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Thunder And Lightning: Dimension

Ganz solide, aber auch nicht wirklich vom Hocker reißend
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 48:27
Release: 07.05.2010
Label: Hammersound

„Dimension“ ist bereits der dritte Longplayer der Berliner Combo Thunder And Lightning – könnte mir gut vorstellen, dass die Jungs den Bandnamen vom gleichnamigen Thin Lizzy-Album übernommen haben –, die 2009 dank ihres Albums „Purity“ von der Presse angeblich als die Neuentdeckung des Jahres abgefeiert wurde. Nun, das mögen die Kollegen gerne so gesehen haben, die Begeisterung kann ich allerdings nicht zu einhundert Prozent teilen, jedenfalls nicht, wenn man davon ausgeht, dass die Vorgängeralben ähnlich gestrickt waren wie „Dimension“, was bei dieser Art Musik durchaus wahrscheinlich ist, da sie nicht wirklich als experimentierfreudig bekannt ist.

Gespielt wird nämlich melodischer Power Metal mit hier und da ganz leichten Thrash-Anleihen, aber wirklich nur leichten, denn Frontmann Norman Dittmar singt viel zu melodisch, als dass die Mucke tatsächlich als Thrash durchgehen könnte, wie uns die Info verklickern will. Bestes Beispiel hierfür ist „One Track Mind“, das definitiv ganz gut nach vorne prescht und sicherlich ein gewisses Maß an Energie besitzt, aber dank des Sängers (der im Übrigen seine Sache prinzipiell gut macht, keine Frage) und der Melodik kann hier trotzdem niemals von Thrash die Rede sein.

Sauber produziert ist das Ganze auf jeden Fall schon, doch das ändert nichts daran, dass es auf Dauer gesehen auch einigermaßen öde anmutet. Die hunderttausendste melodische Power-Metal-Band, die hier und da ein paar Helloween-Elemente in ihren Sound einbaut („6:17“ – schnarch!), sich ansonsten garantiert von Judas Priest beeinflusst sieht, hin und wieder ein paar Doppel-Leads à la Thin Lizzy einbaut und mit hymnischen Standard-Refrains (grässlich: „Life Without Fear“) langweilt, halte ich jedenfalls eher für verzichtbar.

„Sixty Towels“ (Sechzig Handtücher?!) klingt mit seinem galoppierenden Rhythmus dann gar ein wenig nach Iced Earth und bei den letzten beiden Stücken werden Reminiszenzen an die Norweger Communic deutlich – nur wird die Klasse dieser beiden Ausnahmebands nicht erreicht; wenngleich man zugeben muss, dass „Black Rose“ und „Against The Truth“ gerade in der Gitarrenarbeit einige interessante Momente aufzuweisen haben und klar zu den besseren Songs auf „Dimension“ gehören. Insgesamt aber plätschert die Scheibe recht unspektakulär vor sich hin und will auch nach drei Durchläufen nicht so richtig zünden. Wie erwähnt, ist die Produktion völlig klar und differenziert, das handwerkliche Niveau absolut im grünen Bereich und der Auftakt mit dem gelungenen „Taken To Rest“ ebenfalls recht stark, aber nachher schleicht sich zu viel Routine ein, oder besser gesagt das „Hab-ich-anderswo-schon-besser-gehört“-Gefühl. Die vielen Soli sind fehlerlos vorgetragen, aber auf mich wirkt das trotzdem nicht so richtig spielfreudig und spritzig.

Auf der Habenseite steht allerdings „The Afterlife Part II – Back To Life“, ein ruhiges, kurzes und melancholisches Stück, das im Nachhinein betrachtet wie ein Intro wirkt und viel zu abrupt von dem bereits erwähnten „Life Without Fear“ beendet wird. Auch das mit Akustikgitarren versehene, sich steigernde „Lost And Gone“ weiß mit seinem melancholischen Touch zu überzeugen – so was sollte die Band unbedingt mehr verwenden, anstatt auf ausgenudelte Power-Metal-Hymnen-Refrains zu setzen.

Fazit: „Dimension“ beginnt solide, verliert sich in der Mitte in Bedeutungslosigkeit (abgesehen von „The Afterlife Part II – Back To Life“) und wird zum Ende hin wieder etwas besser. Wenn man die starke Produktion, die überzeugenden technischen Fähigkeiten und den guten Gesang hinzunimmt, kommt man trotz des durchwachsenen Songwritings noch auf 6.5 Punkte – diese Gruppe kann sicher mehr, wenn sie erst mal etwas aus der nervigen Power-Metal-Schublade herauskommt, Potential ist bei aller Kritik jedenfalls zweifellos vorhanden.

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