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Thy Forsaken: Seven

Whisky und Zigaretten
Wertung: 4.5/10
Genre: Death 'n' Roll
Spielzeit: 21:39
Release: 20.03.2008
Label: Eigenproduktion

Death 'n' Roll? Punk 'n' Metal? Egal, Hauptsache die Verstärker klingen, als wären da schon literweise Whisky drübergelaufen und kiloweise Zigarettenstummel hätten ihre letzte Ruhe auf ihm gefunden. Sagte ich Verstärker? Der Sänger klingt auch so!

Aus dem kalten, geschichtsträchtigen Norwegen schickt sich diese Band an, deutsches Metal-Publikum mit ihrer selbstproduzierten EP „Seven“ für sich zu gewinnen. Die Informationen zu Thy Forsaken sind sehr spärlich gesät. Die mitgelieferte Bandinfo berichtet lediglich von der zuvor erschienen Demo „House Of Pain“ und dem Line Up bestehend aus dem Gitarristen Prozac, dem Schlagzeuger BoNeS und dem Sänger Jimmy Horror. Nicht einmal bei den scheinbar allwissenden Metal Archives lässt sich etwas über die Band in Erfahrung bringen. Wenigstens lieftert die Myspace-Seite der Burschen aus Eidsvoll genug Hörproben, sodass man nicht das Risiko eines Blindkaufes eingehen muss.

Das Trio aus skandinavischen Gefilden nennt sich also Thy Forsaken und schert sich einen Dreck um die vorhandene Musikszene vor Ort, wie es scheint. Kein misanthropischer und true Black Metal wird zelebriert, kein ausgelutschter, dudeliger Folk Metal kommt einem zu Ohren, sondern zackiger, rauschender, punkiger Metal mit Groove. Aber auch wenn dieser rotzige Sound die Grundbausteine liefert, so begeben sich Thy Forsaken doch das ein oder andere Mal auf sehr dünnes Eis bei der Benutzung von Frauen- und Klargesang.

„Godless“ ist ein herrlicher Opener. Straight forward mit Headbanggarantie. Zwischen dem simplen Riff in Punkmanier hat man immer wieder den geröchelten Text eingebaut. Ein knackiges Solo findet auch noch seinen Platz in diesem Song, der es eigentlich nur auf 2:45 bringt, sehr gut. Nach „Wasteland“ im gleichen Stil fällt „A Lullaby For Mammon“ doch ordentlich aus der Reihe. Unverzerrte, kitschige Gitarren, unerträglicher Frauengesang und unpassendes Beckengeklapper an der Schießbude. Wenn später dann das Double Bass-Feuerwerk eröffnet wird und die Growls hinzukommen, wird es nahezu unausstehlich.

Auch wenn bei „Holding On“ die Zeichen wieder auf grün stehen, versauen Thy Forsaken es sich doch wieder mit dem unsäglichen Frauengesang. Bei „NME“ gibt es neben dem Growlen auch noch ein kratziges, doch klares Organ zu hören. Der Track kommt deshalb ein wenig getragener daher und lässt den Punk-Faktor vermissen. „Assassination“ schlägt glücklicherweise wieder in die Kerbe der beiden Auftaktsongs und vermittelt das alkoholreiche Proberaumgefühl – uh yeah!

Fazit: Es gilt, das grässliche Englisch auszumerzen und die hässlichen Softie-Elemente wegzulassen. Davon abgesehen könnte die Mucke noch ein wenig mehr Abwechslung vertragen, aber Thy Forsaken sind unbestritten auf dem richtigen Weg mit ihrer professionell aufgemachten Eigenproduktion. Außerdem kann ich mir diesen Death 'n' Roll-Sound wunderbar live auf der Bühne vorstellen, mit genug Saft hinter den Reglern selbstverständlich.

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