mit „My Summer of The Year“ los – so startet die neue Scheibe „I‘m Not Afraid Of The Dark“, der Nachfolger zur genialen Full-Length-Debütscheibe „Celebrating A Mess“, die mittlerweile auch schon ziemlich genau drei Jahre auf dem Buckel hat. Unfassbar mitreißend haben die Saarländer sich damals präsentiert, da liegt die Latte natürlich hoch. Die Erwartungen sind gesteckt, die Platte aufgelegt, mit Fred Durst im Hinterkopf und Sonne im Herzen kann es dann losgehen.

Die Punkrocker gibt es zwar diesmal nur auf EP-Länge, aber auch da brennt das Quartett ein wahres Feuerwerk der guten Laune ab, feiert sich dann auch schon mal selber wie im Finale von „Street Light Harmony“ und baut ein endlos scheinendes, aber zu keiner Sekunde langweiliges, sondern viel mehr beschwingt wirkendes Gitarrensolo in das absolut mitreißende „Family Dinner At 6“ ein, sodass man sich den Song verwundert gleich noch ein zweites Mal anhören muss.

Bei dem sonnigen Gemüt, das die Songs der Band sonst innehaben, fällt das finale „Icarus“ mit seinem offensichtlichen Zorn dann richtig aus dem Rahmen; endlich kommt hier auch der EP-Titel zum Tragen, wenn auch nur als Textstück, das aber mit so viel Power, dass die berühmt-berüchtigte Gänsehaut sich wieder meldet. Hier wie auch auf dem Rest der Platte wird Fronter und Gitarrist Thomas mit den Vocals nicht alleine gelassen, sondern erfährt starke Backing-Unterstützung von seinen drei Bandkollegen – nicht, dass der Mann das nötig gehabt hätte, dafür gerät das gemeinsam gesungene Song- und damit das EP-Ende – aber doppelt und dreifach genial.

Wenn man einen Punkt finden wollte, über den man meckern kann, dann vielleicht den, dass TIDES! fast ein bisschen zu sehr auf die Tube drücken, was bei einer EP-Länge von gerade mal etwas über 20 Minuten darin resultiert, dass man am Ende ist bevor man sich überhaupt an das Tempo gewöhnen konnte. Dem Spaß und der zu jeder Sekunde hörbaren Spielfreude tut das aber keinen Abbruch – Fans der Band und Freunde von US-Punkrockbands wie den schon im letzten Review angemerkten Blink-182 oder auch den älteren Good Charlotte (die gerade auch bei „Street Light Harmony“ ein Einfluss gewesen sein dürften) werden hier genauso ihre Freude haben wie alle, die einfach mal wieder eine Platte zum Spaß haben suchen. Und genau das hat man mit „I‘m Not Afraid Of The Dark“: Einen perfekten One-Night-Stand, mit dem man sich durchaus was Längerfristiges vorstellen kann. Dabei kommt die EP nicht ganz so elegant rüber wie ihr Vorgänger (statt dunkelblauem Vinyl gibt es eine samtig-honigfarbene Platte), aber sind wir mal ehrlich: Wen interessieren bei diesem Sound schon die Äußerlichkeiten?!

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