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Through The Eyes Of The Dead: Skepsis

Leider nur guter Durchschnitt, trotz überragender Story
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 40:47
Release: 19.02.2010
Label: Prosthetic Records

Obgleich hierzulande noch recht unbekannt, sind Through The Eyes Of The Dead keineswegs ein unbeschriebenes Blatt: Bereits seit 2004 treibt das Quintett sein Unwesen, damals mit den ersten beiden Platten „The Scars Of Ages“ und die Split „The Annihilation Of Expectation“ mit The Knife Trade auf Lovelost Records. Ein Jahr später erfolgte der Wechsel zu Prosthetic Records, von wo aus die Amis immerhin auch schon zwei Alben auf den Markt werfen konnten. Das insgesamte fünfte Werk „Skepsis“ wartet mit einer düster-morbiden Mischung aus vornehmlich Death Metal und einer Prise Hardcore auf, die die Wege des Deathcore des Öfteren verlässt.

Die Story der neuen Scheibe ist schnell erzählt: Der Erzähler berichtet von seinem immer wiederkehrenden Traum von der Apokalypse und dem Untergang der Menschheit, seiner Überzeugung, dass die Realität nur eine Illusion ist und dass höhere Mächte, die wir nicht begreifen können, am Werk sind, die uns wie Spielfiguren kontrollieren können. Als der Typ – der, wie wir uns denken können, nicht mehr alle beisammen hat – ein vermeintliches Omen zu Gesicht bekommt, das ihm eine Vision der Unterwelt als letztem Ziel für die gescheiterte Menschheit zeigt, ist er tatsächlich der Meinung, nun Gott spielen zu dürfen und beginnt, wahllos seine Mitmenschen abzumetzeln. Das gute alte Omen macht dem Budenzauber schließlich ein Ende, indem es ihn dazu bringt, sich selbst umzubringen – unser Held landet in einem weißen Raum und muss einsehen, dass er für alle Ewigkeit in seiner persönlichen Hölle gefangen ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Gute dreht völlig am Rad, und das muss passend musikalisch untermalt werden. Was würde sich da besser anbieten, als wummernde Doublebass-Attacken, fiese Growls und fette Gitarrenwände? Richtig: Nichts. Deshalb haben TTEOTD genau nach diesem Rezept ihr aktuelles Scheibchen zusammengeschustert und das kann sich durchaus sehen und hören lassen.

Los geht´s mit einem aus brutzelnden Störungsgeräuschen bestehenden Intro, das nur die Ruhe vor dem Sturm darstellt, bevor Sänger Danny Rodriguez bei „Dementia“ aus allen Rohren feuert: Zur schweren Doublebass growlt der Mann, was die Lungen hergeben und macht keine Sekunde Pause. Damit wären wir auch schon beim einzigen Problem der Platte: Der Silberling gleitet spätestens bei Lied Nummer vier ein wenig in die Monotonie ab. Wobei „Perpetual Defilement“ ein recht dynamischer Brocken mit dominanter Doublebass ist, und sowohl gesanglich als auch instrumental eigentlich keine Mosh-Wünsche offen lässt. Trotzdem lässt einen das Gefühl nicht los, dass da mehr drin gewesen wäre.

„Inherit Obscurity“ geht ähnlich schnell und brutal zu Werke wie seine Vorgänger, Danny mischt hier Pig Squeal-ähnliche Growls mit in den Gesang und – bei all dem Geboller umso überraschender – es gibt sogar ein gelungenes Gitarrensolo. Richtig genial geht es mit dem Fünf-Minuten-Brocken „Defaced Reality“ weiter: Ein schleppender Klangteppich baut sich auf und der Gesang zeigt sich (endlich) von seiner abwechslungsreicheren Seite. Bei den tiefen Growls vibriert geradezu der Bass im Bauch, beim höheren Gekrächze schmeckt man buchstäblich das Blut im Hals. Einige coole Gitarrenlicks werden eingestreut und machen den Song zum Höhepunkt der Platte.

Durch ein wunderbar drohendes Zwischenstück wird der Titeltrack und gleichzeitig Rausschmeißer der Platte eingeleitet: Ein Biest von einem Song, das in nur etwas mehr als viereinhalb Minuten soviel Boshaftigkeit verbreitet wie nur irgend möglich und einen würdigen Abschluss bildet.

Fazit: Über Qualität müssen wir bei „Skepsis“ gar nicht erst reden – alles wurde super abgemischt, die Lautstärkeverhältnisse untereinander stimmen, nichts knarrt oder wummert unnötig penetrant aus den Boxen. Einziges Manko ist die mangelnde Abwechslung – 40 Minuten pures Drauflos-Geboller kann zwar mal ganz witzig sein, ist aber auf Dauer eher anstrengend. So pendelt sich die Platte immerhin bei einem guten Durchschnitt ein.

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