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Three Days Grace: One-X

DIE nächste große Band
Wertung: 8.5/10
Genre: Alternative Metal; Alternative Rock
Spielzeit: 45:2
Release: 22.08.2008
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

Alternative Metal mit starkem Rockeinschlag aus Kanada, der in Übersee schon richtige Erfolge einheimsen konnte und hierzulande nahezu unbekannt ist. Das gibt´s doch garnicht!

Die vorliegende Scheibe „One-X“ ist der Nachfolger des selbstbetitelten Debuts aus dem Jahre 2003 und ist in den USA und Kanada mit Platin ausgezeichnet worden. Zudem schafften es die Jungs dort schon mit gleich drei Singles in die Charts – absolut nicht verwunderlich, wenn man sich in das Material reingehört hat.

Absolut bemerkenswert und unbedingt erwähnenswert sollte hervorgehoben werden, dass die Musik der Jungs ungemein authentisch rüberkommt. Man kauft der Band alles ab, worüber sie in ihren Songs erzählen, denn das Dargebotene wirkt grundehrlich und von Herzen kommend. Nicht umsonst sagte Adam Gontier (Sänger und Gitarrist der Band) in einem Interview, dass die Lyrics auf „One-X“ von seinen verschiedenen Problemen erzählen. Das glaubt man ihm auch ohne Wenn und Aber. Und wer diesen Namen zwar im Kopf herumschwirren hat, ihn aber nicht einordnen kann: Genau das ist der Adam Gontier, der bei dem Apocalyptica-Song „I Don´t Care“ am Mikro stand.

Auf „One-X“ haben wir es mit bestem Alternative Metal mit Rockschlagseite zu tun, der dennoch mit Facettenreichtum glänzt, welcher sich sowohl an den Instrumenten wiederfindet als auch in Adams erstklassiger Stimme, die mal ungemein melodisch, dann wieder fast böse growlend jeden Song bestens in Szene zu setzen weiß.

Das Midtempostück „It´s All Over“ beginnt mit mächtig Wumms von Neil Sandersons Drums. Adams perfekte Stimme klingt leicht angerauht und sogar gegrowlt wird hier neben wunderschönen clean gesungenen Passagen. Brad Walst am Bass und Barry Stock an der Gitarre leisten - wie übrigens in allen folgenden Stücken - eine sehr gute Arbeit.

Schon an zweiter Stelle folgt mein Lieblingsstück der Scheibe namens „Pain“, das eine melancholische und auch bedrückende Stimmung verbreitet. In den Strophen recht gezügelt, powern die Jungs im Refrain ihren Schmerz hinaus in die Welt. Und wie wahr: „I rather feel pain than nothing at all…“. Ein Song, der, obwohl kurz, beim Hörer noch lange im Gedächtnis bleibt.

Durch ein markiges Mainriff geprägt ist das mitreißende „Animal I Have Become“, zu dem es, wie auch von „Pain“ und „Never Too Late“, ein Video gibt. Auch ist dieser Song bestens dazu geeignet, seinen Schädel kreisen zu lassen. Eine Akustikgitarre ist das Erste, was man von dem eher rocklastigen Song “Never Too Late“ hört. Und das, was man vernimmt, klingt in der Strophe zunächst noch, als ob die Jungs von einer hoffnungslosen Lage berichten. Aber dann im Refrain haben die Jungs die Melodie so gewählt und derart mit allen Instrumenten aufgegriffen, dass richtiggehend Hoffnung von ihr auszugehen scheint. Und am Ende des Songs bleibt wieder nur Adam mit seiner Akustikklampfe. Sehr gut gemacht.

Man fährt weiter auf der Schiene der eher deprimierten Stimmung mit dem straighten Titel “On My Own“, der rhythmustechnisch im Refrain recht abgehackt klingt. In der Strophe gibt sich Adams Stimme ruhig, fast zerbrechlich. “Riot” startet danach mit einem melodischen, aber harten Riffing. Insgesamt kann dieses treibende Stück aber nicht ganz mit den anderen, großen Songs des Albums mithalten. “Get Out Alive” ist vom Rhythmus her etwas schleppend. Der Track lebt zwar im Großen und Ganzen von Adams erstklassiger Stimme, kommt aber irgendwie nicht so ganz aus den Puschen.

Nicht, dass die Jungs aus Toronto bereits ihr Pulver verschossen haben? Wie konnte ich das bloß auch nur denken? „Let It Die“ ist ein wunderschöner, melodischer Rocksong. Danach wird es mit “Over And Over” wieder vorerst ruhig und man wird wieder Zeuge davon, welch vielseitiges und wunderschönes Stimmorgan der Frontmann der Band doch hat. Im weiteren Verlauf gibt es instrumentale Unterstützung durch Streichinstrumente, was diesen außergewöhnlichen Song noch einmal ganz besonders hervorhebt.

Was? Werden wir jetzt dreckig rockend? “Time Of Dying“ scheint das anzudeuten, denn die Gitarren sind genau das; dreckig drauflos rockend - jedenfalls für TDG-Verhältnisse. Zumindest härter und wieder ein wenig Richtung Metal driftet der Refrain des weiteren guten Stücks “Gone Forever“.

Lange mussten wir auf dieser CD auf das Titelstück „One X“, das auch schon der letzte Titel ist, warten. Fast verträumt in den Strophen, wird man im Refrain umso mehr wachgerüttelt, der dann aber im weiteren Verlauf ungemein melodisch und harmonisch wird, denn: Alles wird gut.

Zu hoffen bleibt weiterhin, dass es die vier Musiker mal über den großen Teich verschlagen wird, um hier auch mal in deutschen Locations die Luft zum Brennen zu bringen. Bis dahin bleibt nur allen übrig, die CD als Dauerrotation in dem eigenen CD-Player laufen zu lassen.

Fazit: Three Days Grace sind absolut fähig dazu, DIE nächste große Band zu werden. Musikalisch werden an „One-X“ sowohl Rock- als auch Metalfans ihre schiere Freude haben, da bin ich sicher.

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