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Theudho: Cult Of Wuotan

Viel Schall um fast nichts
Wertung: 3/10
Genre: Black Metal; Thrash Metal
Spielzeit: 49:3
Release: 01.03.2008
Label: Det Germanske Folket

Theudho stammen aus Belgien und „Cult Of Wuotan“ ist das nunmehr dritte Album der Band. Diese Band sagte mir im Genre des Pagan Metal bislang und beizeiten eher wenig. Okay, wollen wir mal schauen, ob ich da jetzt eine üble Wissenslücke habe.

Mächtig Eindruck schinden soll das Intro „Zeitenwende“, denn neben der Instrumientierung gibt es auch ein paar gesprochene Zeilen, bevor das Intro dann in den ersten richtigen Song „Terror Cimbricus“ übergeht. Relative Durchschnittskost schwappt da an des Hörer´s Ohren, denn man fragt sich während des Songs, wann es denn hier ernsthaft mit Pagan Metal losgehen soll. Größtenteils im Midtempo angesiedelt, gibt es schonmal den ein oder anderen Ausflug der gedoppelten Gitarren in Black Metal Gefilde, aber ansonsten? Ich finde hier keine Attribute, die einen Pagan Metal-Song ausmachen.

Auch das folgende „Thumelicus“ kann den wahren Pagan Metal-Liebhaber nicht hinterm Ofen hervorlocken, denn auch hier mangelt es ziemlich an dem, was Pagan Metal nun wirklich ausmacht. Vielmehr findet man hier einen Mix aus Black- und Thrash Metal, aber das auch in einem solchen Umfang, der über die gesichtslose Mittelmäßigkeit nicht herauskommt.

Akustikgitarren eröffnen „Harjaz“ und in dem Moment, wo die Stromgitarren mit einsteigen, sieht man einen ersten, kleinen Hoffnungsstreif am Horizont. Aber hey, was ist das? Erinnere ich mich jetzt bloß so an Dissection und insbesondere ihren Song „Thorns Of Crimson Death“? Nee, von allein kommt das nicht, denn das hier hat schon eine nahezu frappierende Ähnlichkeit mit der Melodie der Schweden. Nur ein Schelm, wer Übles dabei denkt.

Für diese in „Silence Reigned Over The Bog“ über die Gesamtmelodie drüber gelegten Cleanvocals gehört der Verantwortliche geprügelt. Scheußlich, sowas kann man doch nicht machen. Die Keyboardklänge, die wohl atmospärische Dichte vermitteln sollen, klingen billig. Und es kommt noch einen Tacken schlimmer: „The Fall Of Rome“ wäre ja an sich kein schlechtes Thema, um es metaltechnisch zu vertonen, doch das, was hier passiert, ist schlicht und einfach nichts als langweilig. Oder wie nennt ihr es, wenn ihr, während ihr einen Song hört, genervt auf die Uhr schaut?

Jupp, das hat ja noch gefehlt: Das schleppend beginnende„Veleda“ wartet dann auch noch mit female Vocals auf und im Anschluss wird erstmal ausgiebig auf dem Tasteninstrument herumgedudelt. Die weiblichen Vocals nach einem schnelleren Zwischenpart klingen nicht kraftvoll, sie klingen wie das Gegenteil davon.

„Ahnenkult“ ist danach im Übrigen genauso belanglos wie seine Vorgänger. Bei „Wuotanes Her“ gibt es zugegebenermaßen ein recht feines Gitarrensolo, doch trotz diesem frage ich mich krampfhaft, wo das Erhabene ist, das Majestätische, das man gern allzu häufig in Pagan Metalsongs findet und auf diesem Album bis jetzt umso schmerzlicher vermisst. Nun, ich denke, ich werde solange weiter suchen, bis die CD vorbei ist und dabei wohl auch ziemlich erfolglos bleiben.

„Prophecies In Flames“ bringt Abwechslung mit sich, das allerdings in Form der weiblichen Vocals, auf die ich jetzt gern verzichtet hätte. „Ergriffenheit“ ist ein schaurig-schönes Piano-Outro mit einem gesprochenen Text, aber ohne einen letzten Glanzpunkt zu hinterlassen.

Rein handwerklich haben sich die Jungs nichts vorzuwerfen. Doch wo es definitiv hapert, ist das Songwriting, denn das Material enthält nichts, was einen dazu bringt, die CD nach einmaligem Durchlauf unbedingt ein weiteres Mal durch den Player zu jagen. Und wenn man von Pagan Metal spricht, sollte davon auch musikalisch etwas zu hören sein. Das erwartet der Hörer einfach.

Fazit: Weit ist es hier nicht her mit Pagan Black Metal. Viel eher passt Black Thrash Metal. Aber auch mit dieser Bezeichnung dürften es die Belgier schwer genug haben, denn über einen mittigen Platz im Einheitsbrei kommt diese Scheibe nicht hinaus. Zudem hält der Inhalt nicht annähernd das, was die Verpackung da anpreisen will.

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