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Thrash Amigos: Hijos De La Chingada

Zieh, Fremder!
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 37:00
Release: 11.11.2011
Label: War Anthem Records / Soulfood

Thrash Amigos - wenn man den Bandnamen das erste mal hört, dann denkt man unweigerlich an Mexiko, Folklore und Gauchos. Unterliegt man dieser Vorstellung, so ist man fehlgeleitet. Die Band bezieht sich zwar textlich manchmal auf die Region, hat sonst damit aber eher gar nichts zu tun. 

Die Musik der Amigos ist in erster Linie klassischer Thrash Metal (zumindest in dieser Richtung ist der Bandname weisend) und erinnert wenigstens stimmlich mehr oder minder stark an Tom Araya von Slayer.

Die Songs sind eher schlicht, aber mitreißend aufgebaut. Ansprechende Riffs treffen auf ein abwechslungsreiches Schlagzeugspiel und eindrucksvollen Gesang. Die Scheibe glänzt mit einer großen Vielfalt unterschiedlicher Thrash-Metal-Spielarten. Die Tempi reichen von Vollgasgeknüppel bis hin zu langsamen, schleifenden Songs. Eindrucksvoll schildert das der Song „New Evil“, auf dem fast alle Möglichkeiten, wie man Thrash Metal spielen kann, ausgeschöpft werden. Nicht weniger beeindruckend ist das Nachfolgerstück „Divided“, das mit einer sehr bedrückenden Stimmung und einem geilen Gitarrenlauf aufwarten kann. Doch auch schon der Opener, „Hatefuel“ hat gehörig Chilischoten im Arsch. Der Song drückt schön nach vorne, was man besonders der Doublebass und den Blastbeats anlasten darf. Nach mehrmaligem Hören merkt man eigentlich erst, wie heftig die Scheibe rockt. Es gibt definitiv nur eine Richtung – nach vorne. Schöne, geradlinige Songs, die ebenfalls nach mehrmaligem Hören immer mehr an Slayer erinnern, peitschen die Scheibe immer wieder an und der Hörgenuss steigt mit jedem Durchgang. 

Ein zweischneidiges Schwert an dem Silberling bleibt der Sound. Nach unzähligen (gut, das ist jetzt übertrieben) Hördurchgängen an verschiedensten Ausgabegeräten wie iMac, PA-Anlage, Auto, Studiokopfhörer (Anm. d. Red: Tom ist wohl ein Soundnerd) scheiden sich immer noch die Geister. Einerseits ist der Sound druckvoll, dicht und nicht steril, also perfekt für eine Thrashplatte. Doch da ist etwas, das stört. Manchmal hat man das Empfinden, die Musik durch eine (wenn auch extrem dünne) Schaumstoffmatte zu hören. Manchmal klingt es auch nach alten, matschigen Lautsprechermembranen, nicht stark. Aber eben hörbar. Eine genauere Definition kann hier leider nicht gegeben werden, da darf sich der geneigte Hörer gerne selbst nochmals den Kopf zerbrechen. 

Wenn man jetzt den Bezug zu Mexiko, Western und was auch immer grundlegend über Bord wirft, dann bleibt eine anständige, wohl proportionierte Thrashscheibe übrig. Diese ist durchaus beachtenswert, nicht außergewöhnlich, aber beachtenswert. Genreinsider sollten sich das Teil durchaus einmal zu Gemüte führen. Die Platte hat Potential.

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