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The Winyls: Honey And Lime

Tanzbar statt depressiv
Wertung: 7/10
Genre: Garage Rock
Spielzeit: 40:08
Release: 30.10.2009
Label: Hype Records

Dass selbst in der kalten Jahreszeit nicht sämtliche Musik aus Finnland düster und melancholisch sein muss, zeigen The Winyls mit ihrem zweiten Album „Honey And Lime“. Zwar ohne Innovationen, dafür aber mit viel Energie präsentieren die fünf Jungs ihren Garage Rock, der auch gerne mal in sleazige Regionen abdriftet oder einen Ausflug in die Siebziger unternimmt – das alles natürlich mit einer Menge Chart-Potential, denn sonderlich komplex sind die zwölf Kompositionen nicht.

Aber Musik muss ja nicht immer kompliziert sein um zu gefallen, schließlich sind die Songs der Band nicht gerade schlecht durchdacht. Obwohl meistens dem gängigen Strophe-Refrain-Schema gefolgt wird, bietet das Album innerhalb seiner Möglichkeiten verhältnismäßig viel Abwechslung, so dass sich die Mitsingmelodien zum Teil recht stark voneinander unterscheiden. Neben der klassischen Rock-Besetzung gehört auch noch ein Keyboarder zu der Formation, der die Stücke um einige Facetten erweitert. Gelegentlich bewegen sich die elektronischen Klänge jedoch hart an der Grenze zum Kitsch, denn manche Sounds hätte man eher bei einer Disco-Truppe erwartet – ein gewisser Reiz lässt sich dem ganzen allerdings nicht absprechen, denn oft passen die Keys zu den genauso zuckersüßen Melodien. Glücklicherweise wird das Tasteninstrument relativ vielseitig genutzt und überzeugt beispielsweise mit Hammond-Orgel-Klängen, die das Siebziger-Flair mancher Tracks noch betonen.

Eine weitere instrumentale Qualität, die sich durch die komplette CD zieht, ist das herausragende Bassspiel von James James: Dem Mann gelingt es, den nötigen Groove in die Stücke zu bringen und sogar einige der Melodien zu tragen.

Sobald die CD mit „See Me Alive“ beginnt, zeigt sich auch Frontmann Leady Winyl als recht kompetenter Frontmann, der zwischen klarem und rauem Gesang variiert, aber einen anfangs ungewohnten Akzent hat. Abseits der Stimmleistung mutet der Song in den Strophen beinahe wie New Wave an, wird aber im eingängigen Refrain wesentlich rockiger. Nach diesem ordentlichen Einstieg überzeugt der folgende Track „I Know“ trotz hervorragender Basslines nicht vollends, denn die Riffs und der Gesang wirken relativ gesichtslos. „Keep Rock 'n' Roll Alive“ rettet die Lage dann jedoch wieder und trumpft mit Siebziger-Einflüssen inklusive Hammond-Orgel und passend gesetztem weiblichem Gesang auf, wobei die Stimme des eigentlichen Sängers ein wenig zu leise abgemischt ist. Mit „Would You Believe“ präsentiert sich dann eines der Highlights der Platte: Im Stile Mando Diaos rockt die Band tanzbar mit starken Laut-Leise-Dynamiken los, gegen Ende werden sogar Piano-Klänge eingesetzt.

Ihre sanfte Seite zeigen The Winyls mit „What If“ und „Little We Can Do“ - die beiden Balladen schrammen zwar mit ihren Streichern und den poppigen Refrains an der Grenze zum Kitsch, übertreten diese aber nie, so dass die beiden Stücke das Album angenehm auflockern. Am mitreißendsten klingen die Finnen aber immer noch, wenn sie den Classic-Rock-Einschlag in ihrer Musik betonen, da dort der Groove und die Melodieführung einfach stimmen: Beispiele hierfür sind „Loose Talk“, in dem Leady Winyl wunderbar kratzig zu Werke geht und „You, Me & Rock 'n' Roll“, das vom Gitarrensound frappierend an Deep Purple erinnert.

„Honey And Lime“ ist eine durchweg solide Angelegenheit geworden, die zwar nichts Neues bringt, aber auch definitiv zu den besseren Vertretern des Genres gehört. Dank der vielen verschiedenen Stile ist zudem für Abwechslung gesorgt, auch wenn die Band manche Richtungen besser beherrscht als andere. Wer trotz der kalten Monate Lust auf tanzbare Musik mit Gute-Laune-Garantie hat, darf ruhig zuschlagen, denn hier wird ehrlich und mit viel Energie gerockt.

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