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The Welch Boys: The Welch Boys

Überwiegend klischee- und peinlichkeitsfreie Kurzweil
Wertung: 7/10
Genre: Hardcore Punk
Spielzeit: 35:5
Release: 16.06.2006
Label: Cargo Records

„Man, ist das ein hässliches Cover...“ - so in etwa muss meine reine Gesichtsmimik gesprochen haben, als ich mir das Artwork des selbstbetitelten Debütwerkes von The Welch Boys ansah. Aber nun gut... Wer wird denn deswegen gleich voreilig urteilen wollen? Somit also erstmal die Presseinfo zur Hand genommen und mir mal ein grobes Bild über das Hardcore-Punk Quintett aus Boston gemacht.

Gegründet haben sich The Welch Boys vor etwa zwei Jahren im besagten Boston. Allerdings sind die agierenden Musiker um Gitarristen T.J. Welch schon lange keine Neulinge mehr im harten Musikgeschäft, sondern können allesamt auf eine recht ordentliche Erfahrungspalette zurückblicken, bei welcher auch solch renommierte Acts wie beispielsweise The Blue Bloods und Slapshot zu nennen sind. Produziert wurde der brachiale Erstling übrigens von Jim Siegel (nein, nicht verwandt und verschwägert mit Ralph Siegel), der u.a. bereits schon für die Dropkick Murphys an den Reglern saß.

Aber dann wollen wir mal zur eigentlichen Platte kommen: Der vorliegende Silberling bietet – wie eingangs schon erwähnt – musikalischen Hardcore-Punk der schön rauen und druckvollen Art. Entsprechend hastig und konsequent werden in klassischer Punk-Manier die insgesamt 15 Songs in sage und schreibe gerade mal 35 Minuten herunter geklopft! Da bleibt (wie man sich denken kann) nicht wirklich viel Zeit zum freien Durchatmen, da ein Speed- und Hardcore-Hammer den nächsten jagt. Ed Lalli´s krakeelender Gesang erinnert hierbei nicht zu Unrecht an die Stimme der deutschen Rawside–Ikone Henne (ebenfalls eine Hardcore-Punk Kapelle). Ähnlich wüst, rau und gewaltig kommen hier die Vocals wie Geschosse aus dessen Kehle gepeitscht und setzten ihren Frontalangriff direkt auf die Ohren seiner Hörerschaft fort.

Das inhaltliche Konzept auf “The Welch Boys“ ist im Grunde recht überschaubar und geht untereinander recht problemlos einher: So geht es beispielsweise im pogolastigen Opener “Friend or Foe“ um die existenzielle Grundfrage nach ehrlicher Freundschaft und Vertrauen. Während “Can´t wait“ eher eine bitterböse Abrechnung mit Amerikas Irak-Politik darstellt und das sommerlich anmutende “617“ als pure Liebeserklärung an die Heimatstadt Boston verstanden werden möchte.

Der übrige Großteil der Tracks vermeidet es zum Glück, in textliche Belanglosigkeiten abzurutschen. Denn hierbei geht es oft um persönliche Ansichten des eigenen Lebens und seiner Umwelt. Sowie dem musikalischen Aufgreifen von sozialen Brennpunkten und vorhandenen Klassenunterschieden.

Somit sorgt das gleichnamige Debütalbum der Welch Boys für überwiegend klischee- und peinlichkeitsfreie Kurzweil der energischen und positiven Sorte. Zwar sticht rein akustisch kein Song wirklich auffällig heraus (da im Grunde alle nach demselben Schnittmuster funktionieren), aber dennoch hat das Album seinen ganz eigenen Charme und Unterhaltungswert, welcher fernab jeglicher stupider Biertrinkermentalität liegt.

Ergo, können all jene, die an knackigen Hardcore-Punk Kompositionen (mit einem überschaubaren Zusatz an eigenständiger Melodieführung) einen Gefallen finden, bedenkenlos zugreifen. Denn das Album macht wirklich Spaß, trotz des graphischen Totalausfalls bei der Covergestaltung!

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