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This Is Ghost Country!: Red Desert Blues

Spontan, staubig, ungehobelt: Rotzrock galore!
Wertung: 7.5/10
Genre: Stoner Rock/Metal/Punk
Spielzeit: 29:27
Release: 22.04.2010
Label: Eigenproduktion

Konzeptalbum mal anders: This Is Ghost Country! aus Berlin verzichten auf Storytelling, wiederkehrende musikalische Motive oder zusammenhängende Thematik. Ihrer „Red Desert Blues EP“ liegt eine ganz andere, vielleicht urtümlichere Art von Konzept zugrunde: Weg vom geschmirgelten, audio-gephotoshopten Hochglanzprodukt, hin zu den rohen Ursprüngen. Weg vom stundenlangen Feilen an einzelnen Soundspuren, hin zur spontanen Eingebung.

Kurz: Weg vom Mehrspurgerät, hin zur Liveaufnahme.

Ein lobenswerter Grundgedanke, der dann auch genau so in die Tat umgesetzt wurde. Elf Songs holzte das Quartett in zwei Nächten ein; acht davon finden sich auf dieser Debüt-EP wieder. Und die klingt exakt so, wie es das Konzept vermuten lässt: roh, rotzig und energiegeladen.

Die quasi nicht vorhandene Produktion unterstreicht gekonnt den Charakter der stilistisch zwischen Stoner Rock, Punk und Metal angesiedelten Songs und die unnachahmlichen Stilmittel einer Live-Performance: Rumpelnde Drums, Gitarrenfeedback, lebendig dröhnende Bässe, charmant unperfekter, dennoch halbwegs professionell klingender Gesang. Letzteren beschreibt die Band selbst als „intuitiv“ - was auch immer das heißen mag. Komplett improvisiert scheinen die Vocals nicht zu sein, ob hinter den Songs immer ein besonderer Sinn steckt, ist schwer auszumachen und eigentlich auch egal. Bei dieser Musik interessieren nun wahrlich andere Faktoren als Botschaft und Aussage.

Riffs zum Beispiel, und davon haben TIGC! jede Menge anzubieten. Nichts wirklich Innovatives zwar, aber Spaß machen „Death Race Driver“, „Two Face“ oder der Bonustrack „Hellboy '84“ dennoch. Dass man es sich leisten kann eine Platte live einzuspielen, weil man den dafür erforderlichen Groove hat, beweist die Band hier ebenfalls eindrucksvoll. Den schweren Riffs gegenüber steht eine Nummer wie „My Little Cat“, die deutlich punkiger ausfällt, deshalb aber nicht schlechter ist. Noch eine andere Richtung schlägt der Song „Tekken Tag Tournament“ ein: anfänglich noch die gelungene Umsetzung einer vollkommen zugedröhnten Stoner-Ballade à la Kyuss' „Space Cadet“, nimmt der Track zwischendurch Fahrt – und Verzerrung – auf und mündet in Schweinerockriffs in kruden Taktarten.

Keine Frage, TIGC! sind vielseitig unterwegs und bieten über acht Songs verteilt einen recht guten Querschnitt ihres Könnens. Kritisieren kann man, dass wirklich unverwechselbare Soundmerkmale ebenso wie echte Innovation (bisher?) nicht wirklich vorhanden ist und dass gerade an den Gitarrensoli in Zukunft noch deutlich gefeilt werden sollte. Abgesehen davon liefert man mit der „Red Desert Blues EP“ aber eine nette Scheibe für Freunde rauer Sounds ab, die schon wegen ihrer gelungenen Ungeschliffenheit Beachtung verdient.

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