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The Vision Bleak: The Wolves Go Hunt Their Prey

Ein verdammt starkes Album
Wertung: 8.5/10
Genre: Horror Metal
Spielzeit: 43:19
Release: 21.08.2007
Label: Prophecy Productions

Das Debut von The Vison Bleak „The Deathship has a new Captain“ ist seinerzeit in der Presse wie eine Bombe eingeschlagen. Die Band konnte damals wie heute mit einem gelungenen und neuartigen Konzept überzeigen, wie sie es auch heute noch kann. Nun erscheint das mittlerweile dritte Gruselstück der Herren Konstanz und Schwadorf. „The Wolves go Hunt their Prey“ nennt sich das dritte Kapitel der Bandgeschichte.

Die Erwartungen sind nach dem gelungenen „Carpathia“ äußerst hoch, denn es wusste auf inhaltlicher und musikalischer Ebene durch eine Poe-artige Geschichte und catchy Riffs zu überzeugen. „The Wolves go hunt their Prey“ basiert dieses Mal nicht auf einer zusammenhängenden Geschichte, dennoch zieht sich ein roter Faden durch die Scheibe, in Form des Wolfes. Eine Kreatur, die die Menschen seit Urzeiten fasziniert und das Fürchten lehrt, sei es in Märchen, Mythen oder Horror-Geschichten. Straighter und härter sollen die neuen Songs sein ohne dabei die für The Vision Bleak typische Epik zu vernachlässigen.

Nun wollen wir einmal Stück für Stück durch den neuen akustischen Kurzgeschichtenband der Autoren Schwadorf und Konstanz blättern.

Die Einleitung: „Amala & Kamala“

Wie es sich für ein The Vision Bleak Album gehört, wird im Intro geklotzt und nicht gekleckert. Das anfängliche Gitarren-Riff entfaltet sich immer mehr zu einer epischen Nummer mit Soundtrack Charakter und führt den Hörer gekonnt in die Stimmung des Albums ein.

Kapitel 1: „She-Wolf“

„She-Wolf“ startet direkt durch mit einen astreinen Thrash-Riff. Der Song geht straight nach vorne und besticht durch seine extravaganten Gesangslinien, die ein Wechselspiel aus den dominierenden Vocals von Konstanz und dem Gekeife von Schwadorf sind. Schon hier wird die neue Gangart des Albums klar. Es wird mehr auf Groove gesetzt als auf Bombast. Dieser Song ist der perfekte Mosher. Hart, straight und eingängig. Der kurze und prägnate Refrain geht direkt ins Ohr und geht dort auch so schnell nicht mehr raus. Schon zu Anfang einer der Höhepunkte des Albums.

Kapitel 2: „The Demon Of The Mire“

Man traut seinen Ohren kaum, aber den Anfang dieses Stückes zieren tatsächlich Blast-Beats. Tatsächlich gehört „The Demon of the Mire“ wohl zu den härtesten Songs der Band. Hier zeigen die Jungs deutlich, dass sie auch tief im Death Metal verwurzelt sind. Tiefe, brettharte Gitarren dominieren diesen Song, der schnell in den Midtempo-Bereich übergeht. Ein cooler Stampfer, der mit seinen dezent eingesetzten Orchesterpassagen eine Macht für sich entwickelt.

Kapitel 3: „The Black Pharao Trilogy“

In der Mitte des Albums befindet sich diese Trilogie, die, Überraschung,aus drei Songs besteht. Sie beginnt mit der Introduction, die einen in orientalische Gefilde entführt. Chorale Gesänge preisen den schwarzen Pharao und lassen den Hörer die Gefilde der westlichen Geschichten verlassen. „The Shining Trapezohedron“ ist der erste richtige Song der Trilogie und erinnert stark an das Material der „Carpathia“. Der Bombasthammer wird hier wieder ausgepackt. Der Song ist orchestral arrangiert und mit orientalischen Elementen gespickt. Dies zeigt sich zum einen in der Melodieführung als auch im Einsatz einer Sitar. Trotz dieser Elemente ein absolut typischer Song für die Geschichtenerzähler. "The Vault Of Nephren-Ka" schließt sich nahtlos an und fällt zusätzlich noch durch den verstärkten Einsatz der rauhen Vocals auf. Auch wenn es vermutlich von der Band so geplant war, der Höhepunkt des Albums ist die Trilogie nicht. Es sind gute Songs, gehören aber trotzdem zu den schwächeren auf dem Album.

Kapitel 4: „The Eldrich Beguilement“

Hier packen The Vision Bleak wieder den Death /Thrash-Hammer aus. Die Gitarren sind leicht schwedisch angehaucht. Insgesamt ein Song, der auch gut auf der „Carpathia“ hätte stehen können.

Kapitel 5: „Evil Is Of Old Date“

Hier zeigt Konstanz mal wieder, dass er einer der coolsten Sänger der Szene rüber. Sein Gesang bildet einen absolut smarten Flow, den wohl nur er so hin bekommt. Der Song startet recht ruhig, steigert sich dann aber stetig und groovt schließlich alles nieder. Einfach ein großartiger Song, vielseitig und ein hartnäckiger Ohrwurm.

Kapitel 6: „By Our Brotherhood With Seth“

"Das Beste zum Schluss" heißt es immer. Das haben sich wohl auch The Vision Bleak gedacht. „By our Brotherhood with Seth“ wird ohne Zweifel die neue Bandhymne. Episch, fesseld und erhaben. Der Chorus ist mit seinen Chören Gänsehaut pur.

Fazit: The Vision Bleak haben hier wieder mal ein verdammt starkes Album abgeliefert. Tatsächlich schlägt man hier eine härte und direktere Gangart ein. Epische Elemente werden mit mehr Bedacht eingesetzt und die metallischen Seite der Band dominiert klar. The Vision Bleak sind einzigartig und es gibt bis Dato keine vergeleichbare Band. Dennoch müssen sie aufpassen, sich nicht zu häufig zu wiederholen. Zwar hat das Album einen deutlich anderen Charakter als die Vorgänger, aber viele Riffs sind doch arg „typisch“. Mit ca. 43 Minuten ist die Spielzeit der CD wohl in Ordnung, aber ich hätte mir doch noch ein oder zwei Songs mehr gewünscht. Dennoch kann ich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. The Vison Bleak als solches, als auch „The Wolves go hunt their Prey“ muss man als offener Metaller einfach erlebt haben.

In diesem Sinne: „By our Brotherhood...“

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