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Thurisaz: Circadian Rhythm

Macht zwiegespalten
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Black Metal , Dark Metal
Spielzeit: 49:18
Release: 28.04.2007
Label: Shiver Records

Thurisaz klingen dem Bandnamen nach ähnlich den finnischen Viking Metallern Turisas, zumindest, wenn man die Lautsprache in Betracht zieht. Das ist an Gemeinsamkeiten dann aber auch schon alles, was die beiden Bands verbindet. Die Belgier Thurisaz haben sich laut Presseinfo vielmehr dem Death/Doom verschrieben, der aber auch eindrucksvolle cleane Gesangspassagen beinhaltet. Auch gibt es überall sehr gute Parts zu finden, die viel Black Metal-Schlagseite mitbekommen haben.

Falls man dann doch die Bezeichnung Doom Metal in Betracht zieht, muss ich allerdings sagen, dass Thurisaz mit diesem aktuellen Output bei weitem nicht an Genregrössen wie Swallow The Sun, mit deren neuen Album „Hope“, heranreichen können. Daher ist diese Bezeichnung dann vielleicht doch nicht so sehr passend. Aufgrund der vielen, guten Black Metal-artigen Vocals ändere ich die Bezeichnung der Mucke daher auch mal in Dark Metal/ Melodic Black Metal.

Allerdings gibt es auf dem zweiten Album von Thurusaz namens „Circadian Rhythm“ dann auch wiederum diese Melodien, die vermögen, dass ich mir genau in diesem Moment nichts anders wünsche zu hören als genau dieses und nichts anderes als das. Trotzdem komme ich nun zu den Dingen, die mich an dieser CD stören.

Zum Ersten bewegen sich die Keyboards für meinen Geschmack erstens viel zu sehr im Vordergrund und zweitens führen sie dadurch die gesamten Songstrukturen in seichtes Fahrwasser. Ziemlich schade, wie ich finde, denn was die Songstrukturen und auch die Melodieführung angeht, haben es die Belgier echt drauf.

Nun zu den Songs im Einzelnen: Dem trotz der gelungenen Melodieführung viel zu lang geratenen Intro „Symbols“ folgt „Falling“, das Lust auf mehr macht, wenn man mal von den Synthieklängen absieht. Hier fällt zum ersten Mal herbe auf, dass die Black Metal-Screams gnadenlos zu leise abgemixt worden sind. Die Gitarrenklänge sind dahingegen erste Sahne und man kann sich die Nackenmuskeln schon mal ganz schön durch heftiges Nicken warm machen!

Die cleanen Vocals mögen zwar nicht jedermanns Geschmack treffen, aber ich finde die Kombination Screams/Grunts/clean Vocals ziemlich gut gelungen. Im weiteren Verlauf gehen die Synthies dann doch mehr und mehr auf die Nerven, obwohl der Song ansonsten richtig gut ist.

Dieses Statement bestätigt im Übrigen auch “Point Of No Return”, welches für mich zu den Highlights des Albums gehört – trotz der Keyboards. Die Gitarren könnten ohne dieses um einiges härter klingen. Wie man die Keyboards einsetzen kann ohne kitschig zu wirken, könnten sich die Jungs von unserer Escort-Pit-Band, den Dark Metallern Sun Of Sadness abschauen. Denn dort klingt trotz stetem Einsatz des Tasteninstruments nichts auch nur im Entferntesten kitschig. Aber dass die Belgier auch mit den Gitarren Stimmung erzeugen können, zeigen sie uns mit diesem Song doch ziemlich eindrucksvoll … macht doch so was bitte öfter …

Mit „Circadian Rhythm“ folgt der Titeltrack des Albums. Dieser Song ist ein astreines Melodic Black Metal-Stück. Da freut sich der Teil meiner Seele, der für dieses Genre schlägt. Hier gehen dann auch die Keyboards in Ordnung. Dies ist eines der Stücke, welche ich eingangs dieses Reviews meinte, dass man jetzt und hier genau dieses und nichts anderes hören will. Einzigartig und erstklassig. Der Einsatz der Akustikgitarren ist einfach perfekt. Ich weiss nicht, wie ich das noch besser umschreiben soll. Traut Euch doch nur, mehr Stücke in diesem Fahrwasser zu schreiben, denn das hier ist ganz grosses Kino!

„Fading Dreams“ birgt träumerisch schöne Melodieläufe der Gitarrenfraktion in sich, die wieder mal von leider viel zu leisen Black Metal-Screams untermalt werden. Wirkt ganz und gar nicht kitschig, sondern echt sehr gut. Wäre aber noch um einiges besser, wenn alles vernünftig abgemischt worden wäre …

„Switch To Red“ bietet wieder klasse Melodic Black Metal-Feeling inklusive sehr guter und auch recht ergreifender Akustik-Gitarrenarbeit von Mattias und Peter, denen ich an dieser Stelle mal mein Lob aussprechen möchte. Leider wird auch hier von den Keyboards wieder alles irgendwie zermatscht. Auch hier stimmen dann auch wieder cleane Vocals mit ein, die dem Ganzen wieder ihren ganz besonderen Touch geben. Das folgende Instrumental „Impending“ ist ziemlich synthielastig und auch irgendwie überflüssig.

Die Keyboards in „…Betrayal“ tun meinen Ohren schon fast weh. Was könnte das Eingangsriff zusammen mit dem genialen Drumming von Pepijn knallen, wenn es nicht so dermassen verwässert würde durch diese dominanten Synthesizer … Und was haben sich die Jungs bloss dabei gedacht, diese genialen Black Metal-Screams so in den Hintergrund zu verbannen? „Past Perfect“ lässt mich mit seinen Pianoklängen am Anfang an Sentenced´s „No One There“ denken. Der traurigste und am meisten ergreifende Song mit cleanen Vocals bildet den Abschluss dieses Albums, dem ich gern mehr Punkte gegeben hätte.

Die Produktion hat offenbar geschlafen, als es um die Abmischung des Albums ging. Die Vocals sind nämlich um einiges zu leise abgemischt worden. Des weiteren verlieren die Songs nicht zuletzt durch die seichten Keyboards erheblich an Druck und Härte, was extrem schade ist. Ausserdem neutralisieren die Keyboardklänge durch ihr streckenweise recht nervendes Geduldel auch richtig gute Riffings, und das finde ich absolut schade.

Fazit: Ich bin ziemlich zwiegespalten, denn mir gefällt die Musik von Thurisaz zum einen sehr, sehr gut. Vielleicht gehen die Jungs noch mal in sich und geben den Synthesizern zu Gunsten der sehr guten Gitarrenarbeit in ihren Songs doch nicht mehr so viel Spielraum. Würde sicher nicht nur ich begrüssen.

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