Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Thyrgrim: Erwachen

Kompositorisch mit deutlichem Sprung
Wertung: 6,5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 46:44
Release: 07.02.2014
Label: Talheim Records

Die letzte Begegnung mit Thyrgrim war alles andere als erfreulich; ihr Zweitwerk "Niedergang" war seinerzeit ein katastrophales akustisches Ereignis, das eigentlich schon kategorisch ausgeschlossen hat, dass weitere Aufeinandertreffen zwischen den Ohren des Rezensenten und dem Output der Kapelle aus Moers stattfinden würden. Sieben Jahre sind seither vergangen, in denen die Band nicht nur ein weiteres Album aufgenommen, sondern auch ganz deutlich an ihren musikalischen Fähigkeiten gearbeitet hat. Mit "Erwachen" folgt nun eine sinnbildliche Umsetzung des Albumtitels - denn inzwischen scheint man bei Thyrgrim verstanden zu haben, wie schwarzmetallisches Songwriting funktionieren kann, wenn es den Hörer denn auch mitreißen soll. Und auch wenn den Herrschaften aus Nordrhein-Westfalen nicht immer gleich Großartiges gelingt, so ist es doch erfreulich zu sehen, welche Entwicklung auch Bands machen können, die eigentlich schon längst abgeschrieben waren.

Auf "Erwachen" geht es vor allem wesentlich geordneter und fokussierter zur Sache als noch in der fernen Vergangenheit. Nach dem Intro und Titelsong folgt mit dem fiesen "Verräter" direkt ein ordentlicher Miesepeter, der die schwarzen Wurzeln in all seiner Gemeinheit aus dem Boden zieht. "Kniet nieder" setzt dieser Stimmung noch einen ordentlichen Fiesling drauf und gefällt vor allem im Chorusabschnitt mit bis dato ungeahnter Entschlossenheit. Das instrumentale "Der Menschen Feind" leitet schließlich in den zweiten Teil über, in dem sich drei längere Epen verbergen, denen allesamt etwas Hymnisches anhaftet, die aber leider nicht mehr von dieser ausgezeichnet eingebundenen Widerwörtigkeit der ersten Tracks profitieren können. Zwar gefallen die Melodien in Nummern wie "Heimkehr" und "Vakner", doch insgesamt ist das alles eine Spur zu zäh und berechnend - schade, denn hier verspielt man schließlich wieder einige Punkte, die man sich bis zu diesem Punkt mühsam erarbeitet hatte.

Nichtsdestoweniger ist "Erwachen" eine sehr positive Überraschung und bei Weitem mehr, als an dieser Stelle erwartet wurde. Thyrgrim haben kompositorisch einen deutlichen Sprung gemacht und bewegen sich inzwischen bereits im oberen Mittelfeld der Szene. Nutzt man für die Zukunft noch mehr die Bösartigkeit des ursprünglichen Black Metals für den eigenen Sound, ist sogar noch mehr drin als eine eingeschränkte Empfehlung, die man für das neue, vierte Album vergeben möchte.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna