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Thousand Below: The Love You Let Too Close

Hardcore – aber mit sphärisch und Pfeffer bitte!
Wertung: 7,5/10
Genre: Post Hardcore
Spielzeit: 40:43
Release: 06.10.2017
Label: Rise Records

Thousand Below – nur eine weitere der zahlreichen Post-Hardcore-Bands aus schlaksigen Musikern in weißen T-Shirts, engen Jeans, mit Tunnels in den Ohren und unverständlichem Gebrüll? Keineswegs, denn das Debütalbum dieser Band kann sich durchaus sehen lassen. Zumindest, wenn man mit unverblümt emotionalen Songs und einer gehörigen Packung Gefühlen dahinter zurechtkommt. Ganz neu sind die fünf Musiker der kalifornischen Band auch nicht im Geschäft – vielmehr bringt jeder von ihnen schon eigene Banderfahrung mit und das merkt man dem hier zu bewertenden Resultat auch an.

Gut, es mag hier oder da mal ein wenig der rote Faden fehlen und vielleicht scheint der eine oder andere Song manchen Hörern ein bisschen „zu eingängig“, doch es handelt sich bei „The Love You Let Too Close“ definitiv um eine hörenswerte Platte mit viel musikalisch verarbeiteter Wut und Trauer. Kein Wunder, schließlich thematisiert Sänger James DeBerg  auch einen persönlichen Verlust und seinen eigenen Umgang damit auf diesem Album, was aus den Texten nicht eben leichte Kost macht und aus den Songs hier und da deutlich herauszuhören und zu -lesen ist.

Was beim erstmaligen Anhören fast sofort ins Auge oder vielmehr Ohr fällt, ist eine offensichtliche Schwäche für sphärische Sounds  und Effekte seitens der Songwriter – kaum ein Stück kommt ohne ebendiese aus. Das Ergebnis wirkt jedoch nur an wenigen Stellen übertrieben, sondern fügt sich durchaus harmonisch ins Gesamtbild ein. Kein übertriebenes Herumspielen mit Effekten statt Substanz also an dieser Stelle. Auch sollte man sich vom eher dezent gestalteten Cover keineswegs zu der Annahme verleiten lassen, dass dieses Album langweilig sei. Denn gleich der erste Song macht neugierig auf mehr: Mit gelungenen fliegenden Wechseln zwischen cleanen und nicht-cleanen Gesang  und gehörig Pfeffer sowohl bei Vocals als auch von Instrumentenseite ist die Single „Sinking Me“ ein guter Einstieg und macht den geneigten Hörer erstmal gründlich wach.

Wer einen Wachmacher sucht, dem sei an dieser Stelle auch „Follow Me Home“ empfohlen. Düster, laut und voller Verzweiflung hingegen der Titeltrack „The Love You Let Too Close“, ein sehr emotionsgeladener Song über den Selbstmord eines engen Freundes von DeBerg. Gefolgt wird dieser erste akustische Frontalangriff mit „Follow You Home“ direkt von einem weiteren, sodass einem das nur wenig ruhigere „The Wolf And The Sea“ schon wie eine Verschnaufpause vorkommt. Dagegen schon regelrecht verträumt-schwebend kommt das Intro von „Sleepless“ daher. Hierbei handelt es sich um einen eher kompakten und eingängigen Song, der später noch etwas mehr Tempo aufnimmt, ohne dabei jedoch besonders hervorzustechen.

Eine „echte“ Ruhepause auf dieser Platte hingegen bildet „No Place Like You“, auch wenn das Intro mit den sphärischen Sounds stellenweise förmlich verschwimmen zu scheint – diese Pause hat man nach dem Kracher „Vein“ aber auch definitiv nötig. Den eher schwermütigen Abschluss bildet mit „Into The Gray“ ein weiteres sehr intensives Stück mit einer im Kontrast dazu fast schon träumerischen Bridge.

Auch wenn vereinzelten Songs noch das „gewisse Etwas“ fehlt und sich mit dem letzten Song bezüglich der musikalischen Stilrichtung offenbar eine gewisse Uneinigkeit eingeschlichen hat – es handelt sich bei diesem Album insgesamt um ein gelungenes und einen gleichsam melodischen wie energiereichen Angriff auf die Trommelfelle mit zahlreichen sehr starken Songs und einer gehörigen Portion Herzblut dahinter. Definitiv weiterzuempfehlen!

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