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Thrudvangar: Zwischen Asgard und Midgard

Majestätische Hymnen
Wertung: 9.5/10
Genre: Pagan Metal , Viking Metal
Spielzeit: 46:18
Release: 07.12.2007
Label: Einheit Produktionen

Es ist wieder Winter und die Horde aus Cöthen, Thrudvangar genannt, hält für ihre Fans und diejenigen, die es mit dieser Scheibe sicherlich noch werden, ihren nunmehr dritten Schlachtfetzen „Zwischen Asgard und Midgard“ bereit. Dabei ist dies die dritte Scheibe der Pagan Metaller. Und nein, ich werde jetzt nicht auf die vielfach zitierte und schon breit getretene These des ach so ominösen dritten Albums eingehen, denn Thrudvangar haben ein solches Thesengeschwafel nun wirklich nicht nötig, denn sie sind über jeden Zweifel erhaben. Auf diesem Album hört man einerseits Veränderungen zu den beiden Vorgängeralben heraus, zum anderen kann man das vernehmen, was urtypisch Thrudvangar ist. Eine gesunde Weiterentwicklung also, die alle Kritik im Keim ersticken lässt.

Zu den Veränderungen: Das Keyboard hat – schönerweise, wie ich jetzt einfach mal behaupten darf – nicht mehr einen solch dominanten Anteil wie noch bei den früheren Veröffentlichungen. Vielmehr setzt Andreas jetzt an seinen Tasten vielmehr auf die Gestaltung des Soundteppichs, der mehr in die Tiefe zu gehen vermag. Da hatte das Keyboard in der Vergangenheit einen doch sehr dominanteren Part inne. Weiterhin haben es die Jungs auch glücklicherweise sein lassen mit diesen cleanen Vocals, welche in der Nachsicht auf der „Walhall“ ein wenig störend klangen.

Beibehalten haben die Jungs das ihnen ureigene große Vermögen, majestätisch, kraftvoll und heroisch ihre Heldengeschichten zu erzählen. Das können sie sowohl auf CD als auch live absolut überzeugend, man nimmt ihnen jeden Song bedingungslos ab. Der Unterschied zwischen damals und heute lässt sich wie folgt visualisieren: Waren die Jungs auf der „Ahnenthron“ und der „Walhall“ noch junge, ungestüme Krieger, die ungeduldig mit den Füßen scharrten, bis sie endlich mit dem Drachenschiff in See stechen konnten, um Schlachten zu schlagen, so sind sie mittlerweile gekrönte Kriegerkönige, die schon so manche Schlacht geschlagen haben und schon oft dem Tod ins Auge geblickt haben. Will heißen, die Musik klingt nicht mehr so sehr frenetisch und optimistisch. Vielmehr geht die Musik des Sextetts nun mehr in die Tiefe, die Songs haben mitunter auch mehr Düsternis inne und die Gitarren haben deutlich an Gewicht gewonnen.

Zu Beginn von „Thor“ gibt es erstmal einen deftigen Donnerhall, bevor es dann, ohne Zeit zu verlieren, recht flott und direkt zur Sache geht. Die ersten Klänge und man weiß ganz genau, dass hier Thrudvangar am Werk sind. Welch ein erhabener Einstieg! Langsam steigert man sich in das Thema zu „Bärenpelz Und Wolfsmantel“ hinein. Doch so gemach bleibt es nicht, das sei Euch gesagt! Sehr gelungen wird mit den Tempi variiert, was dem Song Erhabenheit verleiht.

Mit „Heimwärts“ folgt die erste richtig große Hymne dieser Scheibe, die in einem Atemzug mit „Piraten Des Nordens“ genannt werden muss. Absolut erstklassiger Song, der auch live voll ins Schwarze trifft. Prädikat wertvoll! „Runenstein“ braucht ein bisschen, um auf den Punkt zu kommen, kommt aber dann umso druckvoller und erhabener. Diesen Song wird man unverwechselbar mit diesen Jungs und niemand anderem in Verbindung bringen. „Midsommernacht“ ist ein unglaublich abwechslungsreiches Stück. Es birgt alles in sich, sowohl schnelle Raserei als auch fast träumerische, langsamere Parts.

„Zwei Raben“ eröffnet mit einer schönen Keyboardmelodie, in welche daraufhin alle Instrumente einsteigen. Ein Stück von dunkler Schönheit, genauso wie die Vögel, um welche sich dieses Stück dreht. Ich sehe diese klugen und wunderschönen Vögel quasi vor meinem inneren Auge in einem morgenroten Himmel fliegen... Ein Song, den jeder Pagan Metal-Fan lieben wird!

„Siegvater“ bricht über Dich herein wie ein mächtiger Sturm. Und wie dieses Naturereignis auch hat dieses Stück etwas derart übermächtiges, das es Dir unmöglich macht, Dich davon loszureißen. „Frostland“ beschließt dann leider schon diese geniale CD der Cöthener. Man kann die Kälte förmlich spüren, von der hier berichtet wird. Träumerisch fast, aber dennoch von einem absolut Thrudvangar-eigenen warmen Glanz ausgestattet, der des Hörers Herz höher schlagen lässt.

Fazit: Wie kann ich jetzt nur zu einem Schluss kommen, welcher dieses Werkes gerecht wird…Diese sieben Stücke sind majestätisch, wie von einem Kriegerkönig selbst erzählt, der schon viele Schlachten geschlagen hat. Mit diesem Release haben sich die Krieger von Thrudvangar würdevoll einen Platz in Walhall erkämpft. „…Nichts wird ewig bleiben…“ – wie wahr, aber Thrudvangar werden mit ihrer Musik wohl noch lang auf diesem Thron sitzen.

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