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The Whispering: The Whispering

Sehr vielversprechende Debüt-EP
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk/ Akustik
Spielzeit: 17:20
Release: 01.06.2014
Label: Eigenproduktion

Mit The Whispering stellt sich ein frisch gegründetes Duo vor, das beweist, wie man mit wenig Aufwand ganz große Gefühle auslösen kann: Während Fabian Regmann die Akustikgitarre zupft und singt, streichelt seine Partnerin Veronique Erdelyi die Geige – mehr braucht es nicht, um drei wunderschöne, emotionale Kompositionen plus Intro zu erschaffen, die buchstäblich zu Tränen rühren und zutiefst die Seele bewegen. Das Ganze geht in die folkige Ecke, wobei man ja ohnehin stets schnell den Begriff „Folk“ zur Hand hat, nur weil man mal eine Geige und eine Akustikgitarre zusammen hört. Im Gegensatz zu manch anderer Folkkapelle mit Violine versteht Veronique es aber, ihr Instrument sauber und akkurat zu spielen und die Songs besitzen alle Tiefgang, Melancholie und so viel Traurigkeit, dass man Leuten mit akutem Liebeskummer kaum raten möchte, sich diese EP anzuhören.

Da es im Promoschreiben heißt, für Fans von Opeth, Katatonia, Anathema und Antimatter sei dieser Vier-Tracker besonders empfehlenswert, kann man sich allerdings bereits vorher denken, dass hier keine fröhliche Mitklatschmusik zum Besten gegeben wird. Schon das Intro „Shiver“ zeigt deutlich, wohin die Reise geht: Naturverbundene, folkige Elegien, verloren anmutend und herzzerreißend, authentisch und gefühlvoll dargeboten. Fabians angenehme und sanfte Stimme ist genau richtig für das Material, Geige und Gitarre sind sehr gut aufeinander abgestimmt – eines von mehreren Indizien, dass die beiden Protagonisten ihr Handwerk verstehen und The Whispering kaum ihr erstes musikalisches Projekt ist.

Gleich die Akkordfolge im ersten richtigen Song „Memories Turn To Dust“ erinnert frappierend an Opeth zu ihrer „Damnation“-Phase oder überhaupt deren folkig angehauchte Akustikparts. Nicht die schlechteste Referenz und von der Atmosphäre her ist der Vergleich mit Anathema oder Katatonia ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Auch an die Schweizer Nucleus Torn oder Empyrium fühlt man sich was die Stimmung angeht durchaus erinnert. Alle drei Lieder gehen stilistisch in die gleiche Richtung, können jedoch allesamt songschreiberisch absolut überzeugen, nicht zuletzt wegen der tollen Gesangslinien und der herausragenden, cleveren Arrangements.

Wer sich gerne von Musik treiben lässt und darin versinken will, wer zwischen harter Mucke auch mal Verschnaufpausen braucht und keine Scheuklappen aufhat, wer auf völlig kitsch- und klischeefreie, ehrliche und tiefschürfende Melodien voller Herzschmerz und Wehmut steht, der muss hier zuschlagen. Da stört es auch nicht, dass es nicht mal ein richtiges Coverartwork gibt. Man darf gespannt sein, was Veronique und Fabian unter dem The Whispering-Banner noch so veröffentlichen werden.

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