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Thornium: Dominions Of The Eclipse

Jede Menge Retro
Wertung: 6/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 80:07
Release: 14.10.2011
Label: Soulseller Records/Soulfood

Authentizität, darum geht es im Black Metal kontinuierlich. Meist driften etwaige Diskussionen schnell ins Lächerliche oder Triviale ab. Das vorliegende Projekt ist weder das Eine noch das Andere. Thornium waren in den Neunzigern keine große Nummer. Das sind sie auch jetzt nicht. Aber in ihrer Anfangszeit hatten die zwei Musiker ein Gespür für feinen rohen skandinavischen Black Metal.  

Frei an dem Spirit, der Anfang der Neunziger von Skandinavien nach Mitteleuropa und auch zu uns zog, hat sich die Musik von Thornium orientiert. Dabei spielen die beiden Musiker diese bestimmte rohe Form der schwarzmetallischen Kunst, die noch der Generation entspringt, der man den ungeschliffenen Sound noch glaubt und abnimmt. Hier wären wir dann wieder bei der eingangs angeschnittenen Authentizität. 

Die Musik des Projekts zeigt viele Facetten. Dabei wandern die Songs von schnellen, gehetzten und geprügelten Nummern zu schleppenden und mit weitläufigen Gitarrenarrangements versehenen Mid-Tempo-Nummern. Noch recht selten verwendete Keyboards zeichnen die Parallelen zu den damaligen Szenegrößen deutlich auf. 

Hier ist auch schon der Knackpunkt. Thornium konnten nie mit eigenen Ideen glänzen, sondern verließen sich immer auf das bereits Funktionierende. Damit konnte und kann man schon Erfolg haben, aber richtig durchstarten wird man damit nicht. So war und ist es auch im Hause Thornium. Zu sehr erinnern die Stücke an damals präsente Gruppen, die den Black Metal revolutioniert hatten, und das ohne große Mühe. Bei Musikern aus der zweiten oder gar dritten Reihe riechen solche Anlehnungen immer ganz schnell nach abkupfern. 

Der Sound der Scheibe entspricht den damaligen Black-Metal -Werken. Er ist roh, stark verzerrt, kratzt immer an der Grenze zum Übersteuern und klingt recht flach. Das ist in diesem Fall aber kein Problem, Ausnahmsweise. Dieser ganz spezielle Rumpel-Black-Metal-Sound hat eine besondere Charakteristik, die die Stimmung einer guten Platte aus diesem Genre erst lebendig macht. 

Die Veröffentlichung ist ja eine Wiederauflage eines Albums aus den Neunzigern, das dürfte ja inzwischen klar geworden sein. Zu der Eins-zu-Eins-Kopie der damaligen Musikdaten gesellt sich aber auf der Neuveröffentlichung noch ein ganzer Haufen vorher teilweise nie für die normalen Hörer zugänglicher Songs. Ab Titel neun geht es eigentlich nur noch um Demoaufnahmen von früher. Das ist eine gute Gelegenheit für geneigte Hörer zu erforschen, wie ein Lied ausgearbeitet war, bevor es die große Reise ins Presswerk und in die CD-Player dieser Welt antrat.

Die Zusammenfassung kann man hier kurz gestalten. Die Scheibe polarisiert logischerweise heftig. Für die Anhänger der schwarzen Kunst mag sie so etwas wie eine kleine Offenbarung darstellen, für alle anderen wird es wohl eher in die Richtung Lärm tendieren, das ewige Schicksal des Black Metal eben.

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