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The Wicked Soundtrack by Al Jourgensen

Mehr eine Labelübersicht als ein "richtiger" Soundtrack
keine Wertung
Genre: Industrial Metal / Crossover
Spielzeit: 64:07
Release: 21.11.2008
Label: 13th Planet Records / Soulfood

Ministry ist tot – lang lebe Ministry! Dass Al Jourgensen, seines Zeichens Mastermind der innovativsten Industrial-Metal-Band, sich nach Auflösung derselben nicht einfach nur zur Ruhe setzen würde, war selbstverständlich klar und auch von ihm selbst wurde angekündigt, er wolle sich in Zukunft lediglich mehr auf sein eigenes, in Texas ansässiges Label 13th Planet konzentrieren, keineswegs jedoch in Rente gehen.

Wenn man das vorliegende Produkt oberflächlich betrachtet, könnte man meinen, dass Al sich außerdem nun dem Komponieren von Filmsoundtracks verschrieben hat, was bei nicht wenigen Ministry-Fans mit gespannter Begeisterung aufgenommen werden dürfte. Der Film selbst, in dem die Musik vorkommt, nennt sich übrigens „Wicked Lake“ und ist irgendein typischer C-Splatter-Horror-Movie à la „Wrong Turn“ und ähnlichen furchtbaren Machwerken, die so gut wie keine Handlung innehaben: Vier junge Frauen, die – ganz erstaunlich – wenig bis gar keine Klamotten am Leib tragen, treffen irgendwo in der Walachei auf vier Typen, die ihnen gar nicht wohlgesonnen sind, aber ihrerseits des Nachts ihr blaues Wunder erleben. Dieser Mist ist nichts als Zeitverschwendung und wirft schon mal die Frage auf, wieso ein gestandener Musiker wie Jourgensen sich überhaupt für einen solchen Käse hergibt.

Aber das könnte man ja alles noch verzeihen, wenn es sich wenigstens um einen tatsächlichen Soundtrack handeln würde, wie uns die Plattenfirma weismachen will. Immerhin wurde Al Jourgensens Mucke bereits für Filme wie „Matrix“ oder A. I.“ verwendet. 
Doch sieht man sich die Scheibe genauer an, wird man ernüchtert feststellen, dass es hier wenig Neues zu entdecken gibt, geschweige denn einen ausschließlich vom ehemaligen Ministry-Frontmann komponierten Soundtrack, wie der Titel vermuten lässt. Vielmehr handelt es sich um eine Art Querschnitt durch Jourgensens Label 13th Planet, bei dem Bands wie Ascension Of The Watchers, Revolting Cocks, Ministry oder Prong vertreten sind.

Mir persönlich gefallen die Tracks von Ascension Of The Watchers (insbesondere der Opener „Evading“) und das von Jourgensen noch mit Paul Raven (R. I. P.) komponierte, bis dato unveröffentlichte Ministry-Stück „Cuz U R Next“, das richtig Power hat, am besten, und auch die Revolting Cocks-Songs, sowie die abgefahrenen, gewöhnungsbedürftigen Coverversionen „Bang A Gong“ (im Original „Get It On“ von T.Rex) und „Radar Love“ (Golden Earring) haben sicherlich etwas für sich, während ich mit Prong zum Beispiel aufgrund der Brüll-Vocals wenig anfangen kann. Das aber ist im Endeffekt natürlich alles Geschmackssache und weil hier eben eine Zusammenstellung mit mehreren Bands vorliegt, macht eine Wertung wenig Sinn.

Auf jeden Fall sollte man sich nicht vom Titel „The Wicked Soundtrack by Al Jourgensen“ irreführen lassen, das sei noch mal in aller Deutlichkeit gesagt, und Al selbst täte sicher gut daran, beim nächsten Angebot, einen Soundtrack zusammenzustellen oder zu schreiben, vorher zu gucken, wofür er seinen Namen hergibt.  

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