Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

This April Scenery: Absence Makes The Heart Grow Fonder

Stark an amerikanische Kollegen angelehnt, aber dennoch ein frisches Album
Wertung: 7/10
Genre: Finestnoise/Radar Music
Spielzeit: 39:42
Release: 30.07.2012
Label: Indie Rock, Poppunk

This April Scenery aus dem Düsseldorfer Raum kann man nicht einfach so mal eben kurz anhören. Nachdem die Jungs ihr Album in die Hände der Schreiberin dieser Zeilen gelegt hatten und diese sich einen kurzen Überblick verschafft hatte, landete „Absence Makes The Heart Grow Fonder“ in einer weit entfernten Schreibtisch-Ecke. Poppig mutete das Debütalbum an, so gar nicht nach Post-Hardcore, wie es zum Beispiel auf der Facebook-Seite der Jungs angepriesen wird. Das „poppig“ aber nicht gleich „scheiße“ bedeutet, sollten auch Metaller wissen – also wird das gute Stück noch mal hervorgekramt, um sich etwas genauer damit zu befassen.

Zumindest kann man dem dynamischen Vierer keinen Schnellschuss vorwerfen, denn die Band gurkt immerhin schon seit gut drei Jahren im Mikrokosmos des Indie Rock und Poppunk herum und bringt „erst“ jetzt ihre erste Scheibe heraus. Dementsprechend wirkt das Debüt auch relativ gut durchdacht, aber nicht konstruiert – frisch und mit Spaß in den Backen, aber an den richtigen Stellen doch irgendwie ernst kommen die elf Songs auf gut 40 Minuten Spielzeit rüber und sogar ohne große Plattitüden und Klischees aus, obwohl natürlich das ein oder andere Riff und der ein oder andere Refrain einem ab und an ein wenig bekannt vorkommen mögen. Aber welche Band kann heutzutage noch von sich behaupten, etwas völlig Neues auf die Beine zu stellen?!

Ausgestattet mit Drums, Bass, zwei Gitarren, Synths und natürlich Sänger Nico, wagt sich die Truppe frisch und fröhlich an den Opener „Stay The Course“ heran. Auch auf die Gefahr hin, dass das wahrscheinlich mittlerweile in jedem Review zum Album steht, aber solche Bands wie At The Drive-In oder auch ganz leichte Billy Talent-Einflüsse sind schon zu Beginn erkennbar. Natürlich tun sich da gewisse Schubladen auf, aber das Einsortieren diverser Bands in bestimmte Genres hat sich ja mittlerweile zu einem derartigen Deppensport entwickelt, dass wir uns davor mal verschließen wollen.

„This Is Me Again“ mag zwar einen doofen Titel haben, mausert sich aber recht schnell zu einem Indie-lastigen Poprock-Song, der sich nur äußerst schwer wieder aus dem Gehörgang entfernen lässt. Beim folgenden „Jesus Christ Lizard“ ist man dann gar an die guten alten Blink-182 erinnert – da werden Erinnerungen wach, als man 14 oder 15 war und die Abende im Kollektiv auf irgendwelchen Wiesen und an lauschigen Seen verbracht hat. Allein der Refrain mit seinen scheppernden Snares und Nicos Gesang erinnert stark an die Amis – überhaupt klingt „Absence Makes The Heart Grow Fonder“ erstaunlich nach US-Poppunk, was aber in dem Fall tatsächlich mal recht erfrischend ist.

Auch „A Teenlife Crisis“ hat einen eher klischeehaften und zuckrigen Titel, geht aber für Bandverhältnisse gleich recht gut nach vorne und überzeugt mit eingestreuten Gangshouts. Den meisten Hardcorelern wird dabei der Karies aus den Zähnen fallen, aber als aufgeschlossener Mensch kann man sich mit der Musik von This April Scenery durchaus anfreunden, immerhin kommt das Debütalbum ehrlicher rüber als so manche Metalplatte.

Der vorletzte Song „Homunculus“ lässt dann tatsächlich zum ersten Mal eine Tendenz Richtung Post-Hardcore durchscheinen – scheppernde Drums und flirrende Gitarren vermengen sich miteinander und bilden einen aufputschenden Songteppich. Schade, dass der Track rein instrumental gehalten ist, es wäre sicherlich interessant gewesen zu beobachten, was Nico aus dem Stück noch herausgeholt hätte. Andererseits überzeugt das Stück auch ohne Gesang und wäre mit Vocals vielleicht nicht ganz so gut rübergekommen. Dafür hauen die Herren zum Ende mit „You Tried So Hard“ noch mal einen richtigen Kracher raus, der eigentlich an sich recht ruhig dahin fließt, aber gegen Ende mit einem wahnwitzigen Gitarrensolo noch mal aufgewertet wird.

Fazit: „Absence Makes The Heart Grow Fonder“ klingt zwar stellenweise sehr vertraut nach den oben genannten amerikanischen Kollegen, allerdings bewahren sich This April Scenery auch noch eine jugendliche Frische, die zum Glück auch über die volle Albumdistanz nicht verloren geht. Sieben Punkte kann man hier schon geben, beim nächsten Mal dürfen gerne noch mehr solche Ausraster wie in „Homunculus“ dabei sein.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands