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These Are They: Who Linger

Durchschnitt an allen Ecken und Kanten
Wertung: 5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 49:36
Release: 13.10.2009
Label: The End Records

Was bitteschön soll denn These Are They bedeuten? Hervorgegangen aus der Band Novembers Doom haben sich die US-Amerikaner Kuhr und Nicholson einen reichlich seltsamen Namen für ihr neues Projekt ausgesucht. Der Albumtitel ist grammatisch auch nicht das Gelbe vom Ei, aber lassen wir das, denn wenn man Band- und Albumnamen zusammen nimmt, ergibt es ja sogar etwas Sinn. Laut eigenen Angaben hat man sich dem Death Metal der alten (Chicago) Schule verschrieben, spielt diesen aber selbstverständlich in einer „unvergleichlichen“ Art.

Das erste, was wirklich auffällt, ist die schwache Produktion, die extrem handzahm aus den Boxen kommt. Zwar klingt alles so, wie es klingen sollte, aber die ganze Chose ist zu leise und zu drucklos aufgenommen. Musikalisch bewegt man sich auf den Pfaden von Obituary und Bolt Thrower, was heißen soll, dass man keinen High Speed Death erwarten sollte. These Are They grooven sich ohne Highlights durch neun Songs (plus Intro) und machen dabei zumindest handwerklich eine gute Figur.

Versteht mich nicht falsch, ich habe schon wesentlich schlechtere Platten aus diesem Genre gehört, aber was an dieser Band nun so außergewöhnlich sein soll, erschließt sich mir nicht. Es dauert bis zum vierten Song „In The Hall Of Waverly“ bis mal ein melodischer Part das dröge Geschehen durchbricht. „Blood Vengance“ ist ebenfalls verhältnismäßig gut geworden und klingt wie ein Autounfall zwischen Amon Amarth und Entombed. Wenn da nur nicht diese preisgünstige Produktion wäre, würde mir vielleicht sogar noch mehr Positives einfallen.

Das ist übrigens generell das Problem von „Who Linger“: Es fällt einem einfach nichts ein, was es rechtfertigt, der Band eine Möglichkeit zu geben, Platten zu veröffentlichen. Das klingt hart, zumal es, wie erwähnt, noch viel Schlimmeres zu kaufen gibt, aber wer hat denn soviel Kohle? These Are They sind musikalisch okay, wissen, was sie können, und gehen keinerlei Risiken ein. Schnellere Songs wie „The Indweller“ oder das leicht thrashige „The Midnight Hour“ könnten bei besserem Klang sogar als gut durchgehen, aber im Großen und Ganzen ist dieses Album einfach Durchschnittsware, die keiner so recht braucht. Denn auch nach mehrmaligem Durchhören fällt mir kaum noch etwas ein, was man noch schreiben kann. „4th Of July“ fällt aufgrund seiner cleanen Vocals natürlich aus dem Rahmen und bleibt hängen, wirkt aber andererseits auch nur wie ein lang gezogenes Outro.

An die Großtaten genannter Bands erinnert „Who Linger“ jedenfalls zu keiner Sekunde. These Are They vermögen es allerdings, ihre Musik so zu gestalten, dass sie niemals nervt. Ob das als Qualitätsmerkmal zählt, darf wohl mehr als nur angezweifelt werden. Diese Platte zieht sich hin wie Kaugummi und ist die Definition von Durchschnitt.

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