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Thinner: Say It!

Für den kleinen Spaß zwischendurch
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore Punk
Spielzeit: 24:11
Release: 29.03.2013
Label: Midsummer Records

Jemanden in gerade mal 24 Minuten zum Schwitzen zu bringen, ist ohne direkten Körperkontakt gar nicht mal so einfach. Thinner aus Berlin schaffen das mit ihrer neuen Scheibe „Say It!“ völlig problemlos. Als erstes „richtiges“ Album nach der 2010 veröffentlichten und 2012 wiederbelebten „Backwards“-EP hat das gute Stück natürlich Erwartungen zu erfüllen, die die Old School Hardcore Punks aber mit einer lässigen Handbewegung abwehren dürften.

In Trio-Form bolzen die Jungs durch 15 Songs, die selten die Zwei-Minuten-Grenze sprengen. Irgendwie passt diese kurzatmige Hektik aber perfekt zum Sound der Platte, obwohl man nach zwei oder drei Durchläufen gerne mal was Ruhigeres zwischenschiebt, um wieder ein bisschen Atem holen zu können. Dabei ergeben sich Thinner aber nicht etwa stumpfem Underground-Gekreische, sondern haben ein paar kleine Überraschungen im Petto, die den Hörer schon mal schmunzeln lassen. Da wird im Instrumentalstück „Do The Slap“, passend zum Titel, auch schon mal der Rock’n’Roll-Kontrabass ausgepackt, der Opener „No More Chimps“ wird von richtig coolen Gitarren eingeleitet und atmet auch ein bisschen Rock’n’Roll, während „Smackdown“ nahezu tanzbar daherkommt.

Langweilig wird es mit Thinner also jedenfalls nicht. Zu entdecken gibt es einiges, da kann man auch schon mal den halben Tag damit verbringen, sich durch die einzelnen Songs zu hören. Allen Konventionen zum Trotz halten sich die Drei nicht (nur) an die gängigen Hardcore-Punk-Schablonen und gewinnen damit Erfrischungspunkte. Die Stimme von Gitarrist Adrian muss man zwar erst mal mögen, aber irgendwie sympathisch ist das hastig herausgerotzte Geschrei schon. Zumal der Mann, wie in „15 Minutes“ streckenweise bewiesen, auch anders kann.

Ein bisschen mit Gitarren versetzte Fahrstuhlmusik bietet dann „Rubber Boys“ – gewöhnungsbedürftig, keine Frage, aber auch wieder ein Indikator dafür, dass Thinner mit Spaß bei der Sache sind. Und nicht nur das: Die Herren haben auch noch richtig schöne Momente im Gepäck. Die Gitarren in „Scrambled Aches“ beispielsweise, die richtige Gänsehaut verursachen und dem Hörer eine beleuchtete Skyline bei Nacht vor das innere Auge setzen. Oder das „Wolf Pack“-Intro, das einen förmlich zum Bewegen einlädt.

Etwas irritierend ist es aber schon: Da checkt man zwischendurch mal ganz kurz die Mails und schon ist die halbe Platte um. Von solch kurzen Stücken könnten sich einige Grindcorebands eine Scheibe abschneiden. Schön ist aber, dass Thinner auch gegen Ende der Scheibe nicht nachlassen. Wo andere Bands augenscheinlich ihre weniger starken Stücke platzieren (vielleicht, weil sie hoffen, dass man bis dahin schon vor Begeisterung vom Stuhl gefallen ohnmächtig am Boden liegt?), setzen Thinner noch einen drauf und bieten mit „FBML“ und vor allem dem knalligen „Bitter Pill“ noch zwei richtig schöne Rausschmeißer.

Fazit: Alle Genreinteressierten sollten sich dringend diese Band zu Gemüte führen. Top Produktion, top Truppe – ein oder zwei kleinere Abstriche müssen aufgrund der kurzen Spielzeit gemacht werden. Außerdem ist der Sound auf Dauer ein bisschen anstrengend. Alles in allem sollte „Say It!“ aber in jedem gut sortierten Schränkchen einen Platz finden.

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