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TIDES!: Celebrating A Mess

Eine Platte für jede Gelegenheit
Wertung: 9/10
Genre: Punkrock
Spielzeit: 31:56
Release: 14.04.2017
Label: Midsummer Records

Schön, wenn sich eine Platte schon beim Kaufen so anfühlt, als würde alles zusammenpassen. Außen eine Hülle aus grauem Karton mit dem sich schwarz abhebenden simplen, aber schönen Coverbild, oben und unten dezent in schwarz Bandname und Albumtitel, innen ein schönes Inlay mit Bildern von diversen Touren (ebenfalls in schwarz-weiß) und im Kern dann mitternachtsblaues Vinyl als Kontrast. Da legt man die aktuelle Scheibe der Punkrocker TIDES! doch nochmal ein bisschen lieber auf – und versteht einmal mehr, warum CDs zwar nicht unpraktisch sind, Schallplatten aber doch irgendwie den größeren ästhetischen Reiz mitbringen.

Ein wunderbarer erster Eindruck also, denn die Saarbrückener hier abliefern, zudem handelt es sich mit „Celebrating A Mess“ um das Debütalbum des Vierer, das bereits im April bei den großartigen Midsummer Records erschienen ist. US-Punkrock wird hier gespielt, allerdings ohne sehr poppig zu wirken, man orientiert sich laut eigener Aussage an Idolen wie Hot Water Music und eines haben die Jungs schon mal mit den Amis gemeinsam: Beide Bands haben jeweils Sänger mit einer recht einprägsamen Stimmfärbung. Heiser und ein bisschen angestrengt kommt TIDES!-Sänger Thomas durch die Boxen, unterstützt durch Backing Vocals seiner drei Kollegen – gerade auch in den Gangshouts wie bei „OKLand“ ergibt das ein rundes Bild. Da kann man sich Gänsehaut gleich auf die Stirn tätowieren lassen.

Überhaupt rollt sich selbige gleich beim Intro die Arme und Beine hoch – nicht nur der Titel „Intro 9000 (We Won’t Make It Through The Night)“ verheißt mehr als ein bloßes Intro, auch die großartige, düstere Gitarrenspur gleich zu Beginn kann Punkte einfahren, zumal es sich nicht nur um ein Instrumentalstück handelt, sondern Thomas dann noch mit seiner tiefen Stimme einsetzt; da kribbeln sogar die Ohren und TIDES! haben damit als eine der wenigen Band das Kunststück geschafft, gleich mit dem Intro einen Anspieltipp abzuliefern.

Mit „Dear Kristina, Stop Fucking With My Mind“ schaffen TIDES! einen astreinen Punkrock-Lovesong, “Stay Warm Pt. II” legt dann mit unheilvollen Gitarren nach, kommt von der Stimmung her Gott sei Dank eher nach Rise Against und weniger nach Blink-182 und lässt sich auch davon nicht beirren, dass ein „Pt. I“ weit und breit nicht in Sicht ist. Das tut der Bewertung am Ende aber überhaupt keinen Abbruch: „Celebrating A Mess“ ist weniger chaotisch, als der Titel vermuten lässt, dafür aber genau die richtige Platte für den Sommerstart, für laue Nächte unterm Sternenhimmel oder regnerische Tage, an denen man sich im Bett zusammenrollen kann. Eigentlich passt die Platte immer. Weil sie einfach gut ist.

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