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Thyruz: Northern Blasphemy

Wenige Lichtblicke
Wertung: 3/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 52:0
Release: 08.06.2007
Label: twilight

Man fragt sich manchmal schon, ob Oberflächlichkeit einen nicht vor musikalischen Nieten bewahren könnte. So zumindestens sieht es im Fall Thyruz aus. Man hat nicht umsonst fünf (!) Demos rausgebracht, bis sich endlich eine Plattenfirma erbarmte und das Quintett unter Vertrag nahm. Das vorliegende Material zeichnet sich zwar durch sehr extreme Musik aus, aber dass diese auch extrem langweilig heruntergezockt wird, scheinen die Jungs und Mädels bei Twilight wohl vergessen zu haben. Oder fällt das dann schon wieder ins Konzept? Denn das Coverartwork ist auch ein Extrem, und zwar eines im Klischee und in Anästhetik. 3D-Zentaur verwoben im mit Photoshop billig bearbeiteten Logo und als Hintergrund gibts ein dünnes Pentagramm auf schwarzem Grund. In der Black Metal-Grundschule hat man wohl doch das ein oder andere Mal gepennt, das muss doch alles schwarz-weiß sein!

Thyruz, bestehend aus zwei Gitarren, einem Bass, einer Person, welche die Texte herunterkrächzen darf und einem Herren an der Schießbude, sind schon seit 1999 unterwegs. Wirklich etwas reißen konnten sie in dieser Zeit nicht. Mit Twilight hat man jetzt das ganz große Los gezogen, denn ohne fette Promotion würde sich sowas wohl kaum verkaufen. In Tagen, wo der Black Metal immer moderner und verspielter wird, guckt kaum noch einer auf den Old School Black Metal. Sind die Tage gezählt?

Dort schrammelt eine Gitarre etwas im Hintergrund zusammen, während eine andere auf minimalistische Art und Weise ein paar Melodien hervorbringt. Im Hintergrund kommt dann kitschiger Chorgesang und ein Keyboard, welches völlig fehl am Platze ist, dazu. Hier klappert der Drummer übermütig den einen Song an, um auch mal der omnipräsenten Krächzstimme von Sänger Hedin Varf die Show zu stehlen. Ganz schlimm sind außerdem das peinliche Intro und die Interludien, welche sich durch eine erzwungene Hass/Angst-Atmosphäre einfach nur lächerlich machen.

Man muss den Jungs zugute halten, dass die Riffs von Mal zu Mal besser ins Ohr gehen. Trotz allem gibt es nicht allzu viele Details auszumachen, sodass langanhaltender Hörgenuss nicht garantiert ist, wenigstens nicht bei Leuten wie mir, die Überraschungen lieben.

Fazit: Scheinbar werde ich auch mit dem netten Hinweis auf der letzten Seite des Booklets angesprochen, das da in wunderbar neumodischem Englisch empfiehlt „If you dont understand us, please try some alcohol, cocaine or pot Then you will see your subconsciouness, and you will become addicted to our future“. Soweit wird es nicht kommen, die Drogen bleiben brav bei all denen, die es nötig haben, ob der Realität die Augen zu verschließen, und ich packe diese mehr oder weniger überflüssige Black Metal-Scheibe irgendwo ganz unten in die Promo-Schublade. Ein paar Lichtblicke können halt keine ganze CD aus dem Sumpf ziehen.

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