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Thiasos Dionysos: Satyr

Sticht positiv aus der Masse heraus
Wertung: 7.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 51:15
Release: 26.09.2005
Label: Eigenproduktion

Passend zum Interview gibt es nun auch das Review vom Debüt des Ein-Mann-Projekts Thiasos Dionysos hier bei the-pit.de. Auf die Entstehung dieses Projekts brauche ich wohl nicht mehr einzugehen, da dies schon alles im Interview von Alexander zu lesen ist. Deshalb geht es gleich in die Vollen!

"Satyr" weist in der Tat eine starke Equilibrium-Schlagseite auf, welche mit Finntroll und Amon Amarth-Elementen angereichert wurde, was von Bandkopf André auch offen zugegeben wird. Und das ist allemal ehrlicher und sympathischer, als irgendetwas von einer "völlig kreativen und eigenständigen Musik" zu erzählen.

Kann man Thiasos Dionysos nun also als lieblosen Versuch abtun, das Beste aus angesagten Metalstilen zusammenzupacken? Ich muss gestehen, zuerst kam mir dieser Gedanke wirklich. Aber nach einigen Durchläufen (und nachdem ich mich von diesem Gedanken gelöst hatte), fielen mir diverse Kleinigkeiten im Songwriting auf, die für diese CD sprechen. Für ein Debüt gut produziert, können die Songs z.B. mit netten Chören, schönem Gitarrenspiel und folkloristischen Instrumenten, die nicht "aus der Konserve" kommen, punkten. Das ganze hätte aber definitiv mehr Druck vertragen können, vor allem was die Gitarren und Drums betrifft, aber Spaß macht das ganze auf jeden Fall. Und ich denke, darauf kommt es André auch an.

"Siegestanz" beginnt mit einem ruhigen Keyboardteppich, über den sich schöne Flötenklänge ausbreiten, bevor es dann Equilibrium-artig losgeht. Hmm, ist André ein verlorener Bruder von Helge, dem Fronter jener Band? Stimmenmäßig würde es auf jeden Fall hinkommen. Ein gut gewählter Opener, der zumindest neugierig macht. Track Nummer 2 offenbart dann den Einfluss von Finntroll auf das Songwriting (Stichwort: "Maultrommel") und ist auch ansonsten eine musikalische Wundertüte. Schnelle Riffs, ruhiges Keyboard, Gitarransolo....alles enthalten! "Der Ahnenruf" überrascht dann mit cleanem Gesang und nimmt erst nach zwei Minuten "Fahrt auf". Der Midtempo-Track ist einer der Ohrwürmer der Platte, wenn auch nicht der Größte. Aber dazu später mehr...

Der Titeltrack "Satyr" ist das Vorzeigestück der Platte, da er einen sehr guten Überblick über das Songmaterial gibt. Leider fällt auch hier wieder die drucklose Produktion auf, die der Platte viel ihrer möglichen Härte nimmt. Reinhören sollte man aber auf jeden Fall! Aber kommen wir nun zum angedeuteten Ohrwurm der Platte mit Namen "Heidrun". Ja, auch mich hat der Name irritiert, ihr seid nicht alleine damit. Aber wenn es einen Nachfolger von Equilibriums "Met" geben kann, hier haben wir ihn. Mit einem ähnlichen Chorus zum Mitgröhlen ausgestattet, ist "Heidrun" ein klasse Song zum Abfeiern. Und da sich auch die titelgebende Ziege Heidrun öfters zu "Wort" meldet, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?!

Die Zielgruppe von "Satyr" dürfte offensichtlich sein. Fans von Equilibrium, Finntroll und Konsorten können hier nicht viel falsch machen. Ich persönlich würde die Scheibe sogar auf eine Ebene mit "Turis Fratyr" stellen, wobei ich aber sagen muss, dass ich diese Art von Pagan Metal auch nicht so vergöttere, wie viele andere es tun. Im Gegensatz zu vielen seiner Genrekollegen spielt André auch die "rockuntypischen" Instrumente ein und lässt sie nicht vom Band kommen, was "Satyr" hörbar gut tut. Denn eben diese sind es, die aus der ansonsten eher drucklosen Produktion (ich bin wirklich kein Klangfetischist) hervorstechen und der CD eine gewisse Eigenständigkeit verleihen. Wenn dieses Manko bei der nächsten CD behoben wird, gibt es auch mindestens einen Punkt mehr! Ist doch ein faires Angebot,oder ?!

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