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Thormesis: Vergangene Asche

Ein Taumel zwischen Stumpfsinn und feiner Poetik
Wertung: 6/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 40:42
Release: 16.01.2010
Label: Düsterwald Produktionen

Ein Blick auf die Promobilder der Band Thormesis verrät sofort das Genre, dem sie sich mit ihrer Musik verschrieben haben. Rot-weißes Corpse Paint, mittelalterliche Kluft, dazu ein paar Methörner: Das muss Pagan Metal sein! Und genau das ist es auch! Mit dem zweiten Album von Thormesis bekommt man eine Scheibe mit recht unverwischtem Pagan Metal auf die Ohren.

Den Sound von Thormesis bilden grundsätzlich folkige Melodien, welche immer wieder von voran preschendem Gehämmer aufgemotzt werden. Auf dieser Grundlage arrangieren Thormesis die unterschiedlichsten Gesang-Stile. Vorherrschend sind dabei die Black-Metal-Screams, die dem ganzen Album eine ziemlich bösartige Note verpassen. Unterstützt werden diese oft von cleanen Gesängen im nordischen Stil, die damit den Part der heidnischen Atmosphäre übernehmen.

Musikalisch fahren Thormesis eine sehr klare Linie. Technisch betrachtet wissen sie auf jeden Fall zu überzeugen und schaffen mit ihren gegensätzlichen Parts insgesamt eine gute Mischung, die sehr ausgeglichen wirkt. Die Melodien sind bei manchen Songs aber leider zu fröhlich im Bezug auf den Gesang bzw. die vorher kreierte Stimmung des Liedes. Dies irritiert zwar etwas, stört aber im Verlauf eher weniger. Was dafür leider mehr ins Gewicht fällt, sind die ständigen Wiederholungen eines Motivs innerhalb eines Songs. Hier wird man nicht nur den Melodien, sondern auch den Lyrics überdrüssig. Bestes Beispiel ist dafür „Mein toter Weg“. Obwohl die Lyrics durchdacht und authentisch wirken, kann man sie nach merhmaligem Lauschen einfach nicht mehr hören und sie fangen langsam an zu nerven. Schade eigentlich, denn so poetisch angehauchte Texte bekommt man eher selten zu hören.

Die Vocals sind bei Thormesis etwas Besonderes. Hier werden, wie schon angedeutet, die unterschiedlichsten Stile kombiniert. Der Black-Metal-Gesang, der die düstere Vormacht übernimmt, ist sehr überzeugend und durchgreifend. Durch ihn werden die folkigen Melodien ein gutes Stück Richtung Pagan Metal verschoben. Die häufig eingesetzten Clean-Vocals hingegen bereiten beim Hören Probleme. Obwohl die Kombination an sich nicht unüblich ist, passen sie bei „Vergangene Asche“ nicht zusammen. Der cleane Gesang wirkt allein durch seine Stimmlage in der Kombination deplatziert und konfus. Aber auch für sich genommen fehlt ihm hier die gewisse Kraft und darunter leidet die Authentizität des Gesangs enorm.

Weiterhin findet man bei Thormesis sogar den ein oder anderen rauen Growler wie auch wildes Gegröle. Letzteres driftet leider des Öfteren in punkige Schreie ab, die mehr nach den besoffenen Nachbarn vom Zelt nebenan als nach dem Gesang einer ernstzunehmenden Pagan-Metal-Band klingen. Diese werden zum Ende hin des Liedes „Vergangene Asche“ zudem mit einem stumpfsinnigen „Ladeladela“-Text verknüpft, wodurch sich die Band selber einmal ordentlich ins Knie schießt. Dabei können Thormesis auch ganz anders. „Geladen zum Fest“ ist so ein stimmungsgeladener Knüller, bei dem man spontan in den Mosh Pit springen würde, vorausgesetzt es wäre einer in der Nähe. Energiegeladene Breaks und dynamische Spielweise kombinieren sich hier mit der starken Atmosphäre eines wilden Saufgelages. Die Kneipengeräusche im Hintergrund passen perfekt und versetzen den Hörer noch mehr in Stimmung. Wie Thormesis das auch immer gemacht haben: in diesem Lied passen auch auf einmal Screams und cleane Vocals perfekt zusammen. Zwar gibt’s auch hier diese albernen „Ladela“-Passagen, im Angesicht der Qualität des restlichen Songs verblassen sie aber zum Glück auf ein erträgliches Niveau und stören dadurch den Fluss kaum noch.

Insgesamt bieten Thormesis mit „Vergangene Asche“ ein passables Pagan-Album im mittleren Bereich. Es bietet wenig Innovation, hörbar ist es aber allemal und wenn sie es schaffen, noch einmal die Dynamik wie in „Geladen zum Fest“ zu wiederholen, wird sich auch ein Einblick in das nächste Album der Band lohnen.

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