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Them Crooked Vultures: Them Crooked Vultures

Erwartungsgemäß großartig
Wertung: 10/10
Genre: Hardrock/Stoner Rock
Spielzeit: 66:27
Release: 13.11.2009
Label: Interscope/Sony

Das ist es also. Das von vielen in diesem Jahr wohl am ungeduldigsten erwartete, von der Internetgemeinde meistgehypte und auf jeden Fall das mit den höchsten Erwartungen konfrontierte Album dieses Jahres: das Debüt einer Band mit so exquisitem Line-Up, dass die zahllosen Vorschusslorbeeren völlig gerechtfertigt erscheinen.

Ein Rückblick: Mitte des Jahres sickert die Neuigkeit von einer gemeinsamen Band von Josh Homme (Queens Of The Stone Age, Ex-Kyuss), Dave Grohl ((Foo Fighters, Ex-Nirvana) und John Paul Jones (Ex-Led Zeppelin) durch die Presse und löst jede Menge Aufregung aus. Bald darauf wagt sich der neue Liebling aller Hardrock-, Stoner- und Alternative-Anhänger an die Öffentlichkeit, übt sich in Geheimniskrämerei, taucht hier und da als Überraschungsgast auf Festivals auf und hinterlässt Begeisterung, kurze Songsschnipsel und jede Menge Handy-Bootlegs in mieser Qualität bei Youtube. Die Rufe nach Studiomaterial werden lauter und lauter – und damit schließt sich der Kreis zum Gegenstand dieses Reviews.

Das ist es also, das lang erwartete, selbstbetitelte, erste Album der Them Crooked Vultures. Und mit ihm kommt die bange Frage: Können Josh Homme, Dave Grohl und John Paul Jones den irrsinnig hohen Erwartungen an ihr Opus gerecht werden? Oder sind sie zu einem ähnlichen Schicksal bestimmt wie eine andere Supergroup namens Chickenfoot, deren Debüt zwar für "ganz in Ordnung" empfunden wurde, aber keine rechten Begeisterungsstürme auslösen wollte? Daumen drücken und rein ins Vergnügen.

Los gehts mit "No One Loves Me, Neither Do I", einem gebremsten Hardrock-Track, der sowohl soundtechnisch als auch gesanglich an QOTSA zu "Era Vulgaris"-Zeiten erinnert. Wie könnte es auch anders sein, schließlich leiht Josh Homme den Vultures nicht nur sein Gitarrenspiel, sondern auch seine markante Stimme. Bis etwa zur Hälfte erhält der Track das Prädikat "gut und gefällig" - dann stürzt er einem Asteroiden gleich auf den Hörer herab. Es rumpelt und stampft plötzlich an allen Ecken und Enden, Takt- und Riffstrukturen werden völlig durcheinandergeschüttelt und nur der Gesang hält irgendwie die Songarchitektur aufrecht. Vor einigen Monaten waren es 14 aus diesem Titel entnommene Sekunden, die für Begeisterungsstürme bei Youtube sorgten und der Song in voller Länge beweist, warum: Beeindruckend progressiv und dabei trotzdem ziemlich unverkopft – es ist nicht zu überhören, dass hier Musiker am Werk waren, die zu Recht niemandem mehr etwas beweisen müssen.

Als echter "grower" entpuppt sich die erste Single "New Fang": weiß man bei den ersten Durchläufen noch nicht allzu viel mit der melodischen Pop-Affinität und besonders der Slide-Gitarre auf dem linken Kanal, die so gar nicht recht mit dem stampfenden Fundament aus John Paul Jones' Bassspiel und Dave Grohls Drumming harmonieren will, anzufangen, so kann der Song doch nach einiger Zeit durch seinen verdammten Drive überzeugen. Nicht ganz so positiv verhält es sich leider mit "Dead End Friends", einem in Live-Bootlegs unglaublich energetisch und rotzig erscheinenden Song, der in der Albumversion viel von seinem Charme einbüßt. Kein im eigentlichen Sinne enttäuschender Track, aber einer, der den Erwartungshorizont nicht ganz erreichen kann.

Sowohl "Scumbag Blues" als auch "Bandoliers" sind vergleichsweise ruhige bzw. unbrachiale Songs, die sich durch hohen Melodieanteil und filigrane, atmosphärische Licks, Leads und Soli auszeichnen und tatsächlich klingen wie sie heißen: Ersterer verwurstet irgendwo ein Mission Impossible-Thema und erhält dadurch seine leichte Anrüchigkeit; letzterer erinnert besonders dank der mittendrin eingebauten, an einen Triumphmarsch erinnernden, Passage an Soldaten mit Säbel und Patronengurt.

Dann macht "Reptiles" Schluss mit der zuvor herrschenden Zugänglichkeit. Sperrig, finster und unnachgiebig voranrollend finden sich hier deutliche Led Zeppelin-Anleihen ala "Kashmir". War es zuvor hauptsächlich Hommes Einfluss, der hervorstechend war, so ist es nun John Paul Jones, der einem der Highlights der Platte seinen Stempel aufdrückt. "Interlude With Ludes" zieht dann wieder ganz andere Seiten auf und leitet mit trippigem Psychedelic-Lounge zu "Warsaw Or The First Breath You Take After You Give Up" über. Trotz sperrigem Songtitel; musikalisch kann das 8-Minuten-Monstrum zunächst noch nicht überzeugen und wirkt am ehesten wie eine noch nicht ganz fertig ausgearbeitete Jamsession. Aber wer weiß, vielleicht "wächst" auch dieser Titel mit der Zeit noch.

"Gunman" schließlich lebt hauptsächlich von Dave Grohls Beitrag: einem unnachgiebigen Groove, auf den sich Gitarren, Synthieflächen, pumpender Bass und Josh Hommes charakteristisches Organ legen.

Und dann steht mit "Spinning in Daffodils" schon der letzte Track an, um noch einmal alle Merkmale des Vulture-Sounds zu vereinen: Melodie, Komplexität, Groove, Atmosphäre und die Trademarks aller drei beteiligten Rock-Superstars.

Am Ende ist der Fall klar: "Them Crooked Vultures" ist das Ergebnis des unnachgiebigen Spieltriebs dreier Männer, die sich, ohne finanzielle oder künstlerische Notwendigkeit, allein aus Spaß an ihrer Musik, auf dem Spielplatz getroffen haben um eine monumentale, meterhohe Sandburg zu bauen. Vielleicht ist es diese Ungezwungenheit, die das Album so gut macht, vielleicht ist es auch die kombinierte Musikalität der Bandmitglieder, die dafür sorgt, dass es wohl stärkere und schwächere, nicht aber wirklich schlechte oder ganz überflüssige Songs gibt. Wie auch immer, trotz unfassbar hoher Erwartungen und unüberhörbarer Reminiszenzen aus allen Richtungen ist diese Platte genau das Meisterwerk geworden, das man sich erhofft hat. Für mich ganz klar eines der, wenn nicht DAS Album des Jahres. Und auch wenn ich mit der Einstellung an dieses Review herangegangen bin, dieser Platte aufgrund ihres Hypes auf keinen Fall die Höchstwertung zu verpassen; ich komme nicht wirklich drumrum. Der Hype ist nun einmal einfach gerechtfertigt.

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