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Threshold: Wounded Land (Definitive Edition)

Für ein Debüt ziemlich stark; wer das Original noch nicht hat, sollte hier zugreifen
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 73:04
Release: 07.09.2012
Label: Nuclear Blast

Tja, die Wiederveröffentlichungen; für die einen sind sie Segen, für die anderen Fluch. Segen natürlich für diejenigen, die die Originalausgabe des jeweiligen Albums noch nicht besitzen und sich dann meist über ein dickes Paket mit jeder Menge Extras freuen dürfen, Fluch für jene, die die ursprüngliche Veröffentlichung bereits ihr Eigen nennen und nun noch einmal zur Kasse gebeten werden – sofern man es denn für nötig erachtet, alles von einer Band zu haben.

Ob Re-Releases nun Abzocke sind oder nicht, darüber wird man sich wohl ewig streiten können, sicherlich aber spielt stets eine Rolle, wie wertig eine solche Neuauflage gestaltet wurde. Im Zuge der Veröffentlichung des im Spätsommer dieses Jahres herausgebrachten neuen Threshold-Albums „March Of Progress“, das in sämtlichen Musikgazetten und von der Anhängerschaft völlig zurecht in den höchsten Tönen gelobt wurde (auch bei The-Pit.de gab es die Höchstnote), hat man nun beschlossen, den kompletten Backkatalog der Engländer als „Definitive Edition“ neu an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Das Debüt „Wounded Land“, erstmals 1993 erschienen, macht logischerweise den Anfang und geht man nach der oben gestellten Frage „wertig oder nicht“, muss, jedenfalls wenn man nach der Quantität des Bonusmaterials geht, die Antwort leider lauten: Na ja – so richtig lohnt es sich nicht.

Zumindest nicht, wenn man das Original bereits besitzt, oder die Special Edition von 2001, auf der der hier ebenfalls als Bonus aufgeführte (starke) Track „Intervention“ bereits zu finden war. Bei den beiden weiteren Tracks „Conceal The Face“ und „Shifting Sands“ handelt es sich zwar um zwei wirklich gute Nummern (vor allem bei ersterer), doch waren diese ebenfalls schon auf der „Paradox – The Singles Collection“-Box zu finden, sind also auch nicht wirklich previously unreleased. Vor allem aber wollen sie nicht richtig zu den anderen Stücken passen, da sie zwar während der Sessions zu „Wounded Land“ entstanden sind, allerdings erst um 2008/2009 aufgenommen wurden und demzufolge mit einem völlig anderen Sound aufwarten.

Was die Qualität des Debütwerks selbst angeht, gibt es nicht wahnsinnig viel zu meckern: Sicherlich klingen die späteren Threshold-Scheiben reifer, der Sound ist etwas dünn (dennoch um Welten besser als beispielsweise auf dem Dream Theater-Debüt), besonders was Bass und Schlagzeug angeht. Und die Keyboards hören sich häufig sehr nach Achtzigern an, was aber natürlich gerade auch viel Charme ausmacht. Andererseits wirkt die Atmosphäre auf der Platte unglaublich dicht.

Songschreiberisch zeigen die Briten ihr enormes Potential und ihre technischen Fähigkeiten, wenngleich man noch nicht das Niveau der Nachfolger erreicht (vor allem auf den Platten mit Mac sind ja dann sagenhaft eingängige Hooklines zu finden) und hört sich insgesamt eher prog-rockig denn prog-metallisch an. Heutzutage hat man sich perfekt zwischen unaufdringlicher Progressivität und hymnenhaften Ohrwurmmelodien platziert, damals war man sicherlich noch ein wenig auf der Suche nach der eigenen Identität, für ein Debütalbum ist das Dargebotene allerdings mehr als respektabel.

Mit „Paradox“ hat man einen richtig gut reinlaufenden Song mit einem simplen, aber megaeffektiven Keyboard-Mainriff am Start, die an zweiter Stelle stehende, schleppende Nummer „Days Of Dearth“ wird von einer schönen Gitarrenmelodie getragen und wirkt wohl auch wegen der Lyrics recht nachdenklich, das orientalisch geprägte „Siege Of Baghdad“ hat ein paar Überraschungen wie Akustikgitarrensequenzen parat, und die beiden die Zehn-Minuten-Grenze sprengenden Longtracks „Sanity’s End“ und „Surface To Air“ bilden so etwas wie das Fundament für spätere Großtaten à la „The Ravages Of Time“, „The Art Of Reason“ oder „Pilot In The Sky Of Dreams“.

Noch einmal: Man muss diese Neuauflage ganz bestimmt nicht unbedingt haben; für jeden, der das Album schon in anderer Form hat, ist es kaum sinnvoll, noch einmal zuzuschlagen, zumal jeder Hans und Franz seine Alben neu auflegt – wenn man die alle kauft, wird man ja arm. Deswegen hätte es schon ein bisschen mehr Bonusmaterial sein müssen, so ähnlich wie kürzlich bei den Wiederveröffentlichungen des Queen-Backkatalogs, wo der Fan für seine Kohle wirklich etwas geboten bekommt. Wer „Wounded Land“ noch nicht im Regal stehen hat, schlägt natürlich zu. So oder so macht es nach geschätzten 80 bis 100 Durchläufen von „March Of Progress“ (und nein, langweilig wird diese Platte trotzdem immer noch nicht) mächtig Spaß, auch mal wieder die alten Klassiker aufzulegen.

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