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Thrash 'em Down: Decline Of Fraternity

Auch im Thrash ist nichts so beständig wie der Wandel
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 24:02
Release: 06.07.2016
Label: Eigenregie

Wer sich so plakativ wie eben Thrash 'em Down tauft und dann nicht, wie man erwarten darf, komplett dem Old School Thrash verschrieben hat, der benennt sich konsequenterweise einfach auch mal um, so geschehen bei den Magdeburgern, die eben ab sofort unter dem Banner Torus weiter musizieren. Und wenn man die Entwicklung seit der ersten „Demo“-EP von 2014 – hier von unserem Thomas noch mit 6,5 Punkten ins Mittelfeld verfrachtet - näher beleuchtet und eben die zweite und auch letzte EP und vor allem das Ankratzen neuer Stile in Ohrenschein nimmt, dann scheint der Namenswechsel eben auch nur allzu nachvollziehbar zu sein, zumal ja seit der Urbesetzung auch schon die ersten Personalwechsel vollzogen wurden.

Damit man sich finanziell nicht auch noch als Newcomer bei einem völlig übersättigten Markt überhebt, müssen halt ein paar andere Idee her – und da haben Thrash 'em Down schön in die Trickkiste gegriffen und bieten ihren neuen Output in einem klappbaren Pappschuber mit in Vinyl-Style aufgemachter CD-R an – da dürften sich die Kosten im Rahmen gehalten haben und schick ist es trotzdem. Schade nur, dass sie beim Abmischen nicht ein wenig mehr ausgegeben haben, denn da wäre wegen der doch etwas rumpeligen Produktion mehr drin gewesen, so drohen sie mit ihrem etwas zu rohem Sound gleich mal an der potentiellen Hörerschaft vorbeizuschlittern.

Am ehesten geht noch der Opener „Resurrection“ als ein typischer Thrasher durch, der zwar nicht wirklich Old School ballert, aber eben auch nicht zu modern arrangiert ist und wie ein Grenzgänger im Wandel des Bandumbaus als recht straighte Nummer gegen die Kauleiste hämmert. „Death In Gloom“ faded erst einmal ein und entpuppt sich zunächst wieder als straighter Thrasher, beherbergt aber auch reichlich Platz für Groove, wobei Marcs Vocals auch mal locker zum Hardcore hinüberschielen, am Ende aber die heiseren Shouts durchaus ein wenig Variabilität vermissen lassen. „Insane“ dagegen trumpft zu Beginn mit fettem Groove auf, was dann aber auch schnell in eine ordentliche Thrash-Wemserei übergeht, nur leider wollen die unangebrachten Deathgrowls sich nicht wirklich einnisten und hinterlassen somit einfach keinen guten Eindruck.

Sahnestück der EP und völlig aus der Art geschlagen ist das mehr als elf Minuten lange, völlig Thrash-untypische „Heavy Rain“. Thrash 'em Down kontern mit schrägen Gitarren, agieren durchweg sehr doomig, erwecken einen fast schon psychedelischen Eindruck und langen so locker in die Sludge-Trickkiste. Das durfte man so nicht erwarten und wenn das die zukünftige Marschroute ist, dann wird das nächste Album bei besserem Sound ein Knaller, hier stören dann nicht mal mehr die eindimensionalen Vocals, die hier nämlich genau das richtige Aggressionslevel finden und die Gänsehaut erzeugenden, teilweise fast Sirenen-artigen Klampfen bestens ergänzen.

Eigentlich ein cooles Gesamtpaket auf EP-Länge mit etwas mehr als 24 Minuten, wo zwar bei den Vocals und auch bei der Produktion noch gut Luft nach oben ist, Thrash-Fans mit Hang zu leichten Experimenten wie z.B. bei der Übernummer „Heavy Rain“ aber sollten sich Band trotzdem mal zu Gemüte führen – man könnte ja positiv überrascht sein.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“