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Therion: Secret of the Runes

Therion untermauern ihre Ausnahmestellung
Wertung: 8/10
Genre: Classic Metal
Spielzeit: 57:28
Release: 29.10.2001
Label: Nuclear Blast

Ich denke, tief in seinem Inneren wird Christofer Johnsson wissen, dass er sein Meisterwerk "Theli" (1996) nicht mehr übertreffen kann, egal was der Bandkopf von Therion auch tun wird. Und das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes, denn zumindest hat seine Band ein Kultalbum, und dafür würden andere Bands wohl einen Mord begehen. Johnsson sorgte mit den Veröffentlichungen nach "Theli" dafür, dass der Name Therion ein Vorzeigebeispiel für die Verbindung von Metal und Klassik wurde. Jedoch konnte kein Album mehr in ganzer Länge überzeugen - zu verworren waren stellenweise die Ideen, zu dominant das Orchester und zu weit im Hintergrund der Metal. Schlechte Alben waren z.B. "Vovin" (1998) oder "Deggial" (2000) keineswegs, aber richtig überzeugen konnten sie nicht.

Auch bei der Veröffentlichung von "Secret of the Runes" vor gut 4 Jahren wusste ich, dass das Meisterwerk der Band nicht zu erreichen war. Doch verflucht, mit dieser CD waren sie sehr dicht dran. Rock und klassische Musik stehen hier endlich wieder gleichberechtigt nebeneinander, auch wenn das Endprodukt doch anders als "Theli" klingt. Die Chöre verschmelzen mit den klassischen Rockinstrumenten und "Exoten" wie Oboen, Celli, Flöten, usw. zu einer faszinierenden Symbiose, die an die Anlage fesselt. Textlich in der nordischen Mythologie eingebettet, ergibt sich daraus eines der interessantesten Alben des Jahres 2001. Man muss sich nur darauf einlassen...

"Ginnungagap" ist gleich zu Beginn einer der "schnelleren" Tracks des Albums, was nicht viel heißen will. Aber in die Geschwindigkeitsregionen früherer Zeiten wird sich die Band wohl nie wieder begeben. "Ginnungagap" ist schlicht und ergreifend ein typischer Mid-Tempo Track der Band, der sie von ihrer besten Seite zeigt. Die Gitarren sowie die bombastischen Posaunen kommen stets zum richtigen Zeitpunkt und auch die Chöre werden nicht überreizt und können den Hörer trotz dem Fehlen eines Leadsängers fesseln. "Asgard" sorgt für Gleichberechtigung, denn hier sind die Frauen an der Reihe, zu zeigen, was in ihren Stimmbändern steckt. Der Song ist langsamer gehalten und kann mit einem schönen Gitarrensolo begeistern, bleibt aber sonst eher unspektakulär.

Aufhorchen lässt aber auf jeden Fall "Schwarzalbenheim", das, wie der Name schon verrät, in deutscher Sprache gesungen wird. Das kann man zwar nur erkennen, wenn man dabei das Booklet in der Hand hält (stellenweise ist die Betonung sehr....hmm...speziell), aber rein musikalisch hat das Lied sogar Ohrwurmcharakter. Und ganz so schlimm ist die deutsche Sprache bei dem Song auch nicht. Eigentlich hat jeder der Songs seine Momente, die einem im Ohr hängen bleiben. Mal ist es eine besonders gelungene Hookline, mal ein toller Orchestereinsatz oder ein schönes Solo. "Secret Of The Runes" enthält im Grunde keinen schlechten Song, nur stechen einige etwas mehr hervor als andere. Das einzige Lied, was bei mir nicht hängengeblieben ist (und das egal wie oft ich es höre) ist ungewöhnlicherweise der Titeltrack selbst, der keine Spannungsmomente oder sogar neue Elemente bieten kann und somit leider keinen gelungenen Abschluss dieser CD bietet...

...es sei denn, man ist im Besitz des Digipacks, welches zwei Bonustracks enthält. "Crying Days" ist eine Coverversion von den Scorpions und "Summernight City" eine von ABBA, beide natürlich im Therion-Stil gehalten. Letztere hat es sogar zu einem eigenen Videoclip geschafft. Aber auch sonst lohnt sich diese Anschaffung, denn das Digipack ist wirklich schön aufgemacht und weiß durch kleine Details, wie das "Hervorstechen" bestimmter Elemente (Bilder, Runen), zu begeistern.

"Secret of the Runes" wird natürlich keinen überzeugen, der die Band noch nie mochte. Was mir aber an der Platte so gut gefällt, ist, dass der Stil hier weiter verfeinert wurde und endlich wieder die Struktur aufweist, die ich bei den Vorgängern vermisst hatte. Durch den massiven Einsatz von Chorsängern und dem Fehlen eines klassischen Metalsängers ist diese Musik natürlich nicht für jedermann geeignet. Ich persönlich kann mir eigentlich kein Therion-Album am Stück durchhören, aber ein starkes Album bleibt ein starkes Album!

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