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Throes Of Dawn: The Great Fleet Of Echoes

Starke Scheibe der Finnen ohne einen einzigen Ausfall
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Metal, Progressive Metal
Spielzeit: 54:25
Release: 12.03.2010
Label: Firebox Records

Seit den letzten Veröffentlichungen von HIM ist man ja versucht, bei finnischen Bands mit dem Prädikat „Dark Metal“ ein wenig die Nase zu rümpfen, zumindest völlig unvoreingenommen kann man an deren Platten nicht mehr herangehen. Throes Of Dawn bilden hier eine hörenswerte Ausnahme, zumal eine Weile nicht klar war, ob die Band überhaupt weiterhin bestehen konnte. Seit knapp 16 Jahren sind die düster-progressiven Finnen unterwegs, gegründet von Keyboarder und Gitarrist Jani Heinola und Sänger Henri „Kaamos“ Koivula im schönen Jahr 1994. Mitglieder wurden rekrutiert, man nahm fleißig Demos auf, 1997 erschien schließlich das Debütalbum "Pakkasherra", gefolgt von zwei weiteren Full Length-Scheibchen. 2001 war plötzlich Schluss, Throes Of Dawn lagen wegen Wohnortwechseln der beiden Gründungsmitglieder auf Eis und kein Mensch wusste, was und ob nun noch etwas geschehen würde.

Nur wenige Monate später besannen sich die beiden Musiker und trommelten mit Harri Huhtala (Bass), Jani „Martex“ Martikkala (Drums) und Juha Ylikoski (Gitarre) ein komplett neues Line-Up zusammen, mit dem das hochgelobte „Quicksilver Clouds“ aufgenommen wurde. 2010 gibt´s die nunmehr fünfte Full Length mit dem schönen Namen „The Great Fleet Of Echoes“ auf die Ohren – und passender hätte man die Platte tatsächlich kaum betiteln können. Jeder einzelne der zehn Songs schwebt geradezu auf einer Wolke von Synthesizern, die keineswegs blumig, kitschig oder sonstwie unpassend daherkommen, sondern ein solides Fundament bilden für den sphärisch anmutenden Gesang, der – und jetzt kommen wir wieder zum Titel – stellenweise mit allerlei Nachhall vorgetragen wird.

Der Opener „Entropy“ bietet gleich den ersten Höhepunkt in Form eines entspannten Keyboard-Intros mit einer einzelnen, leicht psychedelischen Gitarre, der Sound wird allmählich dichter, bis Herr Koivula mit überraschend angenehmer Stimme einsetzt und das schon erwähnte leichte Echo hinter sich herzieht. Sogar einige kurze Growls können eingebaut werden, die dem Song eine schöne Dynamik geben. Erste Assoziationen mit Fear Factory-Sänger Burton C. Bell werden bei „Ignition Of The Grey Sky“ wach, denn Henri erinnert mit seinem leicht epischen Gesang stellenweise verblüffend stark an den Industrial-Vater.

Überhaupt sind die Finnen durchaus gut für Überraschungen: „Chloroform“ startet mit einem Gitarrenintro, das die Schreiberin dieser Zeilen merkwürdigerweise sofort mit dem ehemaligen House Of Pain-Rapper Everlast in Verbindung bringt, der ja nun mit Metal eher wenig am Hut hat. Insgesamt hat das Stück einen leichten Folk-Touch, also ist dieser Gedankengang vielleicht nicht völlig absurd. Auch „Slow Motion“ weckt Erinnerungen: Der Gesang erinnert stark an Matthias Sayer von den inzwischen auf Eis liegenden Farmer Boys, die musikalisch etwa in die gleiche Ecke zielen wie Throes Of Dawn. Auch der Atmosphäre nach zu urteilen, hätte der Song durchaus von den Deutschen sein können; schwebende Melodien und fragile Instrumentals werden hier nahezu perfekt eingesetzt.

Dass das Quintett und vor allem der Herr am Mikro auch anders können, beweist einmal mehr „We Have Ways To Hurt You“. Hier kommen – endlich – auch mal dominantere Growls zum Einsatz, in Kombination mit dem cleanen Gesang lockert das den Song wunderbar auf. Die großartigen Instrumentals bei „Lethe“ können hingegen nicht hunderprozentig über die etwas schwache Gesangsleistung hinwegtäuschen – „Blue Dead Skies“ hingegen beeindruckt wieder durch sehr schöne Melodien und angenehmen Gesang, ist als Rausschmeißer aber fast einen Tick zu ruhig.

Fazit: Throes Of Dawn schaffen mit „The Great Fleet Of Echoes“ ein atmosphärisch dichtes Album, das seinem Namen alle Ehre macht. Wenn man auf Progressive Metal mit einen Schuss Gothic steht, sollte man dieser Platte unbedingt Gehör schenken.

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