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Thulr: Forsitesland

Schöne Akustikteile
Wertung: 6/10
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 22:45
Release: 01.05.2005
Label: Eigenproduktion

Ich mag Alben, die gleich mit einem wunderschönen Intro in die Platte einsteigen. Und genau solch eines habe ich hier gerade zu rezensieren. Man fühlt das Salz auf den Lippen, den Wind an der Wange. Man hört die Möwen kreischen und das Meer brodelt auch ein wenig. Dazu die bezaubernden Klänge der Akustik-Gitarre – wunderschön. Warum nur, warum hört diese Ode an das Meer nach gut einer Minute auf? Nach dieser Zeit wird man nämlich plötzlich und unerwartet von einem stumpfen Gitarrengeschrammel mit ordentlicher Geschwindigkeit wieder in die Wogen der Realität zurückgeholt. Nettes Riff, nette Spielereien, aber lahmes Schlagzeug. Pagan/Viking Metal mit den bekannten Trademarks wird dargeboten in gewöhnungsbedürftigem Sound. Die Klangqualität ist nicht schlecht, nur fehlt der Druck und irgendwie ist alles ein wenig stumpf. Aber vielleicht unterstreicht das ja auch den rauhen Charakter des Meeres ?! Der Gesang ist nicht das typische Kreischen wie es auch der Herr Quorthon prägte, sondern ein dunkles Gerotze, das sich ansonsten jeglicher Beschreibung entziehend aber gut ins Gesamtbild einpasst. Insgesamt solider Viking Metal mit einigen Schwächen.

Morten, der Kopf hinter Thulr, spielte schon seit den Kindertagen Gitarre und sammelte auch Erfahrungen in einigen Bands bis er sicher war, sein eigenes Projekt Thulr auf die Beine zu stellen. Der Kieler Anglistik-Student hat mit Forsitesland, welches uns heute als Helgoland bekannt ist, eine Demo-CD in Eigenregie zu Hause aufgenommen, bei der er nur wenig Untersützung von anderen in Anspruch genommen hat. Dass er aber auch im Team arbeiten kann, beweist Morten mit seinen Arbeiten bei der Band Folkearth, die sich aus Musikern überall in Europa zusammensetzt.

Das Intro und den ersten Song habe ich ja schon beschrieben. Bleiben noch vier Lieder und ein Interludium. Titel Nr.3 beginnt mit schöner, aber leiser Akustikgitarre und äußerst gewöhnungsbedürftigem Klargesang, doch dann übernimmt auch schon wieder die Stromgitarre das Steuer und macht den Song doch noch dazu, was er sein soll: Eine getragene metallische Ballade. Aggressiver Gesang und der mittlerweile erträgliche Klargesang wechseln sich ab. „Farria“ ist mit der schnellste Song auf der Demo und hat auch paar feine Growls drin, für Abwechslung ist also gesorgt. Das Interludium ist dem Intro ebenbürtig – man kann darin versinken. Oh, es geht mit meiner heißgeliebten A-Gitarre weiter. Aber nein, nicht doch, gräßlicher Klargesang zerstört das Bild. Morten schießt leider an so ziemlichen allen Tönen vorbei. Gut, dass als Abschluss nochmal ein Hassbolzen kommt, der noch versucht, dass der Hörer nicht mit schlechter Musik im Ohr die CD ins Regal stellen muss, da zu Ende. Ein dezenter Keyboardteppich im Hintergrund und Ansätze von erhabenem Kriegsgesängen lassen dieses Finale doch noch sehr nett wirken.

Dass das altnordische Wort Thulr ins Deutsche übersetzt so viel wie Dichter heißt, ist nicht weiter verwunderlich. Der bewusst gewählte Bandname spiegelt sich in den persönlichen Vorlieben des Vollblutmusikers wieder, der nordische Mythologie, Sagen und Märchen als Inspirationsquelle nutzt. Die allesamt englischen Texte sind mal mehr, mal weniger poetisch geschrieben, doch „Farria“ fällt mit dem eigenen Stil doch etwas positiv heraus.

Das ist keine Platte, die ich mir sehr oft anhören werde, aber ab und zu wird „Forsitesland“ von Thulr meine Anlage schon von innen sehen. Aber wenn doch nur die Akustikteile länger wären...

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