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Theory Of A Deadman: The Truth Is…

„We Were Men“ – aber wo sind die Eier geblieben?!
Wertung: 4/10
Genre: Rock
Spielzeit: 46:09
Release: 22.07.2011
Label: Roadrunner Records

Theory Of A Deadman verbindet man irgendwie automatisch mit Nickelback. Das liegt insofern nah, da die Kanadier beim eigenen Label des Nickelback-Fronters Chad Kroeger unter Vertrag stehen. Obwohl die beiden Combos sich dem nahezu identischen Rock verschrieben haben, heimsten Nickelback mit Alben wie „Silver Side Up“ weltweit Erfolge ein, während die ersten beiden TOAD-Alben zwar in ihrer Heimat Platin einfahren konnten, jenseits von Nordamerika jedoch eher lauwarm aufgenommen wurden. Inzwischen sind vier Alben im Backkatolog der Kanadier vertreten, an die Erfolge ihrer Kollegen konnten sie allerdings nie auch nur annährend anknüpfen.

Ob die neueste Platte „The Truth Is…“ da Abhilfe schaffen kann, bleibt auch nach mehrfachem Hören stark zu bezweifeln. Damals, 2002, als die Band gegründet wurde, hatte man noch einen gewissen Biss und beispielsweise einen Arschtreter wie „Nothing Could Come Between Us“ konnte man sich tagelang am Stück anhören, ohne dass es einem langweilig wurde. Bis auf Schlagzeuger Joey Dandeneau spielt die Truppe noch in der Gründungsbesetzung, was man ihnen ja heutzutage schon mal hoch anrechnen muss - das war’s dann aber auch schon mit den Pluspunkten im Geiste. Von knackigen Songs oder gar Rock-Attitüde kann auf der neuen Scheibe kaum die Rede sein, eher herrscht hier weichgespülter Radiopoprock vor, dem hier und da ein paar Gitarrenspuren beigemischt wurden, um die Bezeichnung „Rock“ überhaupt rechtfertigen zu können.

„Drag Me To Hell“ ist ein Song, der da ein wenig aus dem Rahmen fällt – heftige Gitarren im Intro, zwischendurch knallige Soli und die teils verzerrte Stimme von Sänger Tyler Connolly – wieso haben die Kanadier nicht mehr solche Tracks in petto? Bereits im Opener schwant einem wenig Gutes: Ein lahmes Schlagzeug, das wahrscheinlich irgendwie nach Südstaatenrock klingen soll, leitet das Stück ein, gefolgt von Gitarren, die man so oder ähnlich auch schon oft genug gehört hat. Der Refrain bietet dann wenigstens Ohrwurmpotenzial, aber schon beim folgenden „Bitch Came Back“, das laut Promozettel auf „humorvolle Weise“ mit einer Ex abrechnen soll, rollen sich einem die Zehnägel hoch. Was an dem Text humorvoll sein soll, weiß der Himmel – Tyler macht lediglich einen auf dicke Eier und prollt in bester Ami-Manier herum, wie reumütig seine (?) doch zu ihm zurückgekrochen kam. Wenn das als Scherz gemeint sein soll, müssen die Herren lernen, sowas besser zu verpacken.

Den Vogel schießt dann „Out Of My Head“ ab, das mit seinem „I, I, I can’t get you out of my head“ auf jeder Girlieparty laufen könnte, ohne zwischen Justin Bieber und den Jonas Brothers großartig aufzufallen. Scheiße, wo sind die Eier geblieben? Sich bei dem Track eine Rockband zu nennen, grenzt an pure Blasphemie – schnell weitergeskippt, vielleicht lässt sich ja noch eine Entschädigung finden. Der Titeltrack versucht sich dann an leicht hawaiianisch anmutenden Gitarren, die ein wenig an Jason Mraz’ „I’m Yours“ erinnern – und ähnlich belanglos ist der Track auch. Witzigerweise besingen sich Theory Of A Deadman dann auch noch selbst: „The truth is, you're fucking useless“ – hätten die Jungs wohl auch nicht gedacht, dass man solche Texte mal gegen sie verwenden könnte.

Leider – und das meine ich ernst – gibt es gegen Ende nichts Neues zu entdecken. „Easy To Love“ schmalzt durch die Boxen, als ob es kein Morgen gäbe, dabei hätte man daraus sicherlich eine zumindest gute Ballade machen können. Der Rausschmeißer „We Were Men“ kann dann aber durch seinen leicht düsteren Touch als Anspieltipp herhalten – Gratulation zu einer Teil-Rettung im letzten Akt! Bei der Scheibe kann man sich traurigerweise nur immer wieder fragen, wo die Rocker geblieben sind. Entweder, es wird selbstmitleidig vor sich hingejammert oder so prollig vom Leder gezogen, dass es schmerzt – die meisten Zeit dümpelt die Truppe aber in belanglosem Radiopoprock herum, der nicht mal gut gemacht ist.

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