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The Young Gods: Super Ready / Fragmenté

Nicht zum Nochmal-Spielen geeignet
Wertung: 99/10
Genre: Industrial/Crossover/Indie
Spielzeit: 51:30
Release: 27.04.2007
Label: PIAS

Wie auch immer sich diese Platte zu uns und dann auf unsere Seite verirrt hat, ich werde es wohl nie erfahren. Aber die Vermutung liegt nahe, dass die Jungs von der Promofirma beim Verteilen diverser Metalscheiben wohl gedacht haben, sie täten uns damit einen Gefallen.  War’s aber nicht!!!

Die „The Young Gods“ kommen aus der Schweiz. Seit Mitte der Achtziger werkelt das Trio bereits und hat seit dem zwölf Silberlinge auf den Markt gebracht. Basierend auf Synthesizern, Bass und Schlagzeug sowie diversen elektronischen Helferlein erstellen die Herren ihre Soundlandschaften.

Am Anfang der musikalischen Reise stand wohl vordergründig Herr Industrial Pate. Immerhin wird die Band gerne im Zusammenhang mit den Neubauten, NIN und Ministry genannt. Wenn viele Samples, Soundschnipsel und elektronische Spielereien Industrial sind, gehören die drei definitiv dazu.

Da Mike Patton (Faith No More) und The Edge (U2) die drei Schweizer als wichtigen Einfluss benennen, muss an ihrer Musik was dran sein. Nur was?

Aus meiner ganz subjektiven Sicht hat der Inhalt der CD nichts mehr mit Industrial, wie ich ihn kenne und verstehe, zu tun (SPK, Neubauten, Throbbing Gristle, u.a.).

Hier gibt es eine wilde Melange aus elektronischen Klängen (zum Teil technoid), gesampelten Gitarren und teils verfremdeten Stimmen. Rhythmisch wechselt der Mann an den Stöcken zwischen Rock, Punk, Techno und Drum’n’Bass. Extrem Abgedrehtes wie das super-psychedelische „I’m the drug“ trifft auf das orientalische – von einer Sitar getragene – „Stay with us“. „About time“ beschwört den Rockgeist und fällt durch ausgefeiltes bzw. ausgefallenes Drumming auf.

Dem Hörer wird eine Menge Geduld beim Erschließen der einzelnen Stücke abverlangt. Ein gewisses Faible für solche ungewöhnlichen Töne sollte der geneigte Interessent folglich schon haben, sonst ist er verloren.

Eines muss den Eidgenossen gelassen werden: Ihre Klangkreationen (z.B. das nur einminütige „Machine arrière“ oder das abgespacte „The color code“) sind an Individualität kaum zu übertreffen. Diese Form des Klangkosmos’ ist einzigartig und selten.

Fazit : Für mich ist der Name der Plattenfirma PIAS (Play It Again Sam) definitiv nicht Programm. Meine Geduld wurde beim Versuch, diese Platte zu erschließen, aufgebraucht. Nur etwas für Musikbegeisterte der besonders neugierigen und aufgeschlossenen Art.

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