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Theatre Of Tragedy: Forever Is The World

Rückkehr zu alten Tugenden
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Metal / Gothic Rock
Spielzeit: 49:01
Release: 18.09.2009
Label: AFM Records

Lange ist es her, dass Theatre Of Tragedy den Metal um das Beauty-and-the-Beast-Prinzip bereicherten – die damalige Sängerin Liv Kristine kombinierte ihre Sopranstimme mit den Death Growls des Sängers Raymond István Rohonyi, wodurch eine neue Form des Gothic und Doom Metals entstand, die bis heute oftmals nachgeahmt wurde. Viele Jahre später hat man nun mit Doom Metal, Gothic Metal, Futurepop und Industrial Metal diverse Genres ausprobiert und zudem auch noch die Sängerin ausgetauscht.

Mit „Forever Is The World“ steht nun nach „Storm“ das zweite Album mit der neuen Sängerin Nell Sigland an und wie schon beim Vorgänger nähert sich die Band wieder ein Stück ihren Wurzeln an und greift dabei auf viele altbekannte Elemente zurück, darunter auch die Growls – letztendlich findet man diese jedoch nur in drei Songs. Das Besondere an diesem Album ist es, dass es wie eine Reise durch die komplette Diskographie der Band wirkt, mit nur einigen Ausnahmen. Die elektronischen Elemente wurden fast vollständig über Bord geworfen und werden nur noch sehr selten verwendet, der Keyboard-Einsatz ist allerdings immer noch sehr hoch. Über die komplette Spielzeit des Albums hinweg wird zwar nie aus einem gewissen Spektrum ausgebrochen, Abwechslung wird aber trotzdem genug geboten, denn neben schwermütig-verträumten Klageliedern, härteren Songs und einigen balladesken Stücken finden sich nun auch einige poppig angehauchte Tracks.

Doch auch die eingängigsten Songs auf „Forever Is The World“ haben eines mit den anderen Stücken gemeinsam: Eine melancholische Grundstimmung ist immer vorhanden, denn anders als viele Symphonic-Metal-Bands mit Sängerin, die von sich behaupten, Gothic Metal zu spielen, tun Theatre Of Tragedy dies auch wirklich. Insbesondere die Keyboards werden hier nicht annähernd so orchestral eingesetzt, wie bei anderen ähnlich gelagerten Gruppierungen, sondern unterstützen die Songs zumeist mit Piano-Melodien und sphärischen Klangteppichen. Die neue Sängerin versucht ebenfalls nicht auf Biegen und Brechen so hoch wie nur irgendwie möglich singen, sondern hält sich mehr in einer mittelhohen Stimmlage auf – trotzdem gelingt ihr es bei Bedarf, auch Goldkehlchen Liv Kristine täuschend ähnlich zu klingen, so dass die Gesangsleistung relativ variabel ist.

Das eröffnende Stück dürfte vor allem bei Fans der alten Werke der Band Anklang finden, denn „Hide And Seek“ begeistert mit einer düsteren Atmosphäre und komplett gegrowlten Strophen, erst im melodiösen Refrain darf Nell wieder an das Mikro. In den nachfolgenden Stücken fallen immer wieder nette Details wie der gelungene Piano-Einsatz in den Strophen von „Transition“ oder die unheimlichen Streicher-Klänge in „Revolution“ auf, die der CD eine gewisse Langzeitwirkung beschehren.

Den Höhepunkt des Albums stellt sicherlich das über sechs Minuten lange „Hollow“ dar, das eine deutlich progressivere Ausrichtung als der Rest der Platte verfolgt und mit seiner verträumten Stimmung und den wunderschönen Melodien sofort fesselt, bevor gegen Ende erneut Growls die tiefen Gitarren-Riffs ergänzen.

Zu Beginn von „Astray“ erhalten die elektronischen Elemente doch noch einmal ein kleines Comeback, müssen jedoch schon nach kurzer Zeit dem Wechselspiel von groovenden Strophen mit männlichem Sprechgesang und ruhigeren Gesangspassagen von Nell weichen. Nachdem man mit dem mit reichlich Death-Growls ausgestatteten Stück „Frozen“ erneut den musikalischen Wurzeln ein Besuch abstattet, erwartet den Hörer mit „Illusions“ ein weiteres Highlight: Die Atmosphäre ist in diesem ruhigen Songs fast greifbar dicht und im gelungenen Refrain gibt es zudem noch Klargesang von Raymond zu bewundern.

Abgerundet wird das Album mit dem eher einfach strukturiertem, eingängigen Track „Deadland“, in dessen Refrain auch wieder einige elektronische Klänge zu vernehmen sind, und der klagenden Halb-Ballade „Forever Ist The World“, in der es noch ein letztes Mal schwermütige Piano-Melodien zu hören gibt.

Die Norweger beweisen mit ihrem aktuellen Album nun erneut, dass mit ihnen in der Szene immer noch zu rechnen ist und dass sie auch ohne Liv Kristine problemlos zurechtkommen. Der Vorgänger „Storm“ wurde ohne Frage noch um ein ganzes Stück übertroffen, denn insbesondere Nell hat ihre Stimmleistung enorm verbessern können. Sowohl Anhänger der Aégis-Ära (sofern sie sich nicht an der neuen Sängerin stören) als auch Freunde des Debüts mit Nell dürfen hier ruhig zugreifen, denn Theatre Of Tragedy ist es gelungen, Alt mit Neu zu vermischen, ohne dass es aufgesetzt klingt.

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