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Throne Of Katarsis: Ved Graven

Bissiger und kraftvoller Black Metal
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 47:31
Release: 24.10.2011
Label: Candlelight Records

Norwegen ist ja bekanntlich das klassische Land für hochwertigen Black Metal. Unzählige Veröffentlichungen kommen aus dem skandinavischen Land. Mit Throne Of Katarsis reiht sich die nächste Gruppe in diesen Reigen ein. Die Band, die bis jetzt nur aus zwei Mitstreitern bestand, hat sich inzwischen entwickelt und kann ein komplettes Live-Line-Up vorweisen. Mit der CD „Ves Graven“ hat die Band einen großen Schritt nach vorne getan, denn die Atmosphäre der Scheibe könnte kaum düsterer sein. Das Spektrum der Titel reicht von doomig schleppenden Passagen bis hin zum infernalischen Geknüppel. Dabei wird die Musik immer vom keifenden Geschrei von Infamroth begleitet. Der Gesang steht recht selten weit im Vordergrund, was der Musik Raum gibt, sich zu entfalten.

Das dritte Album der Norweger soll laut bandeigenen Angaben während einer drei Nächte andauernden Seance eingespielt worden sein. Im Allgemeinen legen die Darsteller der Gruppe, so darf man sie wohl im vorliegenden Fall nennen, viel Wert auf übersinnliche und satanistische Symboliken sowie Praktiken. Inwieweit das nur PR sein kann, das muss jeder für sich selbst abstecken. Auffällig ist allerdings, dass oft die Bands die heftigste Bühnenshow haben, die eigentlich einfach nicht musizieren können. Ein bisschen verstärkt sich hier das Empfinden, dass Throne Of Katarsis mehr aus sich machen möchten, als sie eigentlich sind. Das haben die Normannen eigentlich nicht nötig. Die Musik ist extrem roh und brutal, das Songwriting ist unvorhersehbar und es wurde jede Menge Energie in das Material gepackt.

Vom Klang her gesehen ist der Rundling gelungen. Für eine Black-Metal-Platte klingt das Teil schon sehr authentisch, ohne ins Klischeehafte abzurutschen. Der Metal klingt fremd, die Gitarren dominieren mit ihrem kalten, stark verzerrten Klang, während die ab und an eingespielten Kirchenorgeln das düstere Erscheinungsbild der Scheibe verstärken. Das Schlagzeug klingt diffus und unnahbar, was den Black-Metal-Charakter nochmals unterstreicht.

Einen Preis für die Neuerfindung des Genres bekommt die Band voraussichtlich nicht für die Scheibe. Die Stilistik ist altbekannt und überlange Songs sind auch keine Innovation. Der Rundling ist solides Handwerk, das durchaus seine Attraktionen hat, mehr aber nicht. „Ved Graven“ klingt nach Grab, Tod und Verderben. Nach Mystik und nebelumwaberten Mooren. Damit hebt sich die Band leider nicht von der Genremasse ab. Genreliebhabern dürfte das wahrscheinlich egal sein. An Stimmung fehlt es der CD nicht. Menschen, die nicht in der Szene sind, werden sich allerdings schwertun, die Vorzüge des Albums zu erkennen.

Wer rohen, norwegischen, schwarzmetallischen und kraftvollen Sound mag, der wird an „Ved Graven“ kaum vorbeikommen. Sucht man allerdings nach Innovation, dann ist man hier falsch beraten.

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