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Theory Of A Deadman: Scars & Souvenirs

Keine Experimente
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 46:11
Release: 26.06.2009
Label: Roadrunner Records

Vermutlich würden die Kanadier Theory Of A Deadman ihr Dasein als Rockband ableben und kaum einer würde sich für sie interessieren. Wäre da nicht ein winziges Detail in der Biographie, das den Bekanntheitsstatus um ein Vielfaches steigert: Die Band ist bei 604 Records unter Vertrag, dem Label von Chad Kroeger, dem Frontmann der allseits bekannten Rockformation Nickelback. Mit „Scars & Souvenirs“ liegt nun das dritte Album vor und einmal mehr wird uns hierbei grundsolide Rockmusik geliefert.

Textlich betreten die Jungs zum ersten Mal Neuland. So berichtet Sänger und Songwriter Tyler Connolly auch viel öfter als sonst von persönlicheren Dingen, während die Texte der Vorgängeralben meist von dessen ablehnender Haltung gegenüber Frauen beeinflusst waren. So erzählt er in „All Or Nothing“, wie aus der anfänglichen Freundschaft zu seiner Frau Liebe wurde. Aber auch kritische Töne werden angeschlagen: „Hate My Life“ handelt davon, dass einem durch diverse Faktoren (Freunde, Arbeit, Familie, die eigene Person) das eigene Leben ganz schön auf den Geist gehen kann.

Mit dem neuen Album decken die Jungs aus Vancouver sowohl den krachenden, lauten Stil ab, wie auch das ruhige Balladenhafte; eine Kunst, die jede vernünftige Rockband beherrschen sollte. Leider driftet man gerade bei den ruhigeren Titeln des Öfteren ins Belanglose ab. Als Beispiel soll hier „Heaven (Little By Little)“ dienen, das zwar mit einer sehr gelungenen Hookline auftrumpfen kann, im Refrain jedoch schnell langweilig und monoton wird.

Apropos Monotonie: Wer hier jetzt ein Album erwartet, in dem viel rumexperimentiert wird, liegt auf dem sprichwörtlichen Holzweg. Theory Of A Deadman verstehen es, das Klischee des chart– und massentauglichen Rock zu bedienen. Experimentiert wird hier gar nicht, viel eher pendelt man sich zwischen namhaften Rockbands ein. So klingt „Not Meant To Be“ sehr nach Chris Daughtry und seinen Mannen. Dass Nickelback recht großen Einfluss auf die Band hat, dürfte nach dem Lesen der Bandbiographie klar sein, dies hört man auch. So klingen die Lieder zwar durch die Bank sehr ähnlich, sind aber dennoch gut hörbar und bleiben oftmals im Ohr hängen.

All diese Punkte bringen dem Charakter des Albums jedoch keinen Abbruch. Denn obwohl die Band die Schiene des Rock ohne große Besonderheiten fährt, liegt mit „Scars & Souvenirs“ dennoch ein absolut positiv zu bewertendes Rockalbum vor. Lieder wie „Little Smirk“, das zum Luftgitarrespielen anregende „Bad Girlfriend“, aber auch das balladeske „By The Way“ zeigen, dass die Band durchaus in der Liga der namhaften Rockstars mitspielen kann.

So bleibt das Fazit zweizuteilen: An alle, die mit massentauglicher Rockmusik nichts anfangen können und eher experimentellen Rock bevorzugen: Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Fans von den erwähnten Nickelback oder Daughtry werden auch mit Theory Of A Deadman ihren Spaß haben und können bedenkenlos zugreifen. Fans der Jungs aus Vancouver sowieso.

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