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Therion: Sitra Ahra

Symphonic Metal der Extraklasse
Wertung: 8.5/10
Genre: Symphonic Metal
Spielzeit: 61:11
Release: 17.09.2010
Label: Nuclear Blast

Mit „Sitra Ahra“ bringen Therion ihr bereits 14. Studioalbum an den Start. Und eines sei gleich vorweg genommen, es ist ein kleines Meisterwerk geworden. Dass die Schweden um Mastermind Christopher Johnsson seit den letzten Alben kontinuierlich immer noch anspruchsvollere und ausgereiftere Alben veröffentlichen, dürfte den Fans ja bekannt sein. „Sitra Ahra“ führt diese Entwicklung entschieden fort. Therion behalten ihren musikalischen Balanceakt zwischen Metal, Gothic, Chören und Rock bei und erschaffen durch ihre Songstrukturen eine wahre akustische Reise in mystische Welten.

Dabei wagen Therion gar keine großen Experimente, sondern halten sich eher an bewährte Strukturen. Die dargebotenen Melodien und die Songstrukturen sind bis ins feinste ausgearbeitet. Chöre und Soprangesang spielen sich immer wieder den Ball zu und erhöhen so Stück für Stück die Spannung. Und unter all diesen Melodien, die sich immer wieder vereinen, um dann wieder wild durcheinander zu wirbeln, spielt Johann Kullberg ein so vielfältiges und kurzweiliges Schlagzeugset, das seinesgleichen sucht. Der absolut glasklare Sound auf der CD macht die begeisternde Wirkung erst möglich. Verantwortlich für die starke Akustik ist Lennart Östlund, der unter anderen schon mit Led Zeppelin und ABBA gearbeitet hat. Textlich siedelt sich „Sitra Ahra“, das übersetzt so viel wie „die andere Seite“ bedeutet, wie für die Schweden typisch im Bereich Magie, Mystik, Religion und Fantasy an. Die Lyrics hat Thomas Karlsson, der Begründer des Ordens Dragon Rouge, verfasst.

Fast schon gespenstisch leitet der Titeltrack die CD ein. „Sitra Ahra“ bietet während fünfeinhalb Minuten Spielzeit Gänsehaut pur. Hier wird gleich alles ausgepackt, was Therion zu bieten hat: ein geiles Riff, Chor und schöne Cleanvocals. Und das alles ist mit einer ansprechende Hookline versehen.

Etwas ruhiger wird es mit „Kings Of Edom“. Die Violinen und die Gitarren tragen einen förmlich durch das Stück, das zum Ende zu deutlich an Fahrt aufnimmt.
Mit erheblich mehr Dramatik wartet „Unguentum Sabbati“ auf. Hier dominiert die männliche Stimme und der sägende Klang der Rhythmusgitarre.
„Land Of Canaan“ bremst wieder etwas, füllt das fehlende Tempo mit einer Riesensammlung Melodiebögen wieder auf.

Wahren Ohrwurmcharakter beweist „Hellequin“ mit seinem fesselnden Refrain.
„2012“ glänzt mit der Arbeit der Gitarristen Christofer Johnsson und Christian Vidal. Des Weiteren beheimatet dieser Track ein sehr aufregendes Gitarrensolo.
Der am meisten mit Chören besetzte Titel auf „Sitra Ahra“ ist „Cu Chulain“. Auffallend sind auch die fast schon zerrenden Gesangspassagen. Episch wird es dann mit „Kali Yoga III“; die Hammondorgel drückt diesem Lied ihren Stempel auf.
„Din“ ist das aggressivste Kapitel der CD. Ein durchgehend hämmerndes Drumset mit Blastbeats und Doublebass lässt keine Ruhe einkehren. Das abschließende „After The Inquisition: Children Of The Stone“ beschließt dieses Album und ist noch einmal sehr Chorlastig.

Therion liefern mit „Sitra Ahra“ ein sehr gutes und durchdachtes Album ab. Man mag kritisieren, dass es sich zu wenig vom Vorgänger abhebt, doch Therion trennen sich so eindeutig von der großen Masse ab, dass die Alben zwangsweise ähnlich klingen sobald sie als Therion identifizierbar sind. Für alle Fans von symphonischer Musik ist diese CD ein Muss im Regal und alle anderen sollten durchaus auch einmal ein Ohr riskieren. Es lohnt sich.

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